accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

166 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1906. 
unterhält, wieder freigemacht und konnte seine Reise bis Borgholm fortsetzen. 
Am 11. März gelang es dem Eisbrecher, einen am 8. März bei Norrköping im 
Eise festgeratenen Dampfer wieder freizumachen. 
II. Eröffnung der Schiffahrt. 
Vollzieht sich der Schluß der Schiffahrt im allgemeinen in der Richtung 
von Norden nach Süden, so vollzieht sich die Eröffnung oder, soweit die süd- 
lichen Häfen nicht ganz unzugänglich werden, doch die volle Wiederaufnahme 
der Schiffahrt im allgemeinen von Süden nach Norden. 
1. Über die Eröffnung der Schiffahrt in den schwedischen Gewässern südlich 
vom Älands-Haff liegen außer den in der Tabelle angegebenen Daten keine 
Meldungen vor, über die Eisverhältnisse auf See lassen sich aber aus den beiden 
folgenden Meldungen Schlüsse ziehen. Das Feuerschiff Svenska Björn ist am 
4. April von Stockholm abgegangen, um seine Station wieder einzunehmen, es hat 
aber erst am 14. April von Sandhamn auslaufen können, und das Feuerschiff 
Kopparstenarne hat seine Station am 7. April wieder eingenommen, Die Binnen- 
schiffahrt auf dem Götakanal ist nach einer Zeitungsmeldung am 18, April wieder 
eröffnet worden. 
2. Auf dem Rigaschen Meerbusen waren, wie wir gesehen haben, die Eis- 
verhältnisse gegen Ende März sehr schwierig geworden. Die Eismassen sind 
zwar nicht ganz undurchdringlich gewesen, denn von Domesnäs wurden bald 
nach der einen, bald nach der anderen Richtung hin offene Rinnen gemeldet, es 
kamen aber auch Meldungen wie die folgende vom 31. März, wo von Domesnäs 
gemeldet wurde: »Überall dichtes Packeis, nur der Westhorizont frei« Und 
wenn auch die Meldungen von Bolderaa immer betonten, daß die Eismassen 
zu zwingen seien, so dürften sie ein wenig von dem Bestreben, den Hafen 
nicht als ganz unzugänglich erscheinen zu lassen, beeinflußt sein (der starke 
»‚Jermak« war ja auch dort), jedenfalls wurde aber erst am 11. April wieder ge- 
meldet, daß sich offene Rinnen gebildet hätten. Der Eisgang der Düna hat am 
10. April abends angefangen, am 14. trieben nur noch einzelne Stücke ab, und 
inzwischen war auch auf See das Eis aus Sicht von Bolderaa getrieben. Am 
18. April hatte das Eis schon so abgenommen, daß die regelmäßigen Eismeldungen 
eingestellt wurden, und die amtliche Eröffnung der Schiffahrt, £. o. w. (first open 
water) ist von der Handelskammer in Riga auf den 23. April festgesetzt worden. 
Von Pernau kam die Meldung, daß, nachdem der Fluß seine Eisdecke am 14. ab- 
gestoßen hatte, der Hafen am 24. April wieder zugänglich geworden sei. 
3. Der Finnische Meerbusen. Die erste den bevorstehenden Aufbruch des 
Eises auf dem Finnischen Meerbusen einleitende Meldung kam am 9. März von 
Helsingfors. Dort war das Eis am 8, März durch starken Westwind gebrochen, 
und bei Grähara und Mjolö hatte sich eine breite offene Rinne gebildet, weiter 
südlich und südöstlich lag aber noch zusammengeschobenes Treibeis, Auch eine 
Meldung aus Reval vom 24. März deutete den Aufbruch des Eises an, wiewohl sie 
besagt, daß die Reede und der Golf bis Odinsholm mit dichtem Packeis angefüllt 
war. Offenbar haben dort die nördlichen Winde der 3. Märzdekade das bereits 
gebrochene Eis aus dem Finnischen Meerbusen auf die Reede von Reval ge- 
drängt und es so fest zusammen geschoben, daß die bis dahin ununterbrochene 
Schiffahrt nach Reval, trotzdem Eisbrecher, darunter »Jermak«, zur Stelle waren, 
bis zum 30. März unmöglich gewesen ist. 
Ein anderer großer russischer Eisbrecher, der »Sampo« hat sich am 
29. März von Hangö aus nach Erstau und wieder zurück durchgebrochen., In 
der dadurch entstandenen Rinne konnte am 31. März der erste Seedampfer 
Hangö erreichen, Der Golf, so wurde von Kronstadt gemeldet, war am 1. April 
noch von Osten her bis Hochland mit festem Eise bedeckt. 
Nach Helsingfors, von wo die Dicke des Eises, wie folgt, gemeldet 
worden war:
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.