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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

XI1l. Aus dem Bericht des Kommandos S.M.S. »Planet« über die Fahrt von St. Helena nach Kapstadt. 359 
nicht aus, um die Drachen zum Steigen zu bringen. Dazu wäre ein Schiff 
erforderlich, das wenigstens 10 Sm durchhalten kann, auch gegen Wind und See. 
b. Ballon-sonde-Aufstiege. 
Am 25. März wurde in 22,1° S-Br. und 5.0° O-Lg. ein Ballon-sonde-Aufstieg 
gemacht. Es war das einzige Mal während der ganzen Fahrt des »Planet« durch 
den SO-Passat, wo das Wetter einen Aufstieg zuließ, Der zu Beginn völlig klare 
Himmel und die durch einen Pilotballon am 22, März erkundeten Windverhältnisse 
in den höheren Schichten — Stille bis 8000 m, darüber schwacher NW — schienen 
den Erfolg verbürgen zu müssen. Doch war etwa 40 Minuten nach Beginn des 
Aufstiegs der Himmel zu luvard bereits wieder mit str. cu.-Wolken bedeckt, in 
die hinein die Ballons mit sehr starkem NW — die Auswertung ergibt 16 bis 
18 m — trieben. : So konnte der Moment des Platzens nicht beobachtet werden, 
die Ballons wurden etwa 6 Stunden lang gesucht, jedoch ohne Erfolg. Die Ballons 
waren bis zu etwa 12000 m Höhe beobachtet worden. Sie müssen darüber noch 
in eine andere Windschicht geraten und dadurch aus dem Kurse getrieben sein, 
e. Pilotballons. 
Am 22, März wurde in 17.4°. S-Br. und 1.9° O-Lg. ein großer Ballon als 
Pilotballon hochgesandt. Die Auswertung des Aufstiegs — unterer SO bis etwa 
2000, Stillenschicht bis etwa 8000 m, darüber schwacher NW — bewies die 
Unmöglichkeit, mit Drachen höher als etwa 2000 m zu kommen. _ 
Das einwandfreie Resultat beider Ballonaufstiege ist der Nachweis des 
Antipassats (aus NW) auch im SO-Passatgebiet. 
4. Biologie und Bakteriologie. 
Planktonstufenfänge wurden vom 19, bis 29. März täglich gemacht; außer- 
dem noch am 3. April 1906. Am 30. März und am 3. April 1906 ward nachts 
81/„b die ganze Wassersäule von 200 bis 0 m auf einmal abgefischt. Die Kon- 
servierung, Lebendbeobachtung, das Anfertigen von Skizzen und Präparaten wie 
gewöhnlich, 
Zum Nachweis von Bakterien im Meerwasser wurde am 24, März und 
3. April das Plattenverfahren (Fischbouillon-Agar), fernerhin Impfungen von 
Nährlösungen (nach Gran und Baurscher Vorschrift) am 21. März, 24. März 
und 3. April 1906 vorgenommen. 
Untersuchungen auf den Stickstoffgehalt fanden am 19. und 24, März statt. 
Es wurde jedesmal Wasser aus 800 m, 400 m und von der Oberfläche entnommen, 
Außerdem Wasser aus 3000 m Tiefe am 24. und 27. März 1906. 
An der Steilküste von St. Helena ward durch Dredgen am 17. März 1906 
zoologisches und botanisches Material gesammelt und konserviert. Am 1. und 
3. April 1906 wurde je ein großes treibendes Stück Brauntang an Bord 
genommen und dabei zahlreiche Tiere und Pflanzen, welche sich auf denselben 
befanden, gewonnen. 
Wie schon auf dem Gauß beobachtet, konnten am 2, April 1906 als Ursache 
ausgedehnter, streifenförmiger, gelblicher, wie von Rost- oder Sandbeimengungen 
herrührender Verfärbung des‘ Meerwassers außerordentlich dicht gedrängte 
Massen von Salpen festgestellt und Material zur chemischen Analyse dieser Tiere 
konserviert werden. (Weiteres vgl. in dem weiter unten folgenden Spezialbericht 
des Dr. Gräf,) 
XML Ergebnisse der Lotungen S. M. S. »Planet« im Südatlantischen Ozean, 
bearbeitet von Dr. Brennecke., 
(Hierzu Tafel 26a.) 
il. Festlegung des östlichen Teiles des Walfisch-Rückens., 
Neben der Ausführung einer Anzahl Serienbestimmungen im Südatlantischen 
Ozean legte das Kommando den Schwerpunkt der ozeanographischen Unter- 
suchungen auf die Auslotung des östlichen Teiles der Schwelle, welche die Tiefen
	        
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