Meldau, H.: Über das neue Modell des Fluidkompasses von Magnaghi,
50 cm übertrieben groß sein dürfte; ein geringer Betrag der erwähnten Nadel-
induktion würde wenig schaden, da seine Wirkung — bei richtiger Anordnung
des Nadelsystems — eine kleine Quadrantaldeviation vom Typus -|-D ist, die
leicht durch die Quadrantalkorrektoren wieder aufgehoben wird, Eine Ent-
fernung von 35 bis 40 cm zwischen Stange und Rosenmitte dürfte
vollauf genügend sein. .
Bezüglich des vierten Punktes untersucht Herr Santi zu-
nächst den Charakter der durch die Quadrantalringe erzeugten
Ablenkung, Zur Beantwortung der Frage, ob sie frei von oktantalen
Störungen ist, hat er experimentell die Ablenkungskurven der ver-
schiedenen im Gebrauch befindlichen Ringgrößen festgestellt. Als
Beispiel sei eine der für die großen Ringe von 400 g erhaltenen
Kurven herausgegriffen. Sie wird durch die ausgezogene Linie
in der Figur 3 dargestellt, die sich auf den NO-Quadranten bezieht.
Die für NO-Kurs geltende Ablenkung (in dem in der Figur dar-
gestellten Falle 11,5°) stellt das von dem Ringe kompensierte
D=—= 99 dar. Die diesem © entsprechende Deviation berechnet der
Verfasser nach der exakten Formel
D-sin25
lang d = 7 D-00825
und trägt sie in dasselbe Diagramm ein (punktierte Linie). Den
Unterschied der so erhaltenen Deviationen hält der Verfasser für
die oktantale Ablenkung (strichpunktierte Kurve), die die Ringe an
Bord zeigen würden.‘ Dieses Verfahren schließt einen Fehler ein,
der seines theoretischen Interesses wegen hier ausführlicher besprochen
werden möge.‘
Die durch erdmagnetische Horizontalinduktion im Schiffseisen erzeugte
Quadrantaldeviation ist stets von einer Oktantaldeviation begleitet. Aus der
obigen Formel folgt nämlich bis auf Größen der vierten Ordnung
$ — D-sin28+H-sin47
wo D= ®%®, H = 12 Diese Oktantaldeviation ist aber lediglich eine Begleit-
erscheinung des D; sie verschwindet gleichzeitig mit diesem Koeffizienten,
Sie ist wesensverschieden von dem durch falsche Nadelanordnung ent-
stehenden Oktantalfehler, dessen Bestimmung die Absicht des Verfassers war.
Um die Wirkung eines im Bereiche der Nadelinduktion befindlichen
Quadrantalkorrektors analytisch darzustellen, sei der einfacheren Schreibweise
wegen angenommen, daß der Kompaß nur einer Quadrantaldeviation vom
D-Typus unterworfen sei und daß zur Kompensation dieses D ein teils durch
erdmagnetische, teils durch Nadelinduktion wirkender D-Korrektor angebracht
sei. Ohne die Nadelinduktion hat man nach den Poissonschen Gleichungen
in der üblichen Bezeichnungsweise die Kräfte
längsschiffs: H’cos” = (1+a)Hcos$£
querschiffs: — H’sin ’ = —(1+e)Hsinf . 4
Hierin sollen sich die Koeffizienten a und e auf die Wirkung der erd-
magnetischen Längsschiffs- bzw. Querschiffsinduktion von Schiff und
Korrektor beziehen. .
Durch die Nadelinduktion entsteht eine Querschiffskraft,') die als
periodische Funktion des Kompaßkurses ff’ durch die Reihe dargestellt
werden kann .
N= N, ++N, sin 8’ + N,’ cos / + N, sin 28 + N,’ cos 2 + N, sin35 + N, cos35-+....
Da für ’=0 die Querschiffskraft verschwindet, so ist Ny = N, = N =
N = ...= 0 anzunehmen. Ferner kann vorausgesetzt werden, daß die
induzierte Kraft auf O-Kurs ein Maximum erreicht. Es ist
A = N, cos 8’ -42N,cos2f’-+3N,c083f +4... ;
SEN
. 3) Streng gilt dies für lineare D-Korrektoren. Die Berücksichtigung etwa auftretender Längs-
schiffskräfte würde hier keine Schwierigkeit machen, aber die Formeln unnötig belasten.