Annalen ‚der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1906.
Setzt man jetzt die für tg Z cos X M und tg z cos X S gefundenen Werte
ein, so wird:
vr. cos X M = 57.7/.M x
neo X S_— 57.7”Sy
r.cos X MA r, cos XS = 57.7” |Mx+Sy}
Diese Berichtigung ist zur scheinbaren Distanz zu addieren. Bezeichnet
man die wahre Distanz mit D, und die scheinbare Distanz mit D, so ist:
Di = D—P.DE— PDF + 57.7” Mx + Sy}
Diese Zeichen gelten aber nur, wenn die Winkel an beiden Gestirnen
spitz sind.‘ Ist einer der Winkel stumpf, so wechseln die Berichtigungen, die
von dem Gestirne abhängig sind, an dem der stumpfe Winkel liegt, das Vor-
zeichen. Die Linie CD fällt dann außerhalb des Dreiecks nach der Seite hin,
wo der stumpfe Winkel liegt. Die Tangente in M oder S muß daher rück-
wärts verlängert werden, damit sie diese Linie schneidet, Gibt man dieser
Richtung das negative Vorzeichen, so hat man allgemein:
Berichtigung wegen der Strahlenbrechung:
= 5.0 [Mx + Sy)!
Dasselbe gilt von der Lage der Linien DE und DF. Über die Vor-
zeichen der Berichtigungen kann daher kein Zweifel entstehen. Zu bemerken
ist nur noch, daß die Strecken DE, DF usw, in Teilen des Halbmessers
CM = CS = CZ ausgedrückt werden müssen, Durch Zeichnung können die
Strecken DE, DF, Mx und Sy in folgender Weise ermittelt werden:
Man beschreibe mit
einem beliebigen Halbmesser
einen Kreis um C (Fig. 5),
ziehe den Halbmesser CM
und mache den Wirkel MCS
gleich der scheinbaren Distanz.
Der Kreis stellt also die Ebene
der scheinbaren Distanz dar.
M sei der Mondort und S der
Ort des anderen Gestirns, z. B.
der Sonne, Denkt man sich
jetzt die Zenitdistanz des
Mondes um den Halbmesser
CM gedreht, bis sie in die
Ebene der Distanz fällt, so
wird a oder a’ der Ort des
Zenits im Kreise um C sein,
je nachdem man nach rechts
oder links gedreht hat. Man
trage also von M aus nach
rechts und links die Zenit-
distanz des Mondes Ma = Ma’ ab, verbinde a mit a’, dann ist aa’ | CM und
der Schnittpunkt E dieser Sehne mit CM der Fußpunkt des Lotes, welches
vom Zenit aus auf den Halbmesser CM gefällt. ist. In gleicher Weise findet
man den Punkt F, wenn man von S aus nach links und rechts die Zenit-
distanz der Sonne Sb= Sb abträgt. Der Schnittpunkt D der Sehnen aa’
und bh’ ist der Fußpunkt des vom Zenit auf die Distanzebene gefällten Lotes,
DE und DF sind also die gesuchten Strecken, mit denen die Horizontal-
parallaxen der betreffenden Gestirne zu multiplizieren sind, um die Be-
richtigungen der scheinbaren Distanz für Parallaxe zu erhalten. Liegt D
zwischen CM und CS, so sind beide Berichtigungen zu subtrahieren. Liegt
D links von CM, so ist die vom Monde abhängige Berichtigung zu addieren,
liegt D rechts von C S, so ist die von der Sonne (Planeten) abhängige Be-
richtigung zu addieren.
Fie. 5.