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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Meyer, H.: Kimmbeobachtungen. 
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dadurch, daß die. Sonne eine’ Höhe von mindestens 44° haben mußte, sehr- ein- 
geengt. Der Indexfehler des Instrumentes wurde jedesmal mit der Sonne bestimmt; 
auch wurde die Stellung der Spiegel und des Fernrohres unter Kontrolle gehalten. 
Eine Berichtigung war nur einmal erforderlich. Bei diesen Beobachtungen wurde 
die Reflexion des Sonnenbildes an dem unbelegten Teile des kleinen Spiegels 
vorgenommen, um die beiden Bilder übereinander erscheinen zu lassen... Es seien 
hier gleich die Versuche des Verfassers erwähnt, um den kleinen Spiegel nach dem 
Vorschlage von Dr. Kohlschütter!) durch eine einfache Glasscheibe zu ersetzen. 
Zu dem Zwecke wurde der Spiegel mit der Fassung fortgenommen und an’ seine 
Stelle eine etwas größere Glasscheibe gesetzt. Bei der Sonne war das reflektierte 
Bild schön hell, bei Sternbeobachtungen zu schwach. Aber auch hier würde man 
zum Ziele kommen, wenn der ganze kleine Spiegel nach dem Zeißschen Verfahren!) 
mit einer dünnen Silberschicht überzogen wird; die Kimm und das reflektierte Bild 
werden dann hell genug sein, da ja die ganze Objektivöffnung zur Geltung kommt. Die 
großen Vorzüge dieser Einrichtung liegen auf der Hand: die doppelte Antrittspupille 
verschwindet, und die beiden Bilder erscheinen über- und nicht nebeneinander. 
Die Beobachtung der Kimmtiefe geschah in der Weise, daß zuerst die Höhe 
des Sonnenunterrandes (h), darauf zweimal. die Gegenhöhe desselben Randes (H) 
(dieser erschien jetzt als Oberrand) und zum Schluß wieder die Höhe des Unter- 
randes genommen wurde.. Die Summe von hund H korrigiert für die Änderung 
der Höhe in der Zwischenzeit ist gleich 180°-+2k. Die Beobachtung der vier 
Höhen nahm selten mehr als vier Minuten in Anspruch, es genügte daher in den 
meisten Fällen, die Höhenänderung der Zeit proportional anzunehmen und sie 
aus der ersten und letzten Beobachtung zu berechnen, Im Mittel bestand eine 
Bestimmung von k aus vier Sätzen; beim zweiten und dritten Satze wurde mit 
der Beobachtung des Sonnenoberrandes begonnen, Als Beispiel möge die Beob- 
achtung vom 26. Oktober 1904 dienen: - 
Chronometer | Kimmabstand 
%h 18min 26sek 
20 8.5- 
21 7 
292 26- 
| = 83° 37 20” 
Q 96 48 10 
96 58 20 
82 53 15 
23min 47sek 
24° 59 
25 56 
27 * 
©) = 830 9 30” 
97 1115 
97 22 45 
82 30 35 
27min 590sek 
29 12. 
29 58- 
31 91 
= 820 19 15" 
OS 320 
98 13 30 
81 36 30 
30min 31sek 
33 52 
35 8 
36 97 
© = 80° 47 30 
99 35 30 
99 52 50 
70 56 20 
Ah 
18’ 48" 
14’ 37” 
14’ 27” 
13‘ 3” 
15' 277 
177 347 
17 387 
17 en 
3 267 
8’ 6” 
3 9” 
3 12” 
3 34” 
3! 47 
2 44" 
8 9 
Mittel: ” 377167 
für S.B. + 35" 
U og Z 37 517 
Für die weiteren Beobachtungsreihen stellte Herr Prof. Schilling dem Ver- 
fasser in dankenswertester Weise einen Prismenkreis von Pistor und Martins 
zur Verfügung. Der Kreis ist bis auf 20” geteilt und hat einen Durchmesser 
von 28 cm; das Fernrohr hat einen Objektivdurchmesser von 17 mm und eine 
achtfache Vergrößerung: Bei der Messung der Kimmtiefe und auch bei der Be- 
stimmung des Indexfehlers wurde ein Okularprisma angewandt. Zur Ermittlung 
der Kimmtiefe wurde der Winkel von Horizont zu Horizont (180° + 2 k) gemessen. 
Da diese Beobachtungen unabhängig von einem Gestirne sind, liegen sie auch 
besser über alle Tageszeiten verteilt als die Sextantenbeobachtungen, Die Richtung 
der Beobachtung war durch den Kurs des Schiffes und durch die Stellung der 
Segel bedingt. Nur in wenigen Fällen war es möglich, Messungen in zwei zu- 
einander senkrechten Azimuten vorzunehmen. Mehrfach mußte sogar die weniger gute 
* »Ann. d. Hydr. usw.« 1904. S. 222 H.
	        
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