Witting. R. J.: Der Bottnische Meerbusen.
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Beachten wir, daß der Niederschlag während eines Teils des Jahres in Form
von Schnee auftritt, daß. die Verdunstung während verschiedener Jahreszeiten
verschiedene Beträge erreicht und daß eine Zeit für das Abrinnen zu ver-
anschlagen ist, so müssen diese Mittelzahlen etwas modifiziert werden, damit
durch sie der wahre Gang der Süßwasserzufuhr dargestellt werde, Den Wasser-
stand einiger schwedischen und finnischen Flüsse beachtend, habe ich diese
neuen Werte zu 2:3:8:7 geschätzt.
Die Veränderungen der Wassermenge des Bottnischen Meerbusens in den
Quartalen zwischen den Terminfahrten habe ich zu berechnen versucht. Dabei habe
ich durch die Wasserstandsmessungen bei Rönnskär!) im Nördlichen Quark in den
Jahren 1896 bis 1900 und bei Ratan®) in der Bottnischen Wiek von 1898 bis 1900,
die Verhältnisse der Bottnischen Wiek, durch die Messungen bei Lökö!) in den
Jahren 1896 bis 1900 und bei Draghällan®) in den Jahren 1892 bis 1900 die der
Bottnischen See bildlich darstellen lassen; Eine Reduktion auf demselben Zeit-
abschnitt hat die hier erforderliche Genauigkeit nicht bedingt.
Monatsmittel sind verwendet worden, und zwar so, daß die Mittelzahl der
Januar- und Februarwerte den Wasserstand im Anfang Februar angibt, die
Mittelzahl der April- und Maiwerte, den Wasserstand im Anfang Mai angibt usw.
Eine Multiplikation dieser Zahlen, auf die mittleren Niveaus bezogen, mit den
früher angeführten Werten für das Areal der Bottnischen Wiek und das der
Bottnischen See gibt für die Bottnische Wiek
+01, —5öl1, +14, +3.1 ckm
und für die Bottnische See .
+16, —93, +18, +52 ckm
als Werte für die Wassermengen über oder unter dem Mittelniveau der Bott-
nischen Meere im Anfang der Monate Februar, Mai, August und November.
Die Wärmeausdehnung hat auf diese Zahlen eine sehr geringe Einwirkung.
Dies wird ersichtlich, wenn wir die Wassermenge der Seen auf dieselbe Temperatur,
z. B. 0°, zu reduzieren versuchen. Ein Überschlag, auf die Verhältnisse in den
Monaten August und November 1903, Mai 1904 und den wahrscheinlichen
Februarverhältnissen fußend, ergibt für die Bottnische Wiek zu den verschiedenen
Terminen Februar, Mai usw. eine Mitteltemperatur von */,°, 1°, 41° und 51°,
für die Bottnische See eine Mitteltemperatur von 1°, 11°, 41° und 51/,°. *
. Wenn wir annehmen, daß die Bottnische .Wiek Wasser vom Salzgehalte
3.5%o, die Bottnische See 5.5°%, Wasser enthält, so finden wir die Korrektionen
+00, 02 192 —+0.1 für die Bottnische Wiek,
+02, 0.3, 0.2, -+0.1 für die Bottnische See.
Die ganze Abweichung der Wassermenge des Bottnischen Busens zu den
vier Terminen vom Mittelwerte wird also
+19, +14.0, +35 und +8.5 ckm
und die Veränderung in der Wassermenge in den Quartalen November— Januar usw,
—7, —16, +18 und +5ckm.,
Wird die jährlich zugeführte Süßwassermenge 160 ckm im Verhältnis
2:3:8:7 auf die Quartale verteilt, so erhalten wir
16, 24, 65 und 56 ckm.
Die Wassermenge, die in den betrachteten Quartalen abgeht, beträgt also
. 23, 40, 47 und 51ckm,
Zahlen, die zueinander im Verhältnis 4:7:8:9 stehen.
Die Größe der transportierten Wassermengen. M. Knudsen®) hat ein Ver-
fahren angegeben, mit dessen Hilfe approximative Überschlagsrechnungen für
die durch einen Querschnitt auswärts und einwärts transportierten Wassermengen
erlangt werden können. Eine Verallygemeinerung des Satzes kann gemacht werden.
l) E. Biese: Mänadtliga medelhöjden af hafsytan vid Finlands Kuster ären 1888—1900 ete.
Finska Vet. Soc. Förh. 1902,
2) P. G. Rosen: On hafsytans höjdförhällanden vid nägra punkter af Sveriges Kuster under
tiden 1887—1900. Sv. Hydr. Biol. Kommis, skrifter I. Göteborg 1903.
3 M. Knudsen, Ein hydrographischer Lehrsatz, »Ann. d. Hydr; usw.« 1900, 8. 316£f.