Oberflächenströmungen im Kattegat, Sund und in der westlichen Ostsee.
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VII. Strömungen bei den Feuerschiffen Bülk und Gabelsflach.
In derselben Weise wie auf den Feuerschiffen Stollergrund und Gabels-
flach sind auf dem Feuerschiffe. Bülk vom 6. Juni bis 30. September 1905
über 100 brauchbare Stromresultanten beobachtet und berechnet worden. Sie
sind tabellarisch in der Tabelle VI dargestellt, wo auch die gleichzeitigen Strom-
resultanten von Gabelsflach noch einmal zum Vergleich herangezogen sind. Die
Beobachtungszeit ist allerdings kurz, und aus vierundzwanzigstündigen Strom-
resultanten lassen sich, wie schon vorn auf Seite 374 betont worden ist, nur
bedingte Aufschlüsse geben. Gleichwohl mag versuchsweise aus der Tabelle VI
einiges abgeleitet werden, was dem Seemann einen gewissen Anhalt für die
Strömungen vor der Kieler Föhrde zu geben vermag. Zwischen Gabelsflach
und Bülk finden wir in der. Verteilung ‚der Winde natürlich eine ziemliche
Übereinstimmung; kleine Abweichungen erklären sich ohne weiteres daraus, daß
die Beobachtungen vornehmlich im Sommer, der Jahreszeit der leichten, um-
laufenden, räumlich oft eng begrenzten Winde gemacht worden sind. Auch die
Stromresultanten, wenn wir sie nur in Östliche und westliche einteilen, ergeben
noch eine mäßige Übereinstimmung, Allerdings zeigt sich dann schon, daß bei
Bülk, wo, wie wir sehen werden, die Strömungen schwächer sind als bei Gabels-
flach, mehr Stromstillen vorkommen, Als Stromresultanten ergeben sich nämlich:
östliche westliche Stromstillen
bei Gabelsflach: 320/ 499/, . 19%
> Bülk: 320/ 36% 320
Sobald wir aber die Stromresultanten nach vier Kompaßvierteln einteilen,
ergeben sich beträchtliche Abweichungen, nämlich:
; nordöstl. südöstl. südwestl. nordwestl. Stromstillen
bei .Gabelsflaeh: 10%, 220% 5% 449% 19%
Bülk: 129% 20%, 230 13% 320%
Hier tritt schon gleich der wesentlichste Unterschied, die viel geringere
Häufigkeit nordwestlicher Strömungen bei Bülk hervor, Dieser, der
wesentlichste Unterschied, zeigt sich bei. allen Winden, wie aus den folgenden
Reihen erhellt: ;
Nordwestliche Stromresultanten ,
bei nordöstl. Winde südöstl. Winde südwestl. Winde nordwestl. Winde Windstillen
Gabelsflach: 61% > 87% 30% 169/0 25%
Bülk: 89 589% 69% 09/ 09
Ein weiterer Unterschied, nämlich die größere Häufigkeit süd-
westlicher Strömungen bei Bülk, zeigt sich nur bei östlichen zumal bei
nordöstlichen Winden,
Südwestliche Stromresultanten
bei nordöstl. Winde südöstl. Winde südwestl. Winde nordwestl. Winde Windstillen
Gabelsflach: 9% 0% 39% 15% 09%
Bülk: 819% 26%, 09% 79 09%
Diese beiden Doppelreihen, die der nordwestlichen und südwestlichen
Stromresultanten, lassen ferner erkennen, daß Gabelsflach eine beträchtliche
Anzahl gerade und schräg in den Wind auf setzender westlicher Stromresultanten
gehabt hat, daß dagegen bei Bülk nur wenige schräg, aber gar keine gerade
in den Wind auf setzende westliche Stromresultanten vorgekommen sind.
Östliche gerade oder schräg in den Wind auf setzende Stromresultanten er-
scheinen weder bei Gabelsflach noch bei Bülk in nennenswerter Anzahl, so daß
man, immer unter dem oben bezeichneten Vorbehalt, den Schluß ziehen kann:
. 1. Mit östlichen Winden kommen bei Bülk wie bei Gabelsflach in den
Wind auf setzende Strömungen fast gar nicht vor.
2. Mit westlichen Winden kommen ‘ bei Gabelsflach .in den Wind auf
setzende Strömungen vor, bei Bülk nicht,
3. Bei Bülk kommen keine in den Wind auf setzende Strömungen vor,
Das zeigt uns auch der mittlere Teil der Tabelle VI, wo die gleichzeitigen
Stromresultanten von Gabelsflach und Bülk zusammen gestellt sind. Bei den
östlichen Stromresultanten, und zwar bei den nordöstlichen wie bei den süd-