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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Reuter, W.: ‚Die Bestimmung des Unterschiedes der wahren u, der scheinbaren Monddistanz usw. 433. 
Bezeichnet man die Horizontalpärallaxe des Mondes’mit P, seine Höhenparallaxe 
mit p, so ist: ; 
'p.= P-.cos H'= P-sinZ,. 
Ist P, die Horizontalparallaxe der-Sonne.oder:eines Planeten, die entsprechende 
Höhenparallaxe x, 80 ist: 5) Ce HL 
= PyeSinZ, 
Sind die: Winkel bei Mund $ spitz, ‚so wären die wegen ’der .Höhen- 
parallaxe an die scheinbare Distanz anzubringenden. Berichtigungen: 
— —PeinZecosXM‘ und —P,sinzcos XS: . 
Ist einer der Winkel bei M oder S stumpf, so. muß die von dem Gestirn 
herrührende Berichtigung‘ addiert werden, bei dem der stumpfe Winkel liegt. 
Der: Faktor -von P ist aber gleich‘ der Strecke DE und der Faktor von P, 
gleich der Strecke D F.‘ Daher sind: a 
P-sinZ-c0sXM = P-DE * und :  P,sinzeos XS = P,-DF a 
die Berichtigungen * der‘ scheinbaren Distanz, welche von der Parallaxe der 
Gestirne herrühren. © 
Verlängert man CZ über Z hinaus und legt in M an die Zenitdistanz 
MZ eine Tangente, ebenso in S an SZ, so werden diese Tangenten die Ver- 
längerung des Halbmessers CZ in: zwei Punkten G. und H treffen,‘ Diese 
Punkte fallen nur dann ‚in einen zusammen, wenn. M Z.= SZ, also das Dreieck 
Z MS gleichschenklig ist. Werden jetzt‘ noch. in Mund S Tangenten.an die 
Distanz gelegt, so sind die Winkel, welche die Tangenten bei M .und S$.mit- 
einander bilden, gleich den sphärischen Winkeln bei-M und S. ' Die durch .die 
Punkte C Z ‘D .gelegte Ebene steht senkrecht auf der Ebene der Distanz und 
trifft. die in M und S an .die Distanz gelegten Tangenten x und y, so daß 
Gx und H y.:senkrecht auf der Ebene CMS stehen. Hieraus folgt: 
. Mx.= MEZ = ELSE =. 
; Syı=,C8 -tgz.co X C = tgz.co XS , 
dann die Halbmesser CM:= CS sind gleich. Eins angenommen, ; . 
Die ‚Beträge der. Strahlenbrechungen bei den verschiedenen Zenit- 
distanzen verhalten sich wie die Tangenten der  Zenitdistanzen. Also wenn 
man .die Strahlenbrechung bei der Zenitdistanz von 45° gleich o setzt und die 
bei einer beliebigen Zenitdistanz z gleich r, so verhält sich: 
; ) or: g = tgz:tg 450. 
Somit ist: 
Fr = 0° ig Z. 
Die mittlere  Strahlenbrechung bei 45° ist gleich 57.7”. Führt man 
diesen Wert ein, so ist allgemein: > 
vr — 50.7” bg Zz. 
_ Diese "Formel gibt die Strahlenbrechung für Zenitdistanzen bis 70° 
genau richtig, erst bei der Zenitdistanz von 75° weicht sie etwa 3” ab, bei 80° 
aber schon 13”,!) So kleine Höhen werden aber bei Monddistanzen möglichst 
vermieden. . i . 
. .Bezeichnen r und r, die Beträge der Strahlenbrechung für die Mond- 
beziehungsweise die Sonnen- (Stern) Höhe, so sind die davon‘ abhängigen Be- 
richtigungen der scheinbaren Distanz: a. 
a . r.cosXM * und 1-cos XS." 
Setzt man nun“ " u N 
A r= 527" .tgZ "und Tr, = 5772 
; : r.cos X M = 57.7” tg Zcos X M 
24 DL 6085 XS = 57.7” tg zcos X 8. 
30 wird: 
1) Diese Zahlen gelten für einen Barometerstand von 29,6 Zoll englisch und 50° Fahrenheit, 
yleich 751.8 mm und 10°.C. Gegenwärtig ‚wird jedoch‘ in den Tafeln die mittlere Strahlenbrechung 
für Br: = 760 mm und Thr. = 10° €. gegeben.‘ Dann weicht aber die so berechnete ‘Strahlen- 
brechung bei Sn Höhe gar nicht, bei 15° Höhe 1”. und bei 10° Höhe 9”. von der Strahlenbrechung 
in den Tafeln ab.
	        
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