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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1906. 
4. Beim Transport und beim Schießen aus schweren Geschützen kann 
statt der Verschlußschraube eine andere mit einem unteren Ansatz versehene 
eingeschraubt werden, die die Rose in gesicherter Stellung festsetzt. 
5. Die Zentrierung der Rose ist in vollkommenster Weise gesichert, 
6. Die Öffnung im Kompaßdeckel erlaubt, Luftblasen mit Leichtigkeit 
zu entfernen. Da diese Öffnung nicht als Basis für ein Organ des Kompasses 
dient, wie bei der Dubskyschen Anordnung, so kann sie ohne Schaden mehr 
oder weniger genau zentriert sein; bei Beschädigungen kann der Ersatz des 
Deckelglases mit einfacheren Hilfsmitteln bewerkstelligt werden, 
Außerdem ist durch die Konstruktion die Möglichkeit geschaffen, den 
Auflagerdruck der Rose zu regulieren durch Verringerung oder 
Vergrößerung des zentralen Übergewichtes, wenn er bei Erhöhung 
der Temperatur zu groß oder bei Erniedrigung derselben zu klein wird. Als 
Füllflüssigkeit soll bei gewöhnlicher Temperatur (zwischen + 40° und — 7° C.) 
Wasser mit 15°, Alkoholzusatz, bei niedrigen Temperaturen (zwischen +10° 
und —20° C.) solches mit 30°/, Alkoholgehalt verwendet werden, indem gleich- 
zeitig im letzteren Falle das zentrale Übergewicht durch ein um 5 g leichteres 
ersetzt wird. Auf diese Weise bleibt der Auflagerdruck stets innerhalb der 
Grenzen 4 g und 15 g. 
Weitere Verbesserungen am Kompaß selbst bestehen in der Anbringung 
eines Metallbalges unter dem Wellblechboden des Kessels zur Erhöhung der 
Elastizität des von Flüssigkeit erfüllten Raumes sowie in der Hinzufügung 
eines Diopterpaares zum Peilfernrohr des Kompasses, das zum Beobachten bei 
unsichtigem Wetter nicht recht geeignet war. 
Das frühere Kompaßhaus, das aus einer metallenen Säule mit einer 
oberen Schale zur Aufnahme des Kompaßkessels bestand, ist durch ein 
hölzernes nach der Art des Thomsonschen ersetzt. Dieses überträgt die 
Vibrationen des Schiffskörpers in viel geringerem Maße auf den Kompaß 
und gewährt leichteren Zugang zu den Kompensatoren. 
Von besonderem Interesse sind die an den Kompensations- 
vorrichtungen getroffenen Änderungen. Als wünschenswerte Verbesserungen 
wurden im Jahre 1903 vom Linienschiffsleutnant J. Ricci bezeichnet: ') 
1. Ersatz des Steuerbordwinkelkorrektors durch zwei Magnetsysteme zur 
gesonderten Kompensation von B und C, 
2. Die Einführung eines Krängungsmagneten, 
3. Die Einführung der Flindersstange. 
4. Die fortgesetzte Berichtigung der Einstellung der Quadrantal- 
korrektoren auf Grund von empirisch aufgestellten Tabellen, aus, denen die 
ablenkende Wirkung der Ringe für beliebige Werte von 4 und H zu ent- 
nehmen ist. 
Durch die Erfüllung der ersten dieser Forderungen an dem neuen 
Modell ist zweifellos eine bedeutende Verbesserung des Kompensations- 
apparates erreicht. Die Vorteile der gesonderten Kompensation der Kompo- 
nenten der polaren schiffsmagnetischen Kraft sind so große und in die Augen 
fallende, daß es schwer ist, zu begreifen, weshalb man so lange an der gemein- 
samen Kompensation durch einen Korrektor im Steuerbordwinkel fest- 
yehalten hat. 
Auch der zweiten Forderung, der Einführung eines Krängungs- 
magneten, ist entsprochen worden, 
Dagegen hat man sich zur prinzipiellen Anwendung der Flindersstange 
nicht entschließen können. Als Grund wird angeführt, daß das kräftige 
Magnetsystem der Rose eine Nadelinduktion auf die Stange ausübe, die erst 
bei einer Entfernung von 50 cm unmerklich werde, in welcher Entfernung 
eine 75 cm lange und 7 em dicke Stange nur noch eine nutzbare Wirkung 
von 5° hervorbringe. Deshalb fehle es zur Anbringung von Stangen mit 
genügend großer Wirkung an Bord der Kriegsschiffe meist an Platz. Diese 
Gründe sind im allgemeinen anzuerkennen, wenn auch die Entfernung von 
1 Riyv. Maritt. 1908. Ba 2 OS 9°
	        
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