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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

362 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1906. 
zur Verfügung stehenden Raum in nur geringem Umfang, Material und Fang- 
geräte zu zoologischen und botanischen Arbeiten, hauptsächlich zum Sammeln 
und Konservieren, mitgegeben. 
Die Ausrüstung zu Planktonuntersuchungen besteht im wesentlichen 
aus zwei mittleren Apsteinschen Planktonnetzen (aus Müller-Gaze Nr. 20) mit 
Schließapparat, um verschiedene Wasserschichten stufenweise abfischen zu können. 
An Stelle der üblichen Fallgewichte, die für größere Tiefen zu leicht und bei 
Verwendung von Flaggleine wegen deren rauher Oberfläche und großen Reibungs- 
widerstandes unzweckmäßig sind, wird ein ganz einfaches, mit Bordmitteln her- 
vestelltes gebraucht. Um ein Messingrohr mit einer lichten Weite von 1'/, cm 
und einer Länge von 10 cm wurde ein zweites, ebenso langes aber mit 2'/, cm 
größerem Durchmesser gelötet und der Zwischenraum mit Blei ausgefüllt. Das 
Gewicht beträgt fast 1 kg. Außerdem wird, besonders bei stärkerem Stampfen des 
Schiffes, — die Planktonfänge werden in Luvy von der Back aus gemacht, damit 
kein Abfall vom Schiff sich dem Fang beimengt — die Flaggleine während des 
Fallens des Gewichtes weiter gehißt, damit nicht eine Bucht in der Leitung das 
Fallgewicht schräg auf den Schließapparat auftreffen läßt und so ein Versagen 
herbeiführt, 
Weiter ist ein Helgoländer Brutnetz mitgenommen, um größere Mengen 
Plankton zur späteren chemischen Analyse zu sammeln. Zum Fang solcher 
Organismen, welche Müller-Gaze Nr. 20 im Planktonnetz durchläßt, sind mehrere 
Filtriergestelle mit Taffetseidetrichtern mitgenommen, durch welche (etwa 50 Liter) 
mit einer Pütze aufgeschlagenes Oberflächenwasser durchfiltriert wird. Um die 
kleinsten Organismen zu erhalten, sind Schleicher-Schüllsche gehärtete Papier- 
filter an Bord. Auch bei dieser, von Prof. Lohmann angegebenen Methode, 
werden jedesmal etwa 50 Liter Wasser durchfiltriert. Eine mit Bordmitteln, 
ungefähr nach Apsteins Modell hergestellte Planktonröhre ermöglicht eine 
Orientierung über die hauptsächlichsten Planktonformen der Oberfläche ohne 
Fahrtunterbrechung des Schiffes. Zur Konservierung des Materials dienen 96°, 
und 70 °% Alkohol und Formalin, 
Fast auf allen Stationen wurden folgende drei Stufenfänge gemacht und 
konserviert: Von 200 bis 100 m, von 100 bis 5 m und von 5 bis 0 m. Es wurde 
dann meist noch ein Fang angeschlossen und das so gefangene Material sofort 
lebend untersucht, Zeichnungen und Farbenskizzen angefertigt und von den 
betreffenden Organismen Deckglaspräparate aufbewahrt. 
Solche Stufenfänge wurden gemacht: 
Ort. Datum. 
Golf von Biscaya 26. und 28. Januar 1906, 
Portugiesische Küste 4. Februar 1906, 
Zwischen Lissabon und St. Vincent 8. und 10, Februar 1906, 
St. Vincent und Freetown 19., 20. und 23. IT. 1906, ; 
Freetown und St. Helena 1., 2., 3., 5,, 6, 9., 12. III 1906, 
St. Helena und Kapstadt 19. bis 29, III. tägl., außerdem 3. IV, 
Die einzelnen Fänge werden nach Konservierung in Kelchgläsern 24 Stunden 
zum Absetzen stehen gelassen, die Menge des Planktons dann durch Pipettieren 
geschätzt. Größere, makroskopische Organismen werden dabei nicht berück- 
sichtigt. Die Ergebnisse dieser Stufenfänge lassen den Einfluß der Meeres- 
strömungen bezüglich der Arten und ebenso unzweifelhaft den der Landferne 
bzw. Küstennähe erkennen. Dies kommt in der Größe der Fänge zum Ausdruck, 
Ersteres war z. B. besonders deutlich im Guineastrom, letzteres beim Anloten 
von Freetown festzustellen. An der Westküste Portugals z. B., Station 3 am 
4. Februar 1906, 10h V, auf 35° 57’ N-Br., 7° 50’ W-Lg., wurden mit dem mittleren 
Apstein-Netz folgende Mengen Plankton in ccm ausgerechnet auf 1 cbm Wasser 
vefunden: 
von 200 bis 100 m 0.11 ccm 
100 >» 5« 0.12 
“ 0» 1.59 
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