XVI. Anlage zum Reisebericht S. M. S. »Planet« über die Fahrt von Kapstadt nach Durban usw. 411
lieren. Um dafür Erfahrungen mit dem nachgelieferten Material zu gewinnen,
erscheint es geboten, einen oder zwei Aufstiege zu veranstalten.
4. Biologie und Bakteriologie, ;
Planktonstufenfänge fanden statt am 14., 17., 18., 19., 20., 28., 29. April,
3, und 4. Mai 1906. Außerdem wurden mehrere Male Oberflächenfänge gemacht.
Lebendbeobachtungen des Planktons waren erst vom 28. April ab wieder mög-
lich, da das Schiff vorher zu stark arbeitete.
Am 17. April, 25. April und 1. Mai wurde das Meerwasser der Oberfläche,
am letzten Tage auch Wasser vom Grund, auf Bakteriengehalt untersucht, mittels
Plattenverfahrens und durch Impfen in Nährlösungen,
Zu Stickstoffuntersuchungen wurden allwöchentlich Oberflächenwasser-
proben konserviert,
XVI. Anlage zum Reisebericht S. M. S. »Planet« über die Fahrt von Kapstadt nach
Durban (Vorstoß nach dem Süden).
Meteorologische und ozeanographische Notizen.
(Die Windrichtungen sind sämtlich rw. angegeben.)
In bezug auf die meteorologischen und ozeanographischen Verhältnisse ver-
lief der Reiseabschnitt » Vorstoß nach dem Süden«, der in ziemlich gerader Richtung
bis zu 51° S-Br. und 30.5°.0-Lg., dann hinüber zu den Prinz Edward-Inseln und
mit leichtem Bogen nach W zurück zur afrikanischen Küste nach Durban führte,
in folgender Weise:
Von Kapstadt bis 36° S-Br. herrschten vorwiegend leichte rw. südliche Winde.
Von 36° bis 38° S-Br. drehte der Wind bei fallendem Barometer nach W,
wurde stürmisch und ging auf 38° bis 41° S-Br., bei stetig steigendem Barometer,
allmählich schwächer werdend, auf S zurück.
In dieser Region lag ein ausgeprägtes Mischgebiet der kalten Westströmung
und des warmen Agulhas-Stromes. Temperatursprünge bis zu 6° wurden in
einem Zeitraum von einer Stunde konstatiert. Ferner wurden in den Grenzen
dieser Breitengrade starke Stromversetzungen nach NO (45 Sm pro Etmal) fest-
gestellt, während nördlich und südlich dieser Zone östliche Stromversetzung
vorherrschend war. ;
Von 41° bis 46° S-Br. wurde der Wind nach dem Höchststand des Baro-
meters (770 mm) westlich bei mäßiger Stärke. Das Barometer fällt langsam
auf 750 mm. :
Von 47° S-Br. beginnt ein ständiges Fallen des Barometers mit lebhaften
kleinen Schwankungen. Es erreicht auf 50° Breite mit 729 mm seinen tiefsten Stand,
Während dieser Zeit wehten westliche Winde, die um die Zeit des tiefsten Barometer-
standes in den Böen Stärke 10 erreichten. Das Schiff hatte sich offenbar stark
dem Zentrum der Zyklone genähert, es wurde deshalb für 11 Stunden beigedreht.
Während des Beiliegens fiel das Barometer zunächst noch, um dann langsam
and gleichmäßig zu steigen. Die Nordostkursrichtung, die eingeschlagen wurde,
begünstigte das Steigen noch mehr. Der Wind drehte langsam nach links, auf
S, gleichzeitig an Stärke abnehmend, .
Auf 43° S-Br. hatte das Barometer 770 mm erreicht, der Wind ging langsam
auf W zurück, Von hier ab machte sich der Einfluß des östlich von Südafrika
gelegenen. Hochdruckgebietes bemerkbar, indem der Wind bei zunächst etwas
fallendem Barometer, abflauend, links herum, nach NO und N drehte.
Bis zum 81. Breitengrade hinauf blieb der Wind in seiner Hauptrichtung
N beständig (3 bis 4), in den niedrigen Breiten zeitweise abflauend, bei sich
wenig änderndem hohen Barometerstand (765 mm). ;
Auf 40° S-Br. und 32° O-Lg. ging der Oststrom in starken Nordoststrom
über, also die gleiche Beobachtung, wie sie schon auf 20° O-Lg. gemacht war.
Dieser Strom nahm, auffallend plötzlich, nur wenig weiter nördlich südöstliche
Richtung an (größtes Etmal 40 Sm), um dann, ungefähr 250 Sm von der Küste