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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1906. 
Zu den verschiedenen, von deutschen, holländischen und englischen 
Fachgelehrten gemachten Vorschlägen unter Benutzung der harmonischen 
Konstanten Zeit und Höhe eines einzelnen Hochwassers zu berechnen, tritt in 
dieser Abhandlung von französischer Seite ein neuer, beachtenswerter hinzu. 
Die Methode ist synthetisch; sie beruht darauf, daß verwandte Einzeltiden 
zusammengefaßt werden, bis die resultierende Halbtags- und Eintagstide er- 
halten ist, und endlich diese beiden zu der tatsächlichen Tide kombiniert werden. 
Da die Methode 4 Eintags- und 4 Halbtagstiden berücksichtigt, so erreicht 
man in 4 Stufen das Ziel, 
Zuerst wird mit Hilfe der harmonischen Konstanten für jede Einzel- 
tide Höhe und Phase berechnet. Jede Welle läßt sich darstellen in der Form 
zZ = R cos (qt — an) 
wo R die Halbamplitude, t die Stunde in mittlerer Ortszeit ausgedrückt und 
& die Phase am Beginn der Stundenzählung bedeuten, während n die 
Ordnungszahl des Tages, vom 1. Januar des betreffenden Jahres an zählend, 
ist. [Bezüglich der vorkommenden Bezeichnungen siehe auch die entsprechen- 
den Abhandlungen von Prof. Börgen: Die harmonische Analyse der Gezeiten- 
beobachtungen $ 5 (»Ann. d. Hydr. usw.« 1884, S. 445 u. ff.) und »Über die 
Berechnung eines einzelnen Hoch- und Niedrigwassers usw.« (»>Ann. d. Hydr. usw.« 
1892, Beiheft zu VI, S. 4 u ff.)] Führt man die gebräuchlichen Bezeichnungen 
ein, so geht die Formel für die Welle über in 
zZ = R cos (a[24{n— 1} + + (Vo + u) — el— x) 
wo Vo.+ u den astronomischen Teil des Arguments für den Anfangstermin, 
k die Verspätung der Welle (Kappazahl), q die Anderung des Arguments in 
der Zeiteinheit, 1 die geographische Länge im vorliegenden Fall von 0°—360° 
westlich von Paris, £ eine Konstante, die für jede Tide einen aus den stünd- 
lichen Änderungen der in (V,+ u) enthaltenen astronomischen Elementen 
resultierenden Wert hat. Da el und k für jeden Hafen einen konstanten Wert 
besitzen, so faßt man sie zusammen el1—+Kk=KkKk’/. Setzt man ferner 
21q{n—1} = 2Imz—ß. 
so geht die Gleichung der Welle schließlich über in: 
Z= R cos [gt — + (Vo -+w — X 
an = 8—(Yo+ u + KK 
Tan = Ba—-V+T 
Ta — 2, Ba = £, vv Votrn ud T= 
qd q q q 
sind. Faßt man endlich Bu — V als Ca zusammen, so ist die gesuchte Phase 
Tn = On +T 
wo Ca aus einer Jahrestabelle mit 2 Eingängen (die betrachtete Welle und 
das Datum) zu finden ist, während T für jeden Hafenort einen konstanten 
Wert besitzt. 
Die Halbamplitude R ist ==f-H, wo H den durch die harmonische 
Analyse erhaltenen Halbamplitudenwert bezeichnet, während f der durch die 
Änderung der astronomischen Daten (Neigung der Mondbahn) bedingte 
Reductionsfaktor ist, der aus der Tafel für C, zu entnehmen ist; aber nicht 
direkt, sondern als m, so daß f= 1 + Do ist. 
Der 2. Schritt ist die Berechnung der resultierenden Halbamplitude 
und Phase zweier Halbtags- oder Eintagstiden. Die Resultierende seien H" 
und T", die Komponenten HP” und T”; H4 und T!; ferner sei 
q= 2.10; Yy= Tp—Ta. 
Somit ist die Phase 
Wo
	        
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