388 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1906.
nolaires; Brüssel 1905, Vander Auwera & Cie,; die zweite von Charles Benard,
Projet d’exzpedition oceanographique double &ä_travers le bassin polaire arckique;
in demselben Verlage 1906. Die Schrift von Arctowski liegt mit Illustrationen
und einer Karte auch in deutscher Übersetzung aus dem Verlage von Carl Siwinna,
Kattowitz und Leipzig, vor.
Nachdem Arctowski in seiner Schrift sich über die Wichtigkeit des
internationalen Zusammenwirkens ausgesprochen hat, stellt er diese Frage unter
folgende drei Gesichtspunkte: 1. Das Problem des Nordpols; 2. die geographischen
Probleme der Südpolarregionen; 3. die wissenschaftlichen Probleme, die gleich-
zeitige Expeditionen und ein allgemeines Zusammenwirken erforderlich machen.
Er empfiehlt die Resolution des Kongresses von Washington, daß der Nordpol
in direkterer Weise die Amerikaner interessiere, gutzuheißen. Im übrigen aber
weist Arctowski auf die nach seiner Ansicht günstigen Erfahrungen mit dem
Eisbrecher »Yermak« hin und hält eine Wiederholung des Versuches der ersten
Fahrt des Polarschiffes »Fram« für besonders berechtigt.
Arctowski stellt die geographische Erforschung des Südpolargebietes unter
Aufführung einzelner Fragen in den Vordergrund und spricht es als seine feste
Überzeugung aus, daß einer systematischen internationalen Erforschung des Süd-
poles eine hauptsächlich ozeanographische Zirkumpolarexpedition vorausgehen
müßte. Bei dem Plan der Vorexpedition werden die noch nicht oder ungenügend
erforschten Sektoren der Antarktis besonders zu berücksichtigen sein. Diese
Expedition, die alsbald organisiert werden könnte, müßte in wissenschaftlicher
Hinsicht besonders gut ausgerüstet sein und die zirkumpolaren Forschungs-
arbeiten nach einem gut gefaßten Plane in zwei oder drei Sommerreisen durch-
führen. Ihr wäre auch der Versuch, das Automobil, über dessen besondere Kon-
struktion Arctowski Vorschläge macht, als Fortbewegungs- oder wenigstens als
Transportmittel auf dem antarktischen Inlandeise zu verwenden,!) zuzuerteilen,
Für den Fall, daß die zur Verfügung stehenden Mittel zu weiteren Unternehmungen
nicht ausreichen würden, hält Arctowski es für geboten, daß das ganze Forschungs-
projekt wohl oder übel auf die Aufklärung der geographischen Probleme des
Südpols beschränkt werde, und nimmt dafür drei Exneditionen mit drei Schiffen
wie »Belgica« in Aussicht. Bei genügenden Mitteln würde sich aber die zweite
Etappe der Südpolarforschung keineswegs bloß auf die geographischen Probleme
beschränken, Die Lösung gewisser wissenschaftlicher Fragen erfordert — wie
sich Arctowski ausspricht — in der Tat eine große Anzahl gleichartiger Expedi-
tionen, die nur durch ein allgemeines Zusammenwirken zustande kommen können;
ein Unternehmen, wie es in den Jahren 1882/83 zur Erforschung der Nordpolar-
gebiete schon einmal durchgeführt worden ist.
Wie schon der Titel sagt, spricht Bönard in seiner Schrift sich nur über
die Erforschung des arktischen Polarbassins aus. Unter Darstellung der Er-
scheinungen mit einer zum Teil eigenartigen und gewiß nicht unbedingt zu
teilenden Auffassung legt Böenard das Hauptgewicht auf die Erforschung der
dortigen Meeres- und Luftströmungen und der bei diesen in Betracht kommenden
Verhältnisse. Mit Recht weist er darauf hin, welchen Nutzen die bessere Er-
kenntnis dieser Erscheinungen für die Menschheit haben würde. Nach nur kurzer
Andeutung über möglichst zahlreiche feste Forschungsstationen auf dem Umkreis
des arktischen Bassins behandelt Bö&nard die Frage des Eindringens in dieses
Bassin durch Schiffsexpeditionen und tritt für die Entsendung von zwei Schiffen
etwa auf dem Wege, den »Fram« genommen hat, ein. Die beiden Schiffe würden
sich, nachdem sie den Eisrand erreicht haben, bis auf eine Entfernung von 50,
60 oder 80 Sm zu trennen haben und so zwei korrespondierende Beobachtungs-
stellen geben, durch die die Örtliche Veränderlichkeit der ozeanographischen,
meteorologischen, magnetischen und der Eisverhältnisse festgestellt werden würde.
Durch Funkentelegraphie würden die beiden Schiffe in steter Verbindung zu
bleiben suchen, wodurch auch für den Fall eines Schiffbruchs die Hilfe durch
das andere Schiff ermöglicht würde. Beänard verbreitet sich dann weiter über
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Ein Versuch, den für arktische Verhältnisse Wellmann auszuführen im Begriff steht.