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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1906.
In der Tabelle kommen unter den Windresultanten keine größeren Wind-
stärken als 7 vor, obwohl die Beobachtungszeit 2 Jahre umfaßt und in dieser
Zeit die Windstärken von 8 bis 10 oft, vereinzelt sogar 11, vorgekommen sind.
Diese hohen Windstärken erscheinen aber nicht in der Tabelle, weil sie nicht
solange angehalten oder nicht solange aus einer Richtung geweht haben, daß
sich eine größere Stärke als 7 im Etmal ergeben hat. Diesen Gedankengang
auf den Strom angewendet, werden wir schließen müssen: ähnlich, wie sich die
höchste Durchschnitts-Windstärke 7 aus Windstärken ergibt, die um etwa U
höher sind, dürfte sich die höchste Durchschnitts-Stromstärke von 83 km aus
Strömungen ergeben haben, die auch um etwa 1/; höher sind, d.h. die die
Geschwindigkeit von 3 Knoten oder mehr erreicht haben, die aber wie jene
hohen Windstärken diese Stärke nicht solange gehabt oder die nicht solange
nach einer Richtung gesetzt haben, daß sich mehr als 83 km im Etmal hat
ergeben können.
A. Jahr.
Im ganzen liegen die Beobachtungen von 716 Etmalen vor, die sich
gleichmäßig auf die vier Jahreszeiten, dem Vorherrschen der westlichen Winde
entsprechend aber ungleichmäßig auf die Windrichtungen verteilen. Es entfallen
nämlich auf nordöstliche Winde 91 oder 13%, auf südöstliche 198 oder 27%,
auf südwestliche Winde 235 oder 33°, auf nordwestliche 166 oder 23°/, und auf
Windstillen oder, schärfer ausgedrückt, auf Windresultanten = 0 entfallen
26 Etmale oder 4°/,.
a) Bei den 91 Etmalen mit nordöstlichen Winden waren 3 oder 3%
mit nordöstlichen, 7 oder 8°/, mit südöstlichen, 35 oder 39° mit südwestlichen
und 42 oder 46%, mit nordwestlichen Strömungen, Bei 4 Etmalen oder 4%,
war die Stromresultante = 0. Hierzu mag bemerkt werden, daß nur die Strom-
vesultanten als 0 oder Stromstille gerechnet worden sind, die kleiner als 1 km
in 24 Stunden waren.
b) Bei den 198 Etmalen mit südöstlichen Winden waren 11 oder
5% mit nordöstlichen, 5 oder 3° mit südöstlichen, 12 oder 6°/, mit südwestlichen,
152 oder 77° mit nordwestlichen Strömungen und 18 oder 9%, mit Stromstille
als Resultat.
c) Bei den 253 Etmalen mit südwestlichen Winden waren 105 oder
45%, mit nordöstlichen Stromresultanten, 54 oder 23°, mit südöstlichen, 17 oder
7%, mit südwestlichen, 38 oder 16%, mit nordwestlichen Strömungen und 21 oder
9%, mit resultierender Stromstille.
d) Bei den 166 Etmalen mit nordwestlichen Winden waren 16 oder
10%, mit nordöstlichen, 96 oder 58°% mit südöstlichen, 20 oder 12°, mit süd-
westlichen, 25 oder 15° mit nordwestlichen Stromresultanten und 9 oder 5%,
mit resultierender Stromstille.
e) Bei den 26 Etmalen mit Windstille war keine nordöstliche Strom-
resultante, 4 oder 15%, der Strömungen waren südöstlich, 5 oder 19°%, süd-
westlich, 12 oder 47%, nordwestlich und 5 oder 19° der Stromresultanten
waren =0, d. h. unter einem Kilometer in 24 Stunden.
Wir sehen aus dem Vorstehenden, daß im Jahresdurchschnitt bei allen
Winden nach Lee setzende Strömungen am häufigsten sind und wir entnehmen
den Zahlen für Stromstärke, daß die nach Lee setzenden Strömungen im all-
gemeinen auch die stärksten sind, daß dagegen die gerade oder schräg gegen
den Wind gerichteten Strömungen fast durchweg klein sind. Hiervon aus-
zunehmen sind aber nordwestliche Strömungen, die bei allen Winden vergleichs-
weise hoch sind, bei Windstillen den Betrag von 27 km im Etmal und selbst
in den Wind auf den Betrag von 22 km im Etmal erreicht haben‘ Eine in den
Wind auf zeigende Stromresultante von mehr als 20 km im Etmal ist aber nur
einmal, am 20. März 1905, vorgekommen und zwar bei Nordwind, Stärke 1, der
auf Südostwind folgte, vgl. synopt. Stromkarte Nr. 19, Taf. 27. Die höchsten nord-
westlichen Stromresultanten bei Windstille oder Windresultanten von weniger
als Stärke 1 sind im Juli, ebenfalls nach südöstlichen Winden, vorgekommen.