Oberflächenströmungen im Kattegat, Sund und in der westlichen Ostsee, 375
zulässig sein, es wird aber, da nur 24stündliche Werte oder Resultanten gegeben
sind, keine Bedenken erregen, weil man wohl annehmen kann, daß, wenn auch
die einzelnen Strömungen voneinander abweichen, doch die Gesamtbewegung
des Wassers bei Gabelsflach ungefähr ebenso ist wie bei Stollergrund.
Betrachtet man die 716 Stromresultanten zunächst in ihrer Gesamtheit
ohne Rücksicht auf Wind und Wetter, so ergibt sich die folgende Tabelle:
Prozentische Häufigkeit und höchste Werte der Stromresultanten.
Nordöstliche
Strom-
resultanten
Südöstliche
Strom-
resultanten
Südwestliche
- Strom-
resultanten
Nordwestliche
Strom-
resultanten
Resultierende
Stromstillen
_ M-
Jahr (alle Monate)
Frühling (III. IV. V.)
Sommer (VL.VILVIIT.)
Herbst (IX, X. XIA”
Winter (XII. I. IL.)
Häu- | Höchst-
fig- | Wert
Ireit !in 24h
Häu- Höchst-
üg- | Wert |
keit ! in 24h
Häu- Höchst-
üg- | Wert
keit lin 924b
Häu-
Ägkeit
Töchst-
Wert
in 924}
Häu- | Höchst-
fig- Wert
keit |! in 24h
A
12
km
83
% | km
21 20
9/5 | km
17 20
"%
40
km
AA
9%, | km
9 ‘0
1 | 83 ı 18 | 13 | 30 | 20 | 31 29 ı 1l 0
15 19 21 15 10 11 46 25 10 0
15 | 26 | 32 | 20 8 | 10 36 | 27 9 0
13 | ı6 [22 | 20 | ı7 | 20 [| 2 64 5 D
Faßt man die nordöstlichen Strömungen mit den südöstlichen als östliche
zusammen und als westliche Strömungen die südwestlichen mit den nordwest-
lichen, so erhält man für Stollergrund—6Gabelsflach :
Jahr ; 4 x + *
Frühling . ..
Sommer . .
Herbst ., . ..
Winter . .
Östl.
Stromresul-
tanten
Höchste.
: Geschwindig-
keit.
Westl.
Stromresul-
tanten
Höchste
Geschwindig:
Treit
Rosie Ge-
Stromstillen |schwindigkeit
%
9
28 83 61 29 11 a
34 1) 9 - 56 = 10 J
47 | 26 44 27 9 0
35 20 60 64 5 0
9% km
24 83
%: | km
57 64
km
d. h. die westlichen Strömungen überwiegen die östlichen, und zwar am
meisten im Frühling und Winter, Im Herbst sind östliche und westliche Strö-
mungen ungefähr gleich häufig, und im Sommer erreicht ihre Häufigkeit un-
gefähr den Jahresdurchschnitt.
Aus diesen Tabellen auf die Stärke der Strömungen zu schließen, hat,
wie vorhin ausgeführt worden ist, seine Bedenken, Es fällt zwar auf, daß in
der ersten Tabelle die südwestlichen und südöstlichen Stromresultanten im
Durchschnitt nur etwa die halbe Stärke der nordwestlichen und der nordöst-
lichen erreicht haben, mangels Beobachtungen in kürzeren Zwischenräumen als
24 Stunden wird man daraus aber kaum schließen dürfen, daß zu gewissen
Zeiten südlicher, also nach dem Lande zu setzender Strom nicht auch sehr stark
und damit für ein dort fahrendes Schiff verhängnisvoll werden könne.
2. Die Beziehungen zwischen 24stündigen Strom- und Windresultanten.
Größeres Interesse für den Seemann als die mittlere Bewegung des Wassers
im Jahres- eder Jahreszeitendurchschnitt haben die Strömungen, die unter dem
Einflusse der Wetterlage oder des Windes entstehen, und mit denen der See-
mann vornehmlich zu rechnen hat, Da aber im Beobachtungsmaterial 24stündige
Stromresultanten gegeben sind, so bleibt nichts anderes übrig, als auch 24 stündige
Windresultanten zu bilden und diese zueinander in Beziehung zu setzen,