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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1906.
Die Temperaturverhältnisse sind wesentlich durch die vorangehende Be-
schreibung erklärt: Auf der finnischen Seite frischere Aufwärmung, vielleicht
niedrigeres Maximum und langsameres Abnehmen als auf der schwedischen
Seite, das Maximum in Verhältnis zu dem Maximum der Lufttemperatur vor-
geschoben und dieses in höherem Grade am Boden als an der Oberfläche.
Der Wassertransport. Unter Wassertransport oder Wasserversetzung ver-
stehen wir die aus den zufällig herrschenden Strömen resultierende Strömung.
Die Interpretation der oben angeführten Tatsachen gibt uns der Wassertransport,
den wir mit Hilfe dieser selben Tatsachen diskutieren können.
Der höhere Salzgehalt die finnische Küste entlang und am Boden be-
vechtigt uns zum Schluß, daß die Wasserversetzung sich hier einwärts vollzieht,
der relativ niedrigere Salzgehalt der Oberflächenschichten in den westlichen
Teilen des Gebiets zeigt wieder, daß sich das Wasser hier auswärts bewegt.
Die Wirkung der Erdrotation und die größere Schwere der salzigeren und
kälteren Tiefenschichten bedingen es,
Denselben Schluß können wir aus der Temperaturverteilung ziehen, Die
von Süden kommenden Wassermengen sind im November geringerer Abkühlung,
im Mai größerer Erwärmung unterworfen, als die von Norden stammenden,
Auch ist die ein wenig höhere Temperatur im August auf der westlichen Seite
durch größere Süßwasserzufuhr zu erklären,
Wir folgen der Wasserversetzung. Durch das Schärenmeer und längs des
Bodens des Älandsmeeres wird Wasser von der Ostsee transportiert; in den
oberen Schichten des Älandsmeeres fließt Wasser aus dem Bottnischen Meer-
busen in die Ostsee. Diese Strömungen sind natürlicherweise nicht kontinuierlich;
dieses gilt speziell von dem Strome längs des Bodens des Älandsmeeres, der als
intermittierend zu betrachten ist. Es kann aber auch z. B, eine beträchtliche
Strömung auswärts durch das Schärenmeer, und eine Oberflächenströmung ein-
wärts durch das Älandsmeer vorkommen. Der finnischen Küste und dem Boden
entlang setzt die Strömung nordwärts fort, die schwedische Küste entlang ver-
läuft die Strömung südwärts.
Südlich vom Nördlichen Quark geht ein Teil des finnischen Küstenstroms
in den ausgehenden schwedischen Strom über. Auf eine solche kreisartige
Bewegung deuten die Ausbuchtungen in den Isohalinen und den Isothermen.
Nördlich von Äland wird wohl die kreisartige Bewegung fortgesetzt dadurch,
daß ein Teil der ausgehenden Strömung in die einwärtsgehende übergeht.
Der Tiefenstrom der Bottnischen See bewegt sich überall einwärts; mit
einer kreisartigen Bewegung in diesem ist die Salzgehaltsverteilung sehr selten,
die Temperaturverteilung nimmer vereinbar.
Durch den nördlichen Quark drängt sich sowohl ein ausgehender als ein
eingehender Strom; die Verteilung der Strömung muß sehr wechselnd sein.
Eine Strömung einwärts der finnischen Küste und dem Boden entlang, auswärts
der schwedischen Küste entlang wäre wohl als die am häufigsten vorkommende
und auch als die resultierende Strömung zu betrachten; solche Verhältnisse er-
geben z. B. die Strommessungen im August 1904. Im November 1903 ist auf
eine Strömung einwärts in der Mitte bis zum Boden herab und dem Boden
entlang, auf eine Strömung auswärts den Küsten entlang zu schließen.
Eine eingehende sich dem rechten Strande anschmiegende Oberflächen-
strömung scheint sich in der Bottnischen Wiek nicht notwendig ausbilden zu
müssen, im südlichsten Teile der Wiek kommt eine solche Strömung jedoch sehr
oft vor, Zeitweise scheint die Wasserversetzung wieder kreisartig gegen den
Sinn des Uhrzeigers vor sich zu gehen; an dieser Bewegung kann die ganze
Wassermasse teilnehmen, die tiefsten zentralen Schichten vielleicht jedoch aus-
genommen. Auf einen solchen Verlauf der Versetzung deuten die Beobachtungen
vom November 1903. Oft muß aber auf eine längs des größten Teiles der
Oberfläche auswärts gehende, in den Tiefenschichten einwärts gehende Versetzung
geschlossen werden. Dafür sprechen die Beobachtungen vom August 1903 und
Mai 1904. (Schluß folgt.)