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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Oberflächenströmungen im Kattegat, Sund und in der westlichen Ostsee. 
381 
VII. Strömungen bei den Feuerschiffen Bülk und Gabelsflach. 
In derselben Weise wie auf den Feuerschiffen Stollergrund und Gabels- 
flach sind auf dem Feuerschiffe. Bülk vom 6. Juni bis 30. September 1905 
über 100 brauchbare Stromresultanten beobachtet und berechnet worden. Sie 
sind tabellarisch in der Tabelle VI dargestellt, wo auch die gleichzeitigen Strom- 
resultanten von Gabelsflach noch einmal zum Vergleich herangezogen sind. Die 
Beobachtungszeit ist allerdings kurz, und aus vierundzwanzigstündigen Strom- 
resultanten lassen sich, wie schon vorn auf Seite 374 betont worden ist, nur 
bedingte Aufschlüsse geben. Gleichwohl mag versuchsweise aus der Tabelle VI 
einiges abgeleitet werden, was dem Seemann einen gewissen Anhalt für die 
Strömungen vor der Kieler Föhrde zu geben vermag. Zwischen Gabelsflach 
und Bülk finden wir in der. Verteilung ‚der Winde natürlich eine ziemliche 
Übereinstimmung; kleine Abweichungen erklären sich ohne weiteres daraus, daß 
die Beobachtungen vornehmlich im Sommer, der Jahreszeit der leichten, um- 
laufenden, räumlich oft eng begrenzten Winde gemacht worden sind. Auch die 
Stromresultanten, wenn wir sie nur in Östliche und westliche einteilen, ergeben 
noch eine mäßige Übereinstimmung, Allerdings zeigt sich dann schon, daß bei 
Bülk, wo, wie wir sehen werden, die Strömungen schwächer sind als bei Gabels- 
flach, mehr Stromstillen vorkommen, Als Stromresultanten ergeben sich nämlich: 
östliche westliche Stromstillen 
bei Gabelsflach: 320/ 499/, . 19% 
> Bülk: 320/ 36% 320 
Sobald wir aber die Stromresultanten nach vier Kompaßvierteln einteilen, 
ergeben sich beträchtliche Abweichungen, nämlich: 
; nordöstl. südöstl. südwestl. nordwestl. Stromstillen 
bei .Gabelsflaeh: 10%, 220% 5% 449% 19% 
Bülk: 129% 20%, 230 13% 320% 
Hier tritt schon gleich der wesentlichste Unterschied, die viel geringere 
Häufigkeit nordwestlicher Strömungen bei Bülk hervor, Dieser, der 
wesentlichste Unterschied, zeigt sich bei. allen Winden, wie aus den folgenden 
Reihen erhellt: ; 
Nordwestliche Stromresultanten , 
bei nordöstl. Winde südöstl. Winde südwestl. Winde  nordwestl. Winde Windstillen 
Gabelsflach: 61% > 87% 30% 169/0 25% 
Bülk: 89 589% 69% 09/ 09 
Ein weiterer Unterschied, nämlich die größere Häufigkeit süd- 
westlicher Strömungen bei Bülk, zeigt sich nur bei östlichen zumal bei 
nordöstlichen Winden, 
Südwestliche Stromresultanten 
bei nordöstl. Winde südöstl. Winde südwestl. Winde nordwestl. Winde Windstillen 
Gabelsflach: 9% 0% 39% 15% 09% 
Bülk: 819% 26%, 09% 79 09% 
Diese beiden Doppelreihen, die der nordwestlichen und südwestlichen 
Stromresultanten, lassen ferner erkennen, daß Gabelsflach eine beträchtliche 
Anzahl gerade und schräg in den Wind auf setzender westlicher Stromresultanten 
gehabt hat, daß dagegen bei Bülk nur wenige schräg, aber gar keine gerade 
in den Wind auf setzende westliche Stromresultanten vorgekommen sind. 
Östliche gerade oder schräg in den Wind auf setzende Stromresultanten er- 
scheinen weder bei Gabelsflach noch bei Bülk in nennenswerter Anzahl, so daß 
man, immer unter dem oben bezeichneten Vorbehalt, den Schluß ziehen kann: 
. 1. Mit östlichen Winden kommen bei Bülk wie bei Gabelsflach in den 
Wind auf setzende Strömungen fast gar nicht vor. 
2. Mit westlichen Winden kommen ‘ bei Gabelsflach .in den Wind auf 
setzende Strömungen vor, bei Bülk nicht, 
3. Bei Bülk kommen keine in den Wind auf setzende Strömungen vor, 
Das zeigt uns auch der mittlere Teil der Tabelle VI, wo die gleichzeitigen 
Stromresultanten von Gabelsflach und Bülk zusammen gestellt sind. Bei den 
östlichen Stromresultanten, und zwar bei den nordöstlichen wie bei den süd-
	        
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