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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1906, 
Am 25. April in 47.1° S-Br. und 35.7° O-Lg. von 10% bis 12h V, Drache ist 
nur bis etwa 500 m hochzubringen, dann zeigt sich ähnliche Erscheinung wie 
am 18. Wind unten sehr böig. In beiden Fällen wird der Aufstieg ohne Havarie 
zu Ende geführt. 
Am 27. April in 43.0°S-Br. und 31.1° O-Lg. von 8% 30min V, bis 52 N, Über 
5000 m hoch, 
Am 1. Mai in 37° S-Br. und 32.8° O-Lg. von 8b 12mm V, bis 2h N. Etwa 
2500 m hoch. Beim Einholen schießt Instrumentdrache aus nicht erkennbarem 
Grunde ins Wasser, wird jedoch ohne Drahtverlust geborgen. Ob das Instrument 
gelitten hat, kann erst die Eichung im Hafen zeigen. 
Vom 2. Mai bis 4. Mai wurden mittags, abends nach Sonnenuntergang und 
morgens vor Sonnenaufgang 500 m-Aufstiege gemacht. 
b. Pilotballons. 
Ein Versuch am 19. April mit einem mittelgroßen Ballon mißlang, da der 
Ballon zu wenig aufgeblasen war und unten zu starker Wind wehte. Der Ballon 
kam nicht über 10° und verschwand nach etwa 10 Minuten hinter cu-Wolken, 
ehe er die andere Windströmung — die nach dem Drachenaufstieg' am 18. ver- 
mutet werden mußte — erreicht hatte. 
Am 28. April wurde in 40° S-Br. und 31.6° O-Lg. ein gleicher Ballon 
25 Minuten lang verfolgt, dann verschwand er hinter Wolken. Nach diesem 
Versuch erscheint sowohl die zu erreichende Auftriebsgeschwindigkeit als auch 
die Entfernung, auf die die Ballons zu sehen sind, genügend, um Resultate zu 
erzielen. 
ce, Ballon-sonde, 
Das Aussichtkommen des Pilots in etwa 7000 m Höhe ließ den Versuch, 
einen Ballon-sonde-Aufstieg zu machen, an diesem Tage zu gewagt erscheinen. 
Am folgenden Tage, dem 29. April, war völlig klarer Himmel, so daß ein 
Ballon-sonde-Aufstieg beschlossen wurde, Das Ergebnis war negativ. Nach etwa 
50 Minuten wurde das Platzen des einen Ballons beobachtet; bald danach kam 
der andere Ballon mit zunehmendem Abstand vom Schiff aus Sicht. Es wurde 
mit A. K. auf den errechneten Landungspunkt zugefahren und dann die Um- 
gebung dieses Punktes bis zum Dunkelwerden systematisch abgesucht, ohne daß 
der Ballon gefunden wurde, Eine Erklärung des Mißerfolgs kann nur darin ge- 
funden werden, daß das Ballonmaterial von anderer Beschaffenheit — und zwar 
elastischer — ist als das Material war, mit dem die Versuche gemacht wurden, 
die die Grundlage für die Aufstiege gegeben haben. In diesem Fall war der 
eine Ballon sehr viel stärker aufgeblasen als der andere — Verhältnis etwa 
3:2 —, um ein schnelles Platzen dieses Ballons herbeizuführen. Trotzdem er- 
folgte das Platzen erst nach 50 Minuten, d.h. in 15000 bis 18000 m Höhe, 
Derartig hohe Aufstiege haben bei der geringen Geschwindigkeit des 
»Planet« nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn die Ballons oben nur schwachen 
Wind treffen. 
Es muß deshalb, solange die Industrie nicht imstande ist, derartig gleich- 
mäßiges Ballonmaterial zu liefern, daß sich die Steighöhe mit Sicherheit genau 
durch die Stärke der Füllung regeln läßt, eine Einrichtung gefordert werden, 
die es ermöglicht, den einen Ballon in beliebiger, einstellbarer Höhe automatisch 
abzuwerfen. Nur wenn diese Vorbedingung erfüllt ist, nur wenn jedesmal 
unmittelbar vor dem Aufstieg die Windverhältnisse durch Emporschicken eines 
Pilotballons (1 m Durchmesser) ausgekundschaftet werden und nur, wenn niemals 
außer bei Vorhandensein allergünstigster Wind- und Wetterverhältnisse — und 
diese sind äußerst selten bei einem Schiff, das nicht auf sie warten kann, sondern 
weiter muß — der Aufstieg gewagt wird, nur dann kann für weitere Fälle be- 
fürwortet werden, einem Schiff Ballonausrüstung mitzugeben. 
Es wird versucht werden, die oben erwähnte automatische Abwerfvor- 
richtung mit Bordmitteln, eventuell unter Heranziehung eines Elektrotechnikers, 
in Durban herzustellen. Aber auch wenn dies gelingen sollte, ist es außer dieser 
Vorrichtung durchaus notwendig, die Platzhöhe durch den Füllungsgrad zu regu-
	        
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