XVII. Nach dem Bericht des Kommandos S. M.S. »Planet« über die Fahrt von Durban nach Tamatave. 413
Sehr umfangreiches Planktonmaterial wurde mit dem Helgoländer Brutnetz
gewonnen, Am 23. Mai 1906 wurden solche Brutnetzfänge am Tage, in der
Abenddämmerung, während der Nacht und in der Morgendäiämmerung des 24,
gemacht, um Tagesschwankungen festzustellen, .
Im Hafen von Durban wurden mit einer selbstgefertigten Drahtreuse eine
Menge Grundtiere gefangen; außerdem am Bluff bei Ebbe mannigfaltiges Material
erbeutet. Am 26. Mai 1906 ward ein größerer Hai gefangen, dessen Kopf und
Mageninhalt konserviert wurde,
Impfungen von Meerwasser in Nährlösungen und auf Nährböden fanden
am 16. und 23. Mai 1906 statt. Zu Stickstoffuntersuchungen ward an denselben
Tagen Wasser konserviert, außerdem aus 400 und 800 m: Tiefe am 26. Mai 1906,
Von sämtlichen Grundproben sind mikroskopische Präparate angefertigt
worden,
5. Stereophotogrammetrie.
Auf der Fahrt von Durban nach Tamatave sind bei sich bietender
Gelegenheit Wellenaufnahmen gemacht worden, Das Wetter war, wenn einiger-
maßen hohe See vorhanden war, stets trübe, Die Negative waren genügend
scharf, jedoch recht dünn, eine Folge der ungünstigen Beleuchtung, wahr-
scheinlich auch noch zu geringer Übung im Entwickeln. Ein längeres Expositions-
moment als das durchschnittlich eingestellt gewesene, einer Schlitzöffnung von
2 cm entsprechend, konnte nicht genommen werden, da sonst, bei den heftigen
Bewegungen des Schiffes, kein scharfes Negativ erzielt worden wäre.
Die bisher gewonnenen Erfahrungen zeigen, daß für ein so kleines beweg-
liches Schiff, wie »Planet« es ist, die Grenze der Aufnahmemöglichkeit ungefähr
bei Seegang 5 und Windstärke 6 bis 7 liegen. Wird diese Grenze überschritten,
so ist kein gutes, ausmeßbares Plattenbild mehr zu erreichen. So wäre, auch
wenn die Apparate in Ordnung gewesen wären,!) an dem einen Tage auf dem
Vorstoß nach. Süden, der für Aufnahme besonders hoher Wellen in Frage kam,
ein ausmeßbares Plattenpaar nicht erzielt worden. Bei den starken und schnell
aufeinander folgenden Schiffsbewegungen hätte das kürzeste Expositionsmoment
genommen werden müssen. Dieses hätte in einem durchaus ungünstigen Ver-
hältnis zur vorhandenen Beleuchtung gestanden.
Bei der zum Photographieren günstigsten Lage des Schiffes zur See (See
von. vorn) wären die an sich schon .exponiert aufgestellten Apparate starken
Spritzern ausgesetzt gewesen, so daß folgenschwere Beschädigungen .der empfind-
lichen Außen- und Innenteile hätten befürchtet werden müssen. ;. .
‚Ein genaues Justieren der Apparate zueinander und ein Verbleiben der-
selben im justierten Zustande wäre ausgeschlossen gewesen.
XVII Nach dem Bericht des Konmandos S. M. S. »Planet« vom 8. Juni 1906 über
die Fahrt von Tamatave nach Port Louis vom 2. bis 8. Juni 1906. -
1. Allgemeines.
Der Reiseweg wurde bestimmt durch die Anlotung der Ostküste Madagaskars
das Anlaufen von St, Marie zwecks Abholens der Post.
Drachenaufstiege mußten zurücktreten aus Zeitmangel und wegen der
Nähe des Landes. ”
2. Ozeanographie.
; Neben Fortsetzung der regelmäßigen Beobachtungen der Meeresoberfläche
wurde die Anlotung der Ostküste Madagaskars bis nördlich St. Marie vervoll-
ständigt. Außer den in einem im nächsten Hefte dieser Zeitschrift folgenden
Berichte von Dr. Brennecke angeführten Lotungen sind noch folgende Lotungs-
ergebnisse zu verzeichnen:
sowie
1) Die elektrische Verschlußauslösung der Phototheodolite hatte unter klimatischen Einflüssen
yelitten und arbeitete nicht einwandfrei. so daß eine Reparatur. erforderlich ‚wurde.