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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1906.
Die Temperaturbestimmungen in den einzelnen Tiefen passen sich gut den
Karten des »Valdivia«-Werkes an; besonderes Augenmerk wird auf die Unter-
suchung der Sprungschicht gerichtet. Die Oberflächenbestimmungen der Temperatur
ergaben südlich von Kapstadt die bekannten großen Variationen im Mischwasser-
gebiet, welche, wenn man von kleinen Temperaturänderungen absieht, einen
Parallelismus zwischen Temperatur und Salzgehalt aufweisen,
Die vertikale Verteilung des Salzgehalts zeigt auch im Indischen Ozean
meist ein Minimum des Salzgehalts in 800 bis 1000 m Tiefe, welches besonders
ausgeprägt in den niederen Breiten ist. Neben diesem Minimum tritt stetig
sowohl im Atlantischen wie im Indischen Ozean ein Maximum des Salzgehalts
bei Annäherung des Aquators in den Schichten von 25 bis 200 m Tiefe auf.
Die Eisverhältnisse in den schwedischen und russischen Gewässern
der Ostsee im Winter 1905/06.
Nach Zeitungsmeldungen und amtlichen schwedischen und russischen Berichten
bearbeitet von Kapt. (4. Reinieke, Assistent der Deutschen Seewarte.
I. Schluß der Schiffahrt.
1. Der Nordbotten. Die erste auf den bevorstehenden Schluß der Schiffahrt
deutende Meldung kam am 28. Okt. 1905 von Sundsvall; es hieß darin, die
Schiffahrt im oberen Norrland nähere sich ihrem Ende, bei Salmis sei die See
mit 4 cm dickem Eise bedeckt, Die Meldung war aber noch verfrüht, denn erst
am 12. Nov. ist die Schiffahrt in Skelleftea geschlossen worden, und in Uleaborg,
das an der finnischen Seite des Nordbottens noch etwas nördlicher liegt als
Skelleftea an der schwedischen, ist sogar noch am 15. Nov. ein Dampfer an-
gekommen. Dieser Dampfer hat sich nach den Meldungen seinen Weg allerdings
mühsaın durch das Eis an der schwedischen Küste bahnen müssen. Man er-
wartete am 15, Nov. noch einen Dampfer in Uleaborg, daß er diesen Hafen noch
erreicht hat, ist aber nicht gemeldet worden, daher wird man den Schluß der
Schiffahrt im Nordbotten nördlich von den Nordquarken auf etwa den 15. Nov.
zu setzen haben,
AucH weiter südlich war damals schon viel Eis, denn ein Dampfer, der
am 17. Nov. von Äbo nach Wasa in See gegangen war, mußte bei Björkö wieder
umkehren, und am 18. Nov. hat man auch das Feuerschiff Helsingkallan ein-
ziehen müssen. Den endgültigen Schluß der Schiffahrt im nördlichen Nordbotten
bedeuteten diese Meldungen aber doch noch nicht; später wurde nämlich ge-
meldet, daß Jacobstad bis zum 10. Dez. zugänglich gewesen sei. Sogar am
15. Dez. ist in Lulea noch ein Dampfer angekommen, ein Ereignis, das seit
Menschengedenken nicht vorgekommen sein soll, und nach einer anderen
Meldung ist die See bei Lulea noch einmal wieder aufgebrochen, so daß sich
am 20, Dez, ein Lotse von dort hinausgewagt hat. Wenn diese Vorkommnisse
für den Verkehr mit fremden Häfen auch keine Bedeutung haben, so geht doch
daraus hervor, daß die Schiffahrt im nördlichen Nordbotten in diesem Jahre
noch ganz außergewöhnlich spät möglich gewesen ist,
Auch im südlichen Teile des Nordbottens wurde die Schiffahrt spät ge-
schlossen. Von Sundsvall ist der letzte nach einem fremden Hafen bestimmte
Dampfer am 20. Dez, abgegangen, der Lokalverkehr hat dort aber noch bis zum
23. Dez, und in Hudiksvall bis zum 24, Dez. aufrecht erhalten werden können.
Der südlichste der bedeutenderen schwedischen Häfen am Nordbotten, Gefle ist
bis zum 9, Jan. 1906. ganz offen gewesen; man hat dort sogar eine Rinne offen
halten können für einen Dampfer, dessen Ankunft am 15. Jan. erwartet wurde.
Von der finnischen Seite des südlichen Bottnischen Meerbusens liegen auf
den Schluß der Schiffahrt bezügliche Meldungen nur von Björneborg vor. Der
Kumofluß und der Hafen von Björneborg waren am 10. Dez. von Eis bedeckt,