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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1906.
Wir müssen uns eine Wechselwirkung zwischen den Maxima und Minima
der Oberflächenschichten und denen der Tiefenschichten denken, so daß ein
Maximum oder ein Minimum in der Strömung auswärts dazu beiträgt, respektive
Maximum und Minimum in der Strömung einwärts hervorzurufen und umgekehrt.
Diese Tatsachen gestatten, wie oben erwähnt ist, einen Überschlag über
die Geschwindigkeit der Wasserversetzung. Eine Steigerung des Salzgehaltes
in den Tiefenschichten des Älandsmeeres zeigt sich im folgenden Jahre oder
früher im Bottnischen Meerbusen, zuweilen jedoch erst nach zwei Jahren in der
Bottnischen Wiek. Eine Aussüßung in der Bottnischen Wiek zeigt sich im
folgenden Jahre in der Bottnischen See und im Älandsmeere. Die hieraus ab-
geleiteten Geschwindigkeiten sind, wie wir schon erwähnt haben, von derselben
Größenordnung wie die früher auf eine andere Art erhaltenen Werte, vielleicht
etwas kleiner. Auch ergibt sich hieraus für die Oberfläche eine etwas größere
Versetzungsgeschwindigkeit.
Wir wollen die Salzgehaltswerte in den Jahren 1899 bis 1905 mit denen im
Jahre 1877 vergleichen. Um diesen Vergleich zu ermöglichen, müssen wir zu
den Salzgehaltsmitteln der Jahre 1899 bis 1905 die in der letzten Kolumne
enthaltene Korrektion fügen. Von den so erhaltenen ausgeglichenen Zahlen
unterscheiden sich die rohen Augustwerte nur wenig. Die größten Abweichungen
sind Bruchteile der Differenzen zwischen diesen ausgeglichenen Zahlen und den
direkten Beobachtungsresultaten für das Jahr 1877,
Die Salzgehaltswerte für die Tiefenschichten sind im Jahre 1877 alle
bedeutend größer als später. Die Salzgehaltsdifferenzen nehmen von Norden
gegen Süden allmählich zu. So verhält es sich auch in den Randgebieten, für
welche hier keine Ziffern mitgeteilt werden. Nur in den Teilen der Rand-
gebiete, wo die ganze Wassersäule infolge der geringen Tiefe die Eigenschaften
der Oberfläche hat, ist das Verhältnis ein anderes.
Ein ausgeprägter Unterschied in den Oberflächensalzgehaltswerten tritt
in den Tabellen nicht hervor; so sind z. B. die Salzgehaltswerte für 1902
größer, die für 1904 kleiner als diejenigen für 1877.
Besser als die Tabelle beleuchtet die von S. Stenius und mir neu-
entworfene Oberflächenkarte für Juli 1877 (Tafel 31) die Unterschiede,
Auf großen Gebieten ist nach dieser Karte der Zustand derselbe wie der, welcher
aus den früher angeführten Karten hervorgeht. Die wesentlichen Unterschiede
weisen die Ostsee südlich vom Schärenmeer, der Nördliche Quark und der an
diesen grenzende östliche Teil der Bottnischen Wiek und der westliche Teil der
Bottnischen See auf. In der nördlichen Ostsee, nördlich von Dagö und südlich
vom Schärenmeer, wo jetzt respektive Wasser von 6%) und 5.5% 9 vorkommt,
war im Jahre 1877 Wasser von 7% ,)und 6.5%,9 anzutreffen. Vom Nördlichen
Quark drängt sich Wasser von 5%00, 4% 9 und 3,5%) ziemlich weit in die
Bottnische Wiek, in die Bottnische See drängt sich Wasser von unter 4% 9 bis zur
Mitte der westlichen Küste. Dieses sowie auch der höhere Salzgehalt in den
Tiefenschichten ist eine Folge des größeren Salzgehaltes in der Strömung
einwärts und des geringeren in der Strömung auswärts.
Die Abnahme im Salzgehalte der einwärtsgehenden Strömung, die in
den letzten 6 Jahren hervorgetreten ist, hat also seit 1877 fortdauern
können. Daß sie während der Jahre 1877 bis 1905 so ziemlich kontinuierlich
gewesen ist, zeigen die Analysen, denen Edw. Hjelt!) die von O0. Nordqvist?) im
Jahre 1887 im Schärenmeer und in dem Bottnischen Busen geschöpften Wasser-
proben unterworfen hat, .
Die einzigen früheren Untersuchungen sind die von H. Struve?) und
Er, Edlund,% die zufällig zu derselben Zeit, 1862 Juli—August, unternommen
\ Edv. Hjelt: Le.
3 O0. Nordqvist: le. N
3) H. Struve, } ec. Die in A. F. v. Sass: Über die chemische Konstitution des Ostseewassers,
Pogg. Ann, 129, 413 zitierten Zahlen sind mit dem nach S%/ = 0.030 + 1.8050 C19 4 berechneten
nicht vergleichbar,
4) Er. Edlund, Le.