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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

394 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1906. 
beiden Bassins des Älandsmeeres, im Südlichen Quark, im Schärenmeer und im 
Nördlichen Quark, Speziell kann das Alandsmeer in dieser Hinsicht mit einer 
Schleuse und einer Mischpfanne, der Nördliche Quark mit einer Schleuse ver- 
glichen werden. 
Auf den großen Wassergebieten aber, wo sich die Wasserversetzungen 
ruhig abspielen können, wird die Aussüßung der einwärts gehenden Schichten und 
die Zunahme im Salzgehalt der auswärts gehenden langsamer vor sich gehen. 
Die Temperaturverhältnisse. Auf dem Augustdiagramm finden wir eine 
12 bis 25 m mächtige Deckschicht mit höherer Temperatur (über 10°) über dem 
ganzen Meeresgebiete. In den mittleren Schichten tritt ein Temperaturminimum 
auf, außer in der Bottnischen Wiek und im Südlichen Quark, wo eine anotherme 
Temperaturverteilung herrscht. Die Temperaturverteilung in dem übrigen, also dem 
größeren Teile des Gebietes kann wohl als anodichotherm charakterisiert werden, 
Im November dagegen wäre die thermische Schichtung als mesotherm zu 
bezeichnen oder für den Teil des Gebietes als meso-dichotherm, wo das Temperatur- 
minimum vom August noch zurückbleibt, nämlich für die südliche Bottnische 
Wiek, für den mittleren Teil der Bottnischen See und für das Alandsmeer, Weiter 
darf wohl nicht außer Acht gelassen werden, daß die Wärme tiefer gedrungen 
ist; man beobachte die tiefere Lage der 5°-Isotherme. „ 
Im Mai herrscht eine dichotherme Schichtung über dem ÄAlandsmeer, der 
Bottnischen See und dem mittleren und nördlichen Teile der Bottnischen Wiek. 
Durch Treibeis wird bei F 18, im nördlichen Teile der Bottnischen See sowie 
auch im nördlichen Teile der Bottnischen Wiek ein Temperaturminimum im 
Oberflächenwasser hervorgerufen. Im Nördlichen Quark und im südlichen Teil 
der Bottnischen Wiek ist die Schichtung mesotherm bzw. anotherm. 
Der jährliche Gang der Temperatur. Der Temperaturgang in den oberen 
Schichten ist ja ohne weiteres als eine Folge der Wärmezufuhr von der Atmosphäre 
und der Wärmeabgabe an dieselbe zu erklären, Die Wärme dringt von den 
obersten Schichten allmählich tiefer, erst, im Frühling, durch die thermische 
Konvektion, dann nur durch Leitung und mechanische Mischung, bis die Tem- 
peratur der oberen Schichten zuletzt wieder abnimmt durch die Herbstabkühlung 
und die damit folgende thermische Konvektion, Diese Vertikalzirkulation wird 
von den durch die Salzgehaltsdifferenzen hervorgerufenen Dichtigkeitsdifferenzen 
abgeschwächt, kann indessen stufenweise, d. i. in aufeinanderliegenden beinahe 
homohalinen Schichten sukzessive vor sich gehen. 
Die durch zufällige Störungen hervorgerufenen Umlagerungen begünstigen 
oder vermindern ihre Wirkung. Doch zeigt eine Vergleichung der Mächtigkeit 
der in verschiedenen Jahreszeiten existierenden beinahe homohalinen oder homo- 
thermen Schichten, daß die Wirkung der Konvektion in allen Teilen des Busens 
ungefähr die gleiche ist. 
Die Temperaturverteilung in den unteren Schichten läßt sich auf ähnliche 
Weise wie die Salzgehaltsverteilung erklären, nämlich durch die Versetzung 
der unteren Schichten einwärts gegen Norden, Ihre Temperatur wird also 
wesentlich durch die Temperatur der während einer früheren Jahreszeit südlicher 
gelegenen Schichten bestimmt, Mischung und Leitung geben den mittleren 
Schichten ihre Temperatur. In diesen Schichten ist oft eine ziemlich ausgeprägte 
Sprungschicht anzutreffen. 
Die Existenz einer jährlichen Periode in den Temperaturen ist ohne weiteres 
einleuchtend. Folgende Tabellen geben wohl einige Auskünfte über diese Periode, 
und zwar für die Oberfläche und einige tiefer gelegenen Schichten auf den Stationen: 
79 
8 
“32 
) 16 
* 19 
F 26 
F 30 
F 64 
F 69 
Im nördlichsten Teile der Bottnischen Wiek 
in der Mitte der Bottnischen Wiek . . 
m südlichen Teile der Bottnischen Wiek 
[n dem Nördlichen Quark . . . 2... 
m nördlichsten Teile der Bottnischen See 
'n der Mitte der Bottnischen See. ... . 
In der Mitte des südlichen Teils der Bottnischen See 
im nördlichen Bassin des Alandsmeeres 
Im südlichen « 
N-Br. | 
65° 23,5 | 
54° 40 
64° 13 
63? 30.5’ 
63° 9 
61° 58,5 
61° 4 
60° 12,5’ 
39° A467 
O-Leg. 
23° 28’ 
229 42 
225 6 
20° 55 
19° 28 
20° 4' 
19° 35’ 
19° 7 
19° 46
	        
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