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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

DK8 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1906, 
hat einen Durchmesser von etwa 20 cm. Der Schwimmer der Rose (siehe 
Fig. 1) ist verhältnismäßig recht groß; er besteht aus zwei versilberten,‘) 
am Rande verschraubten Kupferschalen. Das von diesen Schalen gebildete 
Rotationsellipsoid wird von einem Messingkegel durchsetzt, der gleichzeitig zur 
Versteifung, zur Aufnahme des Hütchens und zur Befestigung des im Innern 
des Schwimmers angebrachten kräftigen Nadelsystems dient. 
Fig, 1. 
SS 
Dieses Nadelsystem besteht aus 6 Nadeln, auf jeder Seite der Mittel- 
linie drei von abnehmender Länge (12, 10, 8 cm). Jede Nadel ist aus 
mehreren Lamellen mit Zwischenlagen von paraffingetränktem Papier 
zusammengesetzt. Leider fehlen in den Beschreibungen alle Angaben über 
die Entfernung der Nadeln von der Mittellinie sowie über ihr magnetisches 
Moment, so daß nicht beurteilt werden kann, ob ein von sextantalen und 
öktantalen Ablenkungen freies System vorliegt und durch welche Nadel- 
anordnung die Ausschaltung der Störungsglieder erreicht ist, 
Die Füllflüssigkeit des Kessels besteht aus 10 Volumteilen Alkohol 
auf 100 Volumteile Wasser, eine Mischung, die ganz ungewöhnlich genannt 
werden muß.”) 
Der geringe Alkoholgehalt ist gewählt, um den Auftrieb des relativ 
eroßen Schwimmers (775 cm®°) weniger mit der Temperatur der Flüssigkeit 
veränderlich zu machen. Denn der Ausdehnungskoeffizient eines Gemisches 
von Alkohol und Wasser wächst erheblich mit der Vergrößerung des Alkohol- 
gehaltes, Beispielsweise ist für 30prozentigen Alkohol die Dichte bei 0° C. 
yleich 0.9654, bei 30° C. gleich 0.9475, woraus sich eine Auftriebsdifferenz 
für die Magnaghische Rose für diese beiden Temperaturen von etwa 13 gr. 
ergibt.) Wenn demnach unter Anwendung von 30prozentigem Alkohol die 
Rose bei 30°C. mit 13 gr. auf der Pinne ruhte, so würde sie bei 0° C, keinen 
Halt mehr auf ihr haben. Eine Vergrößerung des Auflagergewichtes würde 
aber mit der Einbuße eines wesentlichen Vorteils des Fluidkompasses ver- 
bunden sein. Bei der im Magnaghischen Kompaß angewendeten Flüssigkeits- 
mischung sind die Unterschiede im Auflagerdruck erheblich geringer. Gileich- 
zeitig erhebt sich die ernstliche Gefahr des Gefrierens der Flüssigkeit. Ihr 
Gefrierpunkt liegt schon bei —3° C.*) 
Am Kessel des Magnaghischen Kompasses sind Kompensations- 
vorrichtungen zur Aufhebung der halbkreisigen und der viertelkreisigen 
Ablenkung vorhanden. An einer unter dem Boden des Kessels angebrachten 
Säule können Magnetsysteme in größerer oder geringerer Entfernung von der 
Ebene der Rosenmagneten befestigt werden. Das bisherige Modell des 
1) Auch der Kessel ist im Innern versilbert, die Teilung der Rose ist mit geschwärztem 
Mineralwachs (Ozokerit) aufgetragen. 
2) Die Fluidkompasse der englischen Marine haben einen Teil Alkohol auf drei Teile 
\Vasser, die Ritchie-Kompasse der Marine der Vereinigten Staaten sogar 45 Teile Alkohol auf 
55 Teile Wasser. 
3) Vgl. L. Tonta, Riv. Maritt. 1903, Bd. 4, 8. 332. 
4 Vol. J. Ricei, Riv. Maritt, 1903, Ba. 3, 8. 23.
	        
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