accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

432 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1906. 
dagegen stets die Wirkung der Strahlenbrechung die der Parallaxe. Durch 
die Parallaxe allein würde der‘ Mond von M nach M, und $ nach S, gerückt 
werden. Fällt man also von M, und S, Senkrechte auf die scheinbare Distanz 
MS, so sind Mn und So die Berichtigungen, die man von der scheinbaren 
Fie. 2. 
N 
M 
Ib 
DD, 
„4 
Yo 
A 
Distanz subtrahieren muß, Die Strahlenbrechung bewirkt bei beiden Gestirnen 
eine Verschiebung im Vertikal vom Zenit fort. Der Mond wird also von M 
nach M, und S nach S, durch die Strahlenbrechung verschoben. Ist Mn, 
und So, senkrecht auf MS, so sind Mn, und So, die wegen der Wirkung 
der Strahlenbrechung zur scheinbaren Distanz zu addierenden Berichtigungen. 
Die kleinen Dreiecke MM,n, SS, o usw. kann man als ebene rechtwinklige 
Dreiecke ansehen. Unter dieser Voraussetzung ist: 
Mn ZN So = z-.cos XS 
Mn, = r.cos X M So = r co XS 
wenn p die Höhenparallaxe des Mondes, x die der Sonne (Planet), r und r, 
der Betrag der Strahlenbrechung für Mond- und Sonnenhöhe bedeutet. Die 
Berichtigungen wegen Parallaxe sind zu subtrahieren, die wegen Strahlen- 
brechung dagegen zu addieren. Dies gilt aber nur, wenn die Winkel an 
beiden Gestirnen spitz sind; ist einer der Winkel 
stumpf (da die Zenitdistanzen immer kleiner als 
90°sind, so kann nur einer der Winkelstumpf sein), 
so wechseln die beiden Berichtigungen für das 
Gestirn, bei dem der stumpfe Winkel liegt, das 
Vorzeichen. Ist also in nebenstehender Fig. 3 
der Winkel bei M stumpf, so ist M n zu addieren 
und Mn, zu subtrahieren. Es soll nun gezeigt 
werden, wie die einzelnen Berichtigungen be- 
stimmt werden können: 
Im sphärischen Dreieck Z MS (Fig. 4) 
sei Z das Zenit, M der Mondort und S der 
scheinbare Ort des anderen Gestirns, C der 
Mittelpunkt der scheinbaren Himmelskugel. 
Verbindet man C mit M, S und Z, so ist 
X.SCM die scheinbare Distanz, X ZCM die 
scheinbare Zenitdistanz des Mondes und X ZCS 
die scheinbare Zenitdistanz der Sonne (Stern, 
Planet). Es sei nun ZE | CM, ZFILCS 
und ZD | Ebene CMS, dann ist XZED 
gleich dem sphärischen Winkel am Monde, 
XZFD gleich dem sphärischen Winkel am 
anderen Gestirn. Bezeichnet man die Zenit- 
distanz ZM mit Z, die der Sonne (Stern) 
Z5S mit z, so ist, wenn man den Kugel- 
halbmesser CZ = CM = CS gleich Eins setzt: 
ED = sinZ.cos X M 
FD = sinz-cos XS. 
‚
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.