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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

118 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1906,

Das heißt, das von der Bottnischen Wiek durch den Nördlichen Quark abfließende
Wasser beträgt in runder Zahl fünfmal die Süßwasserzufuhr der Wiek, das durch
den Nördlichen Quark einkommende Wasser viermal die Süßwasserzufuhr. Durch
den Nördlichen Quark’ strömt also jährlich */„, der durch diese Meeresenge abfließenden
 Wassermenge ein.
Die Geschwindigkeit des Wassertransports. Die Geschwindigkeit, mit welcher
die einzelnen Wasserteilchen in ihren unregelmäßigen Bahnen einwärts und
auswärts getrieben werden, ist die Geschwindigkeit des Wassertransports.
Versuchen wir, diese Geschwindigkeit aus der Lage verschiedener Wasserschichten
 zu verschiedenen Zeiten herzuleiten, so begegnen wir der Schwierigkeit,
die Wirkung des Mischungsphänomens und anderer Faktoren zu schätzen, welche
das relative Gleichgewicht der Wasserverteilung bestimmen. Die Diskussion ist
also immer mehr oder weniger schätzungsweise.
Versuchen wir jedoch eine solche Diskussion für die 4%) Schichte der
Bottnischen Wiek, für die infolge der Lage der Schichten und der Periode im Salzgehalt
 ein Resultat am leichtesten erreicht wird, so erhalten wir Werte von etwa
0.5—2ecm/sek., wenn der Mischung eine Wirkung von der Größenordnung des Wassertransports
 zugeschrieben wird. (Eine Diskussion der Temperaturverteilung in
den Tiefenschichten gibt als Resultat Zahlen von ungefähr gleicher Größe.)
Mit Hilfe einer anderen Verfahrungsweise, die mit der früheren nichts
yemeinsam hat, erhalten wir ungefähr dieselben Resultate: Nach den Uberschlagsrechnungen
 beläuft sich das durch das Älandsmeer jährlich abgehende
Wasser auf etwa 1250 ckm. Die Mündung des Bottnischen Busens in der Nähe von
der Station F 64 mißt knapp 40 km Breite, Die Mächtigkeit der ausströmenden
Wasserschicht kann zu 30 m geschätzt werden. Das Areal des quer über das
Älandsmeer abfließenden Wassers wäre also an dieser Stelle in runder Zahl
1!/, qkm. Eine 1000 m lange Wassersäule von diesem Durchschnitte entspräche
also der jährlich abfließenden Wassermenge. Denken wir uns das Ausströmen
durch die Mündung als kontinuierlich, so erhalten wir für die Geschwindigkeit
den Wert na gi was knapp 3 km/Tag oder 3 cm/sek. ausmacht.
Dieselbe Rechnung kann für die verschiedenen Quartale gemacht werden.
Wir sehen die Mittelzahl der in den zwei, das Quartal begrenzenden Terminfahrten
 beobachteten Mächtigkeit des ausströmenden Wassers als die für das
Quartal geltende Mächtigkeit an, Dann erhalten wir die ungefähren Werte 35,
35, 25 und 25 m, und mittels dieser Zahlen für die Geschwindigkeit des auswärtsgehenden
 Stromes in den verschiedenen Quartalen (in der früher erwähnten
Reihenfolge) die Werte 1, 3, 5 und 4 cm/sek.
Wir dürfen dem Wassertransporte Geschwindigkeiten von dieser Größe
zuschreiben, dem Transport an den engeren Passagen eine etwas größere, dem
an den weiteren Passagen eine geringere Geschwindigkeit und dem auswärtsströmenden
 Wasser größere Geschwindigkeit als dem einwärtsströmenden.
Für den Transport eines einströmenden Wasserteilchens vom Älandsmeere
dder vom Schärenmeer über die ganze Bottnische See wäre eine Zeit von !/, bis
1 Jahre nötig, für den weiteren Transport vom Nördlichen Quark bis zu dem
nördlichsten Teil der Bottnischen Wiek wäre ein Vierteljahr erforderlich.
Die Resultate der Analysen der im Meerwasser enthaltenen Luft sind mit
dem oben angeführten vereinbar, Obwohl die Stickstoffanalysen uns wegen der
starken Mischung nicht entscheiden lassen, ob die Wasserschichten an der Oberfläche
 zuletzt einer Erwärmung oder einer Abkühlung unterworfen gewesen
sind, und uns noch weniger auf die Temperatur schließen lassen, welche diese
Schichten an der Oberfläche besaßen (nach dem jetzt angewandten Verfahren können
Absorptionstemperaturen erhalten werden, die ganze 2° niedriger als die möglichst
niedrigen sind), so widersprechen diese Analysen doch nicht dem oben angeführten.
 Aus den Sauerstoffanalysen läßt sich eine Bestätigung dafür ableiten,
daß die Bewegungen in der Bottnischen See und in der Bottnischen Wiek mit
ungefähr gleicher Geschwindigkeit vor sich gehen. Das in den Bottnischen
Meerbusen einströmende Wasser besitzt hohe Sauerstoffprozente, so wie auch
            
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