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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Meldau, H.: Über das neue Modell des Fluidkompasses von Magnaghi. 33

Bereiches der Nadelinduktion ein D erzeugt, dieses durch den Korrektor aufhebt
 und die Restdeviation durch Beobachtung ermittelt. Will man aus den
mit dem Korrektor allein beobachteten Ablenkungen die Störungsglieder
finden, so hat man die oben abgeleitete Formel zugrunde zu legen, indem
man unter a und e die Koeffizienten der erdmagnetischen Horizontalinduktion
im Korrektor versteht. Dabei muß allerdings vorausgesetzt werden, daß man
wenigstens angenähert den Anteil von D an der Gesamtwirkung © + V kennt.
Wendet‘ man dieses Verfahren auf die von Herrn Santi angegebenen
Kurven an, indem man die auf erdmagnetischer Induktion beruhende Wirkung
der Ringe zu 25%, der Gesamtwirkung annimmt,!) so zeigt sich, daß die Rose
des Managhischen Kompasses in Verbindung: mit den zur Kompensation der
Quadrantaldeviation an diesem Kompaß gebrauchten Ringen tatsächlich
oktantale Ablenkungen von nicht zu unterschätzendem Betrage
liefert. Alle Kurven zeigen einen negativen Wert des Koeffizienten H, was
darauf hindeutet, daß der Abstand der Nadeln von der Achse der Rose zu
groß ist.) N
Herr Santi beschäftigt sich dann mit der Frage, wie bei Anderung der
magnetischen Breite die Einstellung der D-Korrektoren zu berichtigen ist, um
die Quadrantaldeviation dauernd auf Null zu halten. Zur Trennung der auf erdmagnetischer
 und der auf Nadelinduktion beruhenden Bestandteile der
kompensatorischen Wirkung schlägt er. den schon 1903 von J. Riceci®) beyangenen
 Weg ein, daß er das magnetische Moment der Rose reduziert und
die mit dem reduzierten System beobachteten Werte des D mit den Werten
vergleicht, die von dem vollen Nadelsystem geliefert werden, Nimmt man an,
daß in den beiden Beobachtungen die Wirkung der erdmagnetischen Induktion
dieselbe ist, die der Nadelinduktion sich proportional dem magnetischen
Moment ändert, so ist es leicht, aus den beobachteten Werten des D die
Einzelwirkungen abzuleiten.
Beim Gebrauche an Bord ist die auf erdmagnetischer Induktion beruhende
 Wirkung des Korrektors dieselbe, wie sie am Lande beobachtet war,
die auf Nadelinduktion beruhende ändert sich umgekehrt dem Werte von AH.
In der erwähnten Arbeit von Ricei wird empfohlen, für jede Ringgröße ein
Diagramm herzustellen, in dem die Entfernung der Korrektoren vom Rosenmittelpunkt
 als Abszisse, das erzeugte D als Ordinate aufgetragen wird, Letzteres
ist eine Funktion jener Entfernung, in welcher Funktion das Produkt AH als Parameter
 auftritt. Zieht man in dem Diagramm die Kurven, die gegebenen Werten
dieses Parameters entsprechen, so läßt sich aus dem Diagramm leicht die Entfernung
 entnehmen, die den Korrektoren in jeder magnetischen Breite zu
geben ist. Herr Santi wählt ein etwas einfacheres Verfahren, Nach seinen
Beobachtungen schwankt der Anteil der erdmagnetischen Wirkung zwischen
20%, und 30%. Indem er ihn im Mittel zu 25°, annimmt, gewinnt er die
Grundlage für die Aufstellung einer Tabelle, aus der man für die versehiedenen
 Ringgrößen und Entfernungen vom Rosenmittelpunkte zu gegebenen
Werten von ÄH die ausgeübte Gesamtwirkung entnehmen kann.
Die Frage, ob die stetige Nachstellung der D-Korrektoren bei Veränderung
 der Breite für den praktischen Kompaßdienst an Bord empfehlenswert
 ist, kann nur durch die Erfahrungen dieses Dienstes selbst entschieden
werden. Im allgemeinen‘ zeigt die geschichtliche Entwicklung, daß alle
Versuche, die Deviationen durch. fortwährende Änderungen der Kompensation
auf Null zu halten, als verfehlt zu betrachten, sind. Eine ‚vollkommene
Kompensation hat. sich als unmöglich herausgestellt, die mechanische

Siehe weiter unten.
2) Die bei Mitwirkung der Nadelinduktion für Rosen mit mehr als zwei Nadeln anzuwendenden
 Nadelanordnungen bedürfen noch genauerer Feststellung. Für Zweinadelrosen habe
ich in einer großen Reihe von Beispielen gefunden, daß die bekannte Nadelanordnung mit den
Polen im Winkelabstande von 30° von der Rosenachse auch bei Anwesenheit von Nadelinduktion
exakt H =— 0 gibt. Bei größerem Nadelabstand erhält man negative, bei geringerem positive Werte
des H (vgl. »Ann. d. Hydr. usw.« 1904, S. 161). .
15 Riv. Maritt. 1903, 3. S. 8. Das Verfahren ist zuerst von A. Gareis angewandt,
Ann. d. Hydr. usw, 1906, Heft I,
            
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