412 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1906.
entfernt, auf SW umzubiegen, in dieser Richtung, allmählich schwächer werdend
(etwa 0,8 Sm). Direkt unter Land, in einer Entfernung von 5 Sm, erreichte er
eine Geschwindigkeit von 3 Sm.
XVII. Nach dem Bericht des Kommandos S. M. S. »Planet« vom 30. Mai 1906 über
die Fahrt von Durban nach Tamatave vom 14. bis 30, Mai 1906,
1. Allgemeines,
Die Lotungen des letzten Seetörns hatten die Niveauverhältnisse auf der
Linie Durban — rw, S aufgeklärt. Die Strecke Durban — rw. O ist durch Kabel-
lotungen bekannt. Es schien zweckmäßig, diagonal zu beiden Richtungen nach
SO zu dampfen. Auf dieser Linie, in 36° 40’ S-Br. und 41° 20’ O-Lg., lag die
vermutete Untiefe Slot van Capelle, deren Vorhandensein eventuell festzustellen
von Wichtigkeit war, Der Weg von hier nach der Ostküste von Madagaskar hinauf
führte durch noch unbekanntes Gebiet.
Für Drachenaufstiege im Hochdruckgebiet südlich 30° Breite war dieser
Reiseweg gleichfalls günstig. Um freilich die atmosphärischen Verhältnisse im
Übergangsgebiet zum Südostpassat unbeeinflußt von der Landmasse Madagaskars
zu erkunden, dazu hätte es eines noch weit größeren Bogens nach Osten bedurft.
Rücksichten auf Zeit und Kohlenvorrat sowie die beabsichtigte Erforschung der
Böschungsverhältnisse der Ostküste von Madagaskar zwangen, hiervon Abstand
zu nehmen.
Zu Ballonaufstiegen fand sich, wie zu erwarten, in diesem unruhigen
Gebiet keine Gelegenheit.
Tamatave (60 Sm südlich St, Marie) ist angelaufen worden, um Kohlen zu
nehmen — in St. Marie nach Erkundigungen in Durban nicht erhältlich — und
um Post von Bord zu geben.
2. Ozeanographie.,
Die regelmäßigen Ober-
flächenbeobachtungen wurden fort-
gesetzt. Neben drei Serienbeob-
achtungen wurden von Durban
bis Süd-Madagaskar 19 Lotungen
ausgeführt, über deren Ergebnisse
die nebenstehende Wegekarte und
ein im nächsten Hefte dieser Zeit-
schrift folgender zusammenfassen-
der Bericht von Dr. Brennecke
Auskunft gibt.
Nach Beendigung dieser
Lotungen ist die Erforschung des
Abfalls der Ostküste Madagaskars
gegen die Tiefsee in Angriff ge-
nommen,
3. Drachenaufstiege.
In Durban wurde das nachgesandte Wasserstoffgas an Bord genommen.
Der im letzten Bericht erwähnte Abwurfhaken wurde beschafft, hat jedoch
noch nicht erprobt werden können, da sich keine Gelegenheit zum Ballonaufstieg
bot. Dagegen sind drei Drachenaufstiege über 3000 m, einer davon über 5000 m,
zwischen 36° und 30° S-Br. gelungen, so daß die Atmosphäre bis zu dieser Höhe
in dem südlichen Gebiet hohen Luftdruckes genügend genau erforscht ist,
4. Biologie und Bakteriologie.
Planktonstufenfänge wurden an 11 Tagen ausgeführt. Beim Anloten von
Madagaskar wurden außerdem Reihen von Oberflächenfängen vorgenommen.