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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

456 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1906. 
england. Am 21. ist das Minimum ostwärts bis zur norwegischen Küste vor- 
geschritten, ein neuer Ausläufer liegt über der irischen See, Da das Hoch- 
druckgebiet nordostwärts sich ausbreitet, frischen an der Grenze des Hoch- und 
Tiefdruckgebietes, an der deutschen Küste die Winde, die am 19. und 20. nur 
schwach bis mäßig waren, zu steifen bis stürmischen westlichen Winden auf, 
Sonst ist das Wetter dieser Tage dasselbe, nämlich regnerisch und kühler 
werdend, nachdem die Temperatur am 19, weit über das Normalmittel ge- 
stiegen war. 
. Am 29, klart das Wetter an der Küste auf, da der hohe Druck von Süd- 
westeuropa sich über Mitteleuropa ausbreitet. Das am 21. an der norwegischen 
Küste liegende Minimum liegt über Nordschweden, ein neues nördlich von 
Schottland. Da das letztere auch ostwärts fortschreitet, ist die Aufklärung nur 
vorübergehend, denn schon am 23. steht die Küste wieder unter depressionalem 
Einfluß und hat dementsprechend Trübung bei langsam steigender Temperatur, 
Der 24, bringt den Übergang des Typus V in Typus II, der jedoch schon am 
26. dem Typus III weichen muß. Am 24, steht ganz Europa, mit Ausnahme des 
Südwestens, unter Tiefdruck; flache Teilminima liegen über der Nordsee und 
Nordwestdeutschland, der mittleren Ostsee und Pommern, Süddeutschland sowie 
Norditalien. Das Wetter ist bei leichten umlaufenden Winden wolkig; Sstellen- 
weise treten Gewitter mit Niederschlägen auf, Am 25, ist das Hochdruckgebiet 
von Südwesteuropa nordostwärts fortgeschritten und zeigt die höchsten Barometer- 
stände über Südengland. Die Depression hat sich verflacht. ” Bei schwachen, 
meist nördlichen Winden ist das Wetter im Westen wolkig und kühler, im Osten 
heiter und wärmer. Im Rücken des nördlich weiter vorrückenden Hochdruck- 
gebietes, das am 26. sein Maximum über dem norwegischen Meere zeigt, hat sich eine 
Depression vom Ozean her nach Frankreich und den britischen Inseln ausgebreitet 
(TypusIIJ). Im Bereiche des Hochdruckgebietes weist die deutsche Küste meist heiteres 
Wetter auf, nur die ostdeutsche Küste, die unter dem Einfluß einer Depression 
über Rußland steht, hat Trübung. Auch am folgenden Tage bleibt die Witterung 
an der deutschen Küste im Westen heiter, im Osten wolkig, da die Küste noch 
im Bereich des nördlichen Hochdruckgebietes liegt. Flache Minima liegen über 
den Niederlanden und Böhmen, weitere im Inneren Rußlands, Ein neues Hoch- 
druckgebiet rückt von Spanien nordostwärts vor, bringt am 28, den westlichen 
Teil der Küste und am 29. bei seiner Vereinigung mit dem nordöstlichen Hoch- 
druckgebiet die ganze Küste mit Ausnahme der ostpreußischen unter seinen 
Einfluß. Dementsprechend ist das Wetter an der deutschen Küste am 28, ruhig, 
im Westen heiter und warm, sonst trübe bei fast normaler Temperatur, am 29. 
ruhig, heiter und warm, nur an der ostdeutschen Küste noch wolkig. An den 
beiden letzten Tagen des Monats steht die ganze Küste unter antizyklonalem 
Einfluß. Das Maximum des Hochdruckgebietes liegt an beiden Tagen über 
Skandinavien, während eine Depression die britischen Inseln bedeckt. Dem- 
entsprechend schließt der Monat bei leichten umlaufenden Winden mit heiterem, 
trockenem und sehr warmem Wetter. 
Gedruckt und in Vertrieb bei E. £. Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW. Kochstraße 68—71.
	        
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