378 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1906.
oder 6%, mit resultierender Stromstille. Wir sehen also im Sommer, verglichen mit
dem Frühling, eine Zunahme der Häufigkeit östlicher Stromresultanten bei östlichen
Winden, wahrscheinlich weil die östlichen Winde im Sommer schwächer sind
als im Frühling, und weil im Frühling, wie oben erwähnt, mehr Wasserüber-
schuß aus der Ostsee nach Westen hin abströmt als im Sommer.
Bei östlichen Winden haben nur die nordwestlichen Strömungen namhafte
Werte erreicht. Die höchste, von fast 25 km im Etmal ist am 27. Juli 1904
vorgekommen. Sie trat ein, nachdem nordwestliche Winde und Windstillen
längere Zeit geherrscht hatten. Die Beobachtung ist bei Gabelsflach gemacht,
wo auffallenderweise in den beiden letzten Dekaden des Juli 1904 nur nord-
westliche Stromresultanten aufgetreten sind, sogar bei 7 Tage lang, ununter-
brochen anhaltenden nordwestlichen Winden. An diesen 7 Tagen waren die
nordwestlichen Stromresultanten aber schwach. Vgl. hierzu die synopt. Strom-
karte Nr. 22, Taf. 27.
c) Unter den 47 Etmalen mit südwestlichen Winden waren 18 oder
39%, mit nordöstlichen Stromresultanten, 14 oder 30°, mit südöstlichen, 1 oder
2%, mit einer südwestlichen, 11 oder 23° mit nordwestlichen Stromresultanten
und 3 Etmale oder 6°, mit Stromstille.
d) Unter den 63 Etmalen mit nordwestlichen Winden waren 3
oder 5°, mit nordöstlichen Stromresultanten, 30 oder 48°, mit südöstlichen,
10 oder 16%, mit südwestlichen, 16 oder 25°, mit nordwestlichen Strom-
resultanten und 4 Etmale oder 6°/, mit Stromstille. Die Stärke der Strömungen
bei westlichen Winden erreichte ihren höchsten Betrag mit fast 19 km im Etmal am
8, Aug. 1904, An diesem Tage folgte bei Westwind, Stärke 5, auf eine Reihe
nordwestlicher Stromresultanten die Stromresultante Ost 18.6 km. Vgl. hierzu
die synopt. Stromkarte Nr. 23, Taf. 27.
Alle übrigen sommerlichen Stromresultanten bei westlichen Winden können
als schwaeh bezeichnet werden; hiervon machen selbst die südöstlichen Strom-
resultanten bei nordwestlichen Winden keine Ausnahme, Man wird das darauf
zurückführen müssen, daß im Sommer die nordwestlichen Winde schwach sind
oder nicht lange anhalten; denn im Herbst und Winter steigen die südöstlichen
Stromresultanten bei nordwestlichen Winden auf 20 km im Etmal.
e) Unter den 15 Etmalen mit Windstille war keins mit einer nord-
östlichen Stromresultante, 2 oder 13°, mit südöstlichen, 1 oder 7°/, mit einer
südwestlichen, 9 oder 60°, mit nordwestlichen Stromresultanten und bei 3
Etmalen oder 20% resultierte Stromstille. Nennenswerte Stärke erreichten nur
die nordwestlichen Strömungen; von diesen, es waren 9, erreichten 4 zwischen
20 und 27 km im Etmal. Im allgemeinen waren im Sommer die Strom-
resultanten klein.
D. Herbst.
Von 175- Etmalen im Herbst entfielen 23 oder 13%, auf nordöstliche
Winde, 42 oder 24°, auf südöstliche, 72 oder 41°, auf südwestliche, 35 oder
20°, auf nordwestliche Winde und bei 3 Etmalen oder 2°, ergab sich Windstille,
a) Unter den 23 Etmalen mit nordöstlichen Winden war eins
(4%) mit einer nordöstlichen Stromresultante, 2 oder 9°, mit südöstlichen, 4
oder 18%, mit südwestlichen, 15 oder 65%, mit nordwestlichen Stromresultanten
und in einem Etmal (4°) ergab sich Stromstille.
b) Unter den 42 Etmalen mit südöstlichen Winden waren 2 oder
5%, mit nordöstlichen Stromresultanten, 5 oder 12° , mit südöstlichen, 2 oder
5°, mit südwestlichen, 32 oder 76°, mit nordwestlichen Stromresultanten und
in einem Etmal (2°) ergab sich Stromstille. Die höchsten Werte wurden bei
östlichen Winden von den nordwestlichen Strömungen erreicht, nämlich fast
19 km im Etmal bei nordöstlichen und fast 27 km im Etmal bei südöstlichen
Winden. Die nordöstlichen, südöstlichen und selbst die südwestlichen Strom-
resultanten haben keine nennenswerte Stärke bei östlichen Winden erreicht.
c) Unter den 72 Etmalen mit südwestlichen Winden waren 35 oder
49°, mit nordöstlichen Stromresultanten, 12 oder 17°, mit südöstlichen, 4 oder