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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Witting, R. J.: Der Bottnische Meerbusen. 
4923 
wurden. Struves Analysen und Edlunds Dichtigkeitsbestimmungen nach den 
Knudsenschen Tabellen umgerechnet, ergeben folgende Tabellen, 
Die Analysen von Struve. 
Neugerechn. SO ; 
Drt 
Messkär bei Uleäborg . ... 
Isokraseli bei Brahestad . . . 
S von Wasa, W von Gäshällan . 
S von Kristinestad, W_ von Sideby 
31/, Meilen W1/,S von Enskär . 
775 
3.78 
5.82 
: 5.88 
6.31 
Die Bestimmungen von Edlund, 
N-Br, 
65° 297 
64° 17 
63° 19 
62° 30° 
61° 117 
BO©° 5377 
Ort 
O-Lg. 
23° 10 
21° 31’ 
20° 
18° 14’ 
17° 35 
17° 46 
Neugerechn, S %0 
a7 
4 
9 
4? 
4,5 
49 
Die Oberflächenkarte Juli—August 1862 (Tafel 31) ist nach diesen Zahlen 
schematisiert entworfen. Auf dieser Karte ist der Unterschied im Salzgehalte der 
schwedischen und der finnischen Gewässer noch größer als auf den früher angeführten 
Karten. Das 6% ige Wasser erstreckt sich weit in die Bottnische See hinein, das 
5% ige und das 4°/, ige Wasser erstrecken sich weit in die Bottnische Wiek und das 
Anschließen der Strömungen an das rechte Ufer tritt noch deutlicher hervor, Der 
Salzgehalt der auswärtsgehenden Strömung ist nicht sehr verschieden von dem, 
der im Jahre 1877 und in den Jahren 1899 bis 1905 beobachtet worden ist, jedoch 
wohl ein wenig niedriger; der Salzgehalt der einwärtsgehenden Oberflächen- 
strömung ist dagegen entschieden höher. 
Hieraus folgern wir, daß im Jahre 1862 in allen einwärtsgehenden 
Schichten größere Salzgehalte herrschten und daß also das Abnehmen im 
Salzgehalte schon damals begonnen hat. 
Das oben Angeführte berechtigt uns völlig, den Bottnischen Busen als ein 
von der eigentlichen Ostsee abgesondertes hydrographisches Zusammengehöriges 
zu betrachten. Das Älandsmeer, oder vielmehr sein südliches Becken — da das 
nördliche in hydrographischer Hinsicht der Bottnischen See sehr nahe steht — 
und das Schärenmeer bilden ein abgrenzendes Übergangsgebiet. Innerhalb des 
Bottnischen Busens können wieder die Bottnische See: und die Bottnische Wiek 
als zwei verschiedene Einheiten gelten. 
Beiträge zur Theorie der Meeresströmungen. 
Von Y. Walfrid Ekman, Kristiania. 
Beim Studium der Meeresströmungen hat der Theoretiker, um das in sich 
selbst äußerst komplizierte Problem möglichst zu vereinfachen, sehr oft eine 
oder mehrere mitwirkende Bewegungsursachen vernachlässigt. In gewissen 
Fällen ist dies wohl auch‘ infolge vorgefaßter Meinung von der relativen Be- 
deutung der verschiedenen Bewegungsursachen geschehen, Ein solches Verfahren 
wird aber leicht zu ganz falschen Resultaten führen — sei es, daß Wind, 
Dichtigkeitsunterschiede im Wasser, Erdrotation oder innere Reibung in der 
Rechnung fortgelassen wird.
	        
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