Witting, R. J.: Der Bottnische Meerbusen.
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wurden. Struves Analysen und Edlunds Dichtigkeitsbestimmungen nach den
Knudsenschen Tabellen umgerechnet, ergeben folgende Tabellen,
Die Analysen von Struve.
Neugerechn. SO ;
Drt
Messkär bei Uleäborg . ...
Isokraseli bei Brahestad . . .
S von Wasa, W von Gäshällan .
S von Kristinestad, W_ von Sideby
31/, Meilen W1/,S von Enskär .
775
3.78
5.82
: 5.88
6.31
Die Bestimmungen von Edlund,
N-Br,
65° 297
64° 17
63° 19
62° 30°
61° 117
BO©° 5377
Ort
O-Lg.
23° 10
21° 31’
20°
18° 14’
17° 35
17° 46
Neugerechn, S %0
a7
4
9
4?
4,5
49
Die Oberflächenkarte Juli—August 1862 (Tafel 31) ist nach diesen Zahlen
schematisiert entworfen. Auf dieser Karte ist der Unterschied im Salzgehalte der
schwedischen und der finnischen Gewässer noch größer als auf den früher angeführten
Karten. Das 6% ige Wasser erstreckt sich weit in die Bottnische See hinein, das
5% ige und das 4°/, ige Wasser erstrecken sich weit in die Bottnische Wiek und das
Anschließen der Strömungen an das rechte Ufer tritt noch deutlicher hervor, Der
Salzgehalt der auswärtsgehenden Strömung ist nicht sehr verschieden von dem,
der im Jahre 1877 und in den Jahren 1899 bis 1905 beobachtet worden ist, jedoch
wohl ein wenig niedriger; der Salzgehalt der einwärtsgehenden Oberflächen-
strömung ist dagegen entschieden höher.
Hieraus folgern wir, daß im Jahre 1862 in allen einwärtsgehenden
Schichten größere Salzgehalte herrschten und daß also das Abnehmen im
Salzgehalte schon damals begonnen hat.
Das oben Angeführte berechtigt uns völlig, den Bottnischen Busen als ein
von der eigentlichen Ostsee abgesondertes hydrographisches Zusammengehöriges
zu betrachten. Das Älandsmeer, oder vielmehr sein südliches Becken — da das
nördliche in hydrographischer Hinsicht der Bottnischen See sehr nahe steht —
und das Schärenmeer bilden ein abgrenzendes Übergangsgebiet. Innerhalb des
Bottnischen Busens können wieder die Bottnische See: und die Bottnische Wiek
als zwei verschiedene Einheiten gelten.
Beiträge zur Theorie der Meeresströmungen.
Von Y. Walfrid Ekman, Kristiania.
Beim Studium der Meeresströmungen hat der Theoretiker, um das in sich
selbst äußerst komplizierte Problem möglichst zu vereinfachen, sehr oft eine
oder mehrere mitwirkende Bewegungsursachen vernachlässigt. In gewissen
Fällen ist dies wohl auch‘ infolge vorgefaßter Meinung von der relativen Be-
deutung der verschiedenen Bewegungsursachen geschehen, Ein solches Verfahren
wird aber leicht zu ganz falschen Resultaten führen — sei es, daß Wind,
Dichtigkeitsunterschiede im Wasser, Erdrotation oder innere Reibung in der
Rechnung fortgelassen wird.