accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Reinicke, G.; Die Eisverhältnisse in den schwed. und russisch, Gewässern, Winter 1905/06. 465 
am 21. Dez. waren Räfsö und Mantyluoto noch eisfrei, die Schiffahrt wurde aber 
als geschlossen angesehen, weil man keine Schiffe mehr erwartete. a 
Über das Einziehen der Feuerschiffe oder Löschen der Leuchtfeuer im 
Nordbotten geht aus den Meldungen das Folgende hervor. Helsingkallan-F-Sch. 
wurde, wie bereits erwähnt, am 18. Nov, Finngrundet- und Vestra Banken- 
Feuerschiffe wurden am 11. Dez, Grundkalle- und Svenska Björn-Feuerschiffe 
am 30. Dez. eingezogen. Die Leuchtfeuer Husum und Malmö bei Oernsköldsvik, 
Hernö und Ljungö bei Hernösand sind am 19, Dez, gelöscht worden, Djursten- 
Lcht-F, wurde am 7. Jan. gelöscht, als das Eis auf dem Oeregrund 10 em 
dick war. 
2, Der Finnische Meerbusen. Die ersten Meldungen über Erschwerung der 
Schiffahrt am Finnischen Meerbusen kamen aus St. Petersburg. Danach war die 
Newa am 17, Nov, voll und sogar im Fahrwasser nach Kronstadt schon so viel 
Eis, daß man "befürchtete, 15 noch in St. Petersburg ladende Dampfer würden 
dort einfrieren. In der Tat mußten sie auch, um nicht den ganzen Winter über 
durch Eis festgehalten zu werden, am 20. Nov, St. Petersburg verlassen, und nur 
mit vieler Mühe ist es gelungen, sie bis zum 22, Nov. nach Kronstadt, wo die 
Reede noch eisfrei war, durchzubringen, Alle Dampfer, die damals noch nach 
St. Petersburg unterwegs waren, haben in Kronstadt löschen oder sogar wieder 
umkehren und ihre Ladungen nach Reval bringen müssen, Kronstadt ist in der 
Folge aber, wenn auch unter Schwierigkeiten, noch bis zum 16. Dez. zugänglich 
gewesen. ; 
Naturgemäß viel später trat der Schluß der Schiffahrt im westlichen Teile 
des Finnischen Meerbusens ein, die Meldungen darüber sind aber spärlich. In 
Helsingfors waren am 30. Dez, die Häfen und das Kronbergsfiord mit Eis be- 
deckt, der Lokalverkehr konnte aber noch aufrecht erhalten werden. Am 
12. Febr. verließ der letzte Seedampfer den Hafen, und mit der Abfahrt des Eis- 
brechers »Jermack«, dessen Dienste nun auf See in Anspruch genommen wurden, 
trat am 19, Febr. 1906 der Schluß der Schiffahrt in Helsingfors ein. ; 
8. Der Rigasche Meerbusen. Die erste Meldung aus dem Rigaschen Meer- 
busen kam von Bolderaa am 2. Jan. ‘ An diesem Tage hatte dort das Eis der 
Düna eine Dicke von 8 em erreicht; es war aber durch die Eisbrecher der Kauf- 
mannschaft gebrochen worden, so daß es auf die See hinaustreiben konnte. Auch 
am 13. Febr. wurde von Bolderaa noch gemeldet, daß das Fahrwasser mit ge- 
brochenem Eise bedeckt sei, dieses den Dampfern aber keine nennenswerten 
Schwierigkeiten bereite; um diese Zeit begannen aber die Schwierigkeiten draußen 
auf dem Meerbusen. Domesnäs meldete zuerst am 14, Febr., daß nordwärts 
treibende Schlammeismassen in Sicht seien, und während nun in den folgenden 
Tagen in den Bolderaa-Meldungen beständig hervorgehoben wird, daß eine Fahr- 
rinne offen sei, nimmt das Eis draußen allmählich zu. Zunächst wurden von 
Domesnäs Eisstreifen, dann feste Eisstreifen gemeldet, und Anfang März treten 
dichte, mit Wind und Strom hin und her treibende Eismassen auf. Durch diese 
Eismassen haben in den ersten beiden Dekaden des März Dampfer, wie es nach 
den Meldungen erscheint, noch ohne besondere Schwierigkeiten und selbst ein- 
zelne Segler ihren Weg finden können, Vom 20. März an waren die Eismassen 
aber so dicht, daß nur noch starke Dampfer durchkommen konnten, und auch 
diesen dürfte es nicht leicht geworden sein, denn am 28, März wurde gemeldet, 
daß der starke Eisbrecher «Jermak« durch das vor dem Seegat der Düna zu- 
sammengeschobene Eis nicht in einem Zuge habe durchkommen können. 
4. Die schwedischen Gewässer südlich vom Älands-Haff. Die wenigen 
Meldungen, die aus diesen Gewässern zu kommen pflegen, beschränkten sich im 
Winter 1905/06 auf die folgenden Nachrichten. Am 18. Dez. ist das Feuerschiff 
Kopparstenarne, am 2. Jan. das Feuerschiff Utgrunden im Kalmar-Sund und 
die Leuchttonne von Stengrund bei Grimskär eingezogen worden. Am 23, Jan. 
wurde von den Stockholm-Scheeren 5 bis 10 cm dickes Eis gemeldet. Am 26. Jan. 
geriet ein Dampfer auf der Reise von Kalmar nach Stockholm bei Skaggenäs im 
Eise fest; er wurde aher durch den Postdampfer. der die Verbindung mit Öland
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.