34
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1906.
Korrektion vermag nur, die Fehler in annehmbare Grenzen einzuschließen,
umsomehr ist von ihr Konstanz zu verlangen. Als erstes Prinzip sollte
man daher bei der Wahl einer Kompensationsmethode daran festhalten, daß
die Kompensation innerhalb der vom Schiffe befahrenen Breiten ausreichen,
d. h. ein Verstellen von Korrektoren nicht erfordern soll, um die Deviation
innerhalb der festgesetzten Grenzen zu halten. Von diesem Gesichtspunkte
aus sollte man auch die Frage entscheiden, ob in einem gegebenen Falle zur
Kompensation der halbkreisigen Ablenkung eine Flindersstange anzubringen
sei, wenn anders die Raumverhältnisse ihre Anwendung gestatten,
Berichte über Seebeben.
Die letzten Berichte finden sich in »Ann. d. Hydr. etc.« 1898, S. 10,
i. Segler »Antje«, Kapt. R. G. Smit, von Apia nach Liverpool bestimmt,
am 19. April 1899 morgens in 15° S-Br., 172° W-Lg.:
„51,2 fühlten ein heftiges Zittern im Schiff; Ursache nicht zu ermitteln. Der
Wind war zur Zeit O 4; der Luftdruck um 5 V. 760 mm, die Lufttemperatur 28.59 C.<
2. Segler »Albert Rickmers«, Kapt. G. Warneke, von Kiautschou nach
Singapore bestimmt, am 22. Mai 1899 11% abends in 24.3° N-Br., 125.3° O-Lg.:
»Um 11% N. verspürten wir einen heftigen Stoß durchs ganze Schiff, ohne eine
Ursache dafür oder eine Wirkung davon zu ermitteln. Der Wind war zur Zeit S 3; der
Luftdruck um Mitternacht 761 mm, die Lufttemperatur 26.6° C.«
3. Segler »Placilla«, Kapt. O0. Schmidt, von Hamburg nach Valparaiso
bestimmt, am 19. September 1899 um 6% morgens in 43° S-Br., 60° W-Lg.:
Wir segelten mit ganz flauem, nördlichen. Winde, Plötzlich bemerkten wir um
31, b morgens im Westen einen dunklen Flecken im Wasser der sich bei unserer An-
näherung als eine strudelartige Strömung zeigte, Gleich darauf lief eine hohe Flutwelle
von etwa 5 m recht von vorn auf das Schiff zu; dasselbe stampfte hart ein. Dicht hinter
dem Fleck brach sich die Flutwelle und verschwand, desgleichen der dunkle Flecken.
Zur Zeit der Erscheinung war der Wind gänzlich eingeschlafen und man fühlte beim
Aufkommen der Flutwelle ein einmaliges Erzittern des Schiffes, Die ganze Erscheinung
dauerte nur einige Sekunden. Gleich darauf vernahm man ein eigentümliches Pfeifen in
der Luft, und gleich darauf fiel der Wind mit Stärke 5 recht von vorn SW in die Segel.
(ileich nach Auftreten der Flutwelle fühlte man ein leichtes Seebeben von 2sek Dauer.
Das Barometer fiel von 760.1 auf 758.7 mm (reduz. auf 0° C.) und stieg bald darauf
wieder auf 760.9 mm, desgleichen fiel das Thermometer um 2 Grad. Die Lufttemperatur
war um 4h V. 9.9° C.. um 8h 9.5° C.-
4. Segler »Pindos«, Kapt. F. Wolter, von Iquique nach Antwerpen
bestimmt, am 6. Februar 1900 mittags in 0.7° S-Br., 24.8° W-Lg.:
»121,,h drei starke Seebeben in kurzen Intervallen. Jeder Stoß dauerte wohl
4 bis 5 Sekunden, das Schiff zitterte, als wenn es auf Steingrund aufliefe, Der Wind
war zur Zeit SO 3. der Luftdruck 760 mm, die Lufttemperatur 27.7° C.«
5. Segler »Herzogin Sophie Charlotte«, Kapt. G. Warneke, von Kobe
nach Portland Or. bestimmt, am 6. November 1900 nachmittags in 33° 28’ N-Br.,
139° 23’ O-Lg.:
»Um Gb 45min N, spürten ein Seebeben, ein Vibrieren im Schiff, als wenn es über
steinigen Boden führe. Dies dauerte etwa 10 bis 20 Sekunden. Der Wind war zur Zeit
NW 3: der Luftdruck um 88h N. 764 mm, die Lufttemperatur 22.8° 0.«
6. Segler »Pestalozzi«, Kapt. H. Horn, von Antofagasta nach Hamburg
bestimmt, am 15. Oktober 1902 um 2% N. in 411° S-Br., 87° W-Lg.:
„Gegen 2h vernahmen wir ein eigentümliches Geräusch im Hinterschiff, gerade als
ob das Schiff über einen harten Gegenstand segelte. Der Wind war zur Zeit W 5; der
Luftdruck um Mittag 764 mm, die Lufttemperatur 12.9° C.«
7. Segler »Artemis«, Kapt. O. Schmidt, von Santa Rosalia nach
Royal Roads bestimmt, am 23. Oktober 1902 um 8% abends in 43° N-Br.,
128° W-Le.: