accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Reuter, W.: Die Bestimmung des Unterschiedes der wahren u. der scheinbaren-Monddistanz usw, 435 
Man ziehe nun in M und. S.zwei Tangenten ‚an‘ den Kreis und. suche 
die Schnittpunkte x und y dieser, Tangenten mit der durch ‚CD „gelegten 
Linie; dann-sind Mx und Sy die Strecken, “mit denen 57.7” multipliziert 
werden muß; um-. die. von der Strahlenbrechung abhängigen- Berichtigungen 
der scheinbaren Distanz. zu erhalten. Liegt die Linie CD außerhalb des 
Winkels MCS, so ist die eine dieser Strecken negativ zu nehmen, und zwar 
die, welche außerhalb des Winkels M CS. fällt... Man mißt also die Strecken 
Mx und Sy ab und multipliziert ihre algebraische Summe mit 57,7”. Dies 
Produkt ist zur scheinbaren Distanz. zu. addieren. ‘Könnte man die Strecken 
genau messen, so würde man die wahre Distanz, bis auf die sogenannte dritte 
Berichtigung, richtig erhalten, ‘Die ‚dritte Berichtigung hat aber nur bei sehr 
kleinen oder großen Distanzen einen. merklichen Betrag. Mit Rücksicht auf 
die Ungenauigkeit der Zeichnung‘ ist ‘die dritte Berichtigung jedenfalls 
geringfügig.“ © 1 KEN 
Zwei besondere Fälle‘ sind noch zu, erwähnen, die.aus der Zeichnung 
ebenfalls sofort erkannt werden. Mond und Stern können im. selben Vertikal 
stehen, dann ist die scheinbare Distanz. gleich dem. Unterschiede der schein- 
baren Höhen. oder Zenitdistanzen. Ist in. diesem; Falle. der; Mond: das dem 
Zenit nähere Gestirn, so ‚ist die wahre Distanz gleich der scheinbaren Distanz, 
vermehrt :um die Summe :der Gesamtbeschickungen ‘beider Gestirne, Ist der 
Mond das untere Gestirn, so ist die wahre Distanz gleich der ‘scheinbaren 
Distanz, vermindert um die Summe der Gesamtbeschickungen beider. .Gestirne. 
In: der‘ Zeichnung erkennt man -dies ‚sofort ‚daran, .daß die Endpunkte. der 
Sehnen aa’ und bb’ sich auf dem Umringe. des Kreises. treffen. . Der Punkt D 
liegt dann links von CM auf dem Kreise, wenn der Mond das höhere Gestirn, 
und. rechts von CS, wenn die Sonne (Stern) das höhere. Gestirn. war. Die 
Faktoren der Horizontalparallaxen sind dann die halben Sehnen aa’ und b W. 
Die Vorschriften für die Vorzeichen sind dieselben wie oben. Das Gleiche 
gilt für die. Vorzeichen .der Tangenten M x und Sy. — Der zweite besondere 
Fall ist, wenn die Gestirne auf entgegengesetzten Vertikalen ‚stehen. Die 
scheinbare Distanz ist dann gleich der Summe der scheinbaren Zenitdistanzen 
und die wahre Distanz gleich der scheinbaren Distanz, vermindert um den 
Unterschied der Gesamtberichtigungen beider Gestirnshöhen. In der Zeichnung 
erkennt man diesen Fall daran, daß D auf dem Umring des Kreises zwischen 
M und $ liegt. Die Winkel an beiden Gestirnen sind gleich Null, und die 
ursprünglichen Vorzeichen für die Berichtigungen gelten, Die Winkel an den 
Gestirnen können durch die Zeichnung ihrer Größe nach bestimmt werden. 
Trägt man die halbe Sehne a a’, also den sin Z von D aus bis m ab, so ist 
XmDE=XM. Die halbe Sehne bb’, von D aus bis s abgetragen, gibt 
XsDF= XS. ee | 
Zum besseren Verständnis habe ich auf den anliegenden Tafeln zwei 
Distanzen nach dieser Methode berechnet und dabei beide Fälle berücksichtigt. 
Der Halbmesser des Kreises ist gleich 10 cm genommen, weil man dann die 
Strecken DE, DF usw. sofort in Teilen des Halbmessers am Maßstabe ablesen 
kann... Ist z.B. eine der Strecken 4.51 cm, so wäre der Faktor 0,451. zu 
nehmen. ; 
.. 1. Beispiel (Taf, 392, Fig. 1).!) ‚Die scheinbare Distanz D zwischen Sonne 
und Mond ist 100° 18’ 22”; die scheinbare, Mondhöhe "gleich 30° 31’, die schein- 
bare Sonnenhöhe gleich 42° 836’, die Horizontalparallaxe des Mondes 59’ 9”, 
die der Sonne 9”, WO 
Aus der Zeichnung‘ ergibt sich: 
DE = 4788 cm, DF — +648 om, Mx = + 15.68 om, Sy = -+9.49 cm: 
1). Auf der anliegenden Tafel ist die. Zeichnung, welche ursprünglich mit. dem: Halbmesser 
gleich 10 cm entworfen war,.im. Maßstabe 1:2 gegeben. ' Bei. etwaiger Nachmessung. ist hierauf 
Rücksicht zu nehmen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.