408 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1906.
lichen Nordsee, das andere über Irland. Während ersteres verschwindet, liegt
das letztere am nächsten Tage über Schottland, während eine neue Depression
über dem Norwegischen Meere und eine weitere neue über dem Mittelmeere liegt,
Die südöstliche hat unter Abnahme von Tiefe ihre Lage wenig verändert. Fast
dieselbe Wetterlage zeigt der 9. An diesem Tage ist das Maximum etwas süd-
östlich verlagert, jedoch am nächsten Tage wieder zurückgegangen, während das
Minimum der südöstlichen Depression nordwärts bis Memel vorgedrungen ist.
Von jetzt an tritt der Typus I wieder rein in Erscheinung. Bis zum 15. zeigt
die Wetterlage keine erhebliche Änderung. Vom 16. an schreitet das Hochdruck-
gebiet unter Einwirkung eines über dem Ozean herannahenden Tiefs in nordöst-
licher Richtung fort, während die südöstliche Depression nach Südosten abzieht,
So entwickelt sich bis zum 18, Typus II. Während dieser ganzen Epoche vom
2. bis 17. ist das Wetter an der deutschen Küste bei vorwiegend nördlichen
Winden wolkig, kühl und, mit Ausnahme des 14, an dem durch Bildung eines
Ausläufers der südöstlichen Depression über der westlichen Ostsee die west-
deutsche Küste stärkere Regenfälle hat, meist trocken.
Am 18. und 19. ist Mitteleuropa von Hochdruck überlagert, während
Depressionen erst in größerer Entfernung im Osten und Westen über Rußland
und dem Ozean liegen. Bei vorwiegend nordöstlichen Winden ist die Temperatur
erheblich gestiegen, das Wetter heiter und trocken. Mit dem Fortschreiten der
ozeanischen Depression nach Osten zieht sich das Hochdruckgebiet nach dem
Südwesten des Kontinents zurück, und die Wetterlage geht in den Typus V
über, der bis Schluß des Monats vorwiegt. Am 20. liegt das Maximum über
der Biskayasee, während im hohen Norden und über Südosteuropa flache
Depressionen lagern. Bei leichten nördlichen Winden ist die Temperatur wieder
gesunken. Am folgenden Tage ist die nördliche Depression bis Finnland fort-
geschritten, während der hohe Druck sich ostwärts bis über Deutschland aus-
gebreitet hat. Bei schwachen westlichen Winden ist das Wetter trübe und etwas
wärmer. Am 22, ist die Wetterlage wenig verändert. Eine am 23. vom Ozean
vordringende Depression bewirkt eine Trennung des Hochdruckgebietes, das
jetzt mit seinem nördlichen Teile über der Nordsee lagert, während eine am 22,
im Norden erschienene Depression über Finnland liegt. Da am folgenden Tage
das nördliche Hochdruckgebiet zurückweicht, während das südliche vordringt
und das über dem Ozean erschienene Tief nordostwärts fortschreitet, kommt am
25. wieder Typus V rein zur Herrschaft, wobei an der deutschen Küste die
Winde zurückdrehen.
Bis zum 28. bleibt das Hochdruckgebiet im Süden des Kontinents, sich
langsam nach Osten verschiebend, während der Norden unter dem Einfluß vor-
überziehender Tiefs steht. Während dieser Tage herrscht an der deutschen
Küste südwestliche Luftströmung vor, die ein Steigen der Temperatur, besonders
an der Ostseeküste, bewirkt. Am Abend des 27, treten zahlreiche Gewitter auf,
die aber trotz stellenweise sehr ergiebiger Regengüsse keine Abkühlung bringen.
Am 28. erscheint über dem Ozean ein neues Hochdruckgebiet, während die nörd-
liche Depression einen Ausläufer über England aufweist, der ostwärts fort-
schreitet. In der Nacht vom 28. auf 29, treten an der ganzen Küste zahlreiche
Gewitter auf, Die Temperatur fällt erheblich. Am Morgen des 29. liegt ein
neuer Ausläufer der nördlichen Depression am Nordeingang des Kanals, während
das Hochdruckgebiet bis England vorgedrungen ist. Auch beim Fortschreiten
dieses Ausläufers nach Osten treten an der Küste am Nachmittag des 29,
schwere Gewitter auf, Am letzten Tage des Monats liegt dieser Ausläufer als
selbständiges Minimum über der südlichen Ostsee, während über dem norwegischen
Meere ein weiteres Tief erscheint. Das Hochdruckgebiet hat sich südwärts
zurückgezogen und zeigt sein Maximum über der Biskayasee, Bei starken west-
lichen Winden ist das Wetter an der deutschen Küste reynerisch und kühl.
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