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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

358 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1906. 
wie bei Station XI. Das Maximum des Salzgehaltes, welches wir bei Station XI 
in 50 m Tiefe finden, varliert im Guineastrom zwischen 25 und 75m Tiefe; auch 
südlich des Aquators liegt es zuweilen unter der Oberflächenschicht. 
XII. Aus dem Bericht des Kommandos S. M. S. »Planet« vom +4. April 1906 über 
die Fahrt von St. Helena nach Kapstadt. 
1. Allgemeines, 
Die eingeschlagene Reiseroute (s. Taf. 26a) versprach die meisten Ergebnisse, 
Während der direkte Weg nach Kapstadt längs der Kabellotungen führt und 
außerdem recht gegen den Passat gerichtet ist, während ein Bogen nach Süden sich 
ungefähr mit dem Kurse des heimkehrenden Gauß gedeckt hätte, führte der Weg 
längs des Breitenparallels von St. Helena nach Osten durch unerforschtes Gebiet, 
und brachte das Schiff zum östlichen Teil des Walfisch-Rückens, dessen Fest- 
legung eine lohnende Aufgabe schien. 
Auch für Drachen- und Ballonaufstiege schien dieser Bogen jedenfalls nicht 
ungünstiger als ein anderer Kurs, da der Passat nach den Karten und Segel- 
handbüchern gerade in verhältnismäßiger Nähe der afrikanischen Küste weit 
nach Süden sich vorschiebt, Leider hat die windstille Oberschicht des SO-Passats 
hohe Drachenaufstiege und sein Wolkenreichtum das Gelingen des einzigen mög- 
lichen Ballonaufstiegs vereitelt, 
Die unerwartet nördliche Lage des Walfisch-Rückens zwang, um das Ein- 
treffen des Schiffes in Kapstadt am 5. April sicherzustellen, zu etwas vorzeitigem 
Abbrechen der Lotungen, so daß der nördliche Abfall nicht mehr hat festgelegt 
werden können, Ungewöhnlich gutes Wetter bis kurz vor dem Hafen, verbunden 
mit dem nahe der Küste geringen Gegenstrom und einer Windrichtung, die zeit- 
weise Segelführung erlaubte, haben das Eintreffen in Kapstadt nun aber doch 
schon am 4. April ermöglicht. 
2. Ozeanographie. 
Fortsetzung der regelmäßigen Beobachtungen über Temperatur und Salz- 
gehalt der Meeresoberfläche, 
Neben drei Serien in den verschiedenen Schichten der Tiefsee wurde der 
Schwerpunkt der Untersuchungen auf die Festlegung des sogenannten Walfisch- 
Rückens gelegt, welcher die südafrikanische von der Capmulde trennt. Während 
bisher angenommen wurde, daß diese Schwelle auf der Breite der Walfischbai 
an den Kontinentalsockel ansetzt, ergaben die Lotungen S. M. S. »Planet«, daß 
die Schwelle von der Valdivia-Bank aus nordöstlich streicht; die Tiefe der 
Schwelle ergab sich zu 2200 bis 2500 m, von 3000 mı steil auf 4000 m abfallend. 
Der Ansatzpunkt liegt auf der Höhe von Kap Frio. Im ganzen wurden 27 Lotungen 
zwischen St. Helena und Kapstadt gemacht, von denen die Lotungen, welche zur 
Aufklärung des Walfisch-Rückens dienten, nebst den Bodentemperaturen zu einer 
Karte vereinigt wurden. (Näheres siehe in dem unten folgenden Bericht des 
Dr. Brennecke.) 
3. Meteorologie. 
a. Drachenaufstiege. 
Am 20,, 21., 22, und 23. März wurden Östlich von St. Helena zwischen 
3° W und O mit allen Mittel 3 bis 5 stündige Versuche gemacht, mit den Drachen 
über die untere Passatzone (d. h. über durchschnittlich 1900 m) hochzukommen. 
Es gelang jedoch keinmal, weiter als wenige Meter in die darüber lagernde 
Schicht völliger Stille vorzudringen, 
Am 2, April wurde in 30° S-Br. und 15° O-Lg. ein kurzer Aufstieg gemacht, 
um die Windverhältnisse für einen für den 3. April beabsichtigten größeren Auf- 
stieg zu erforschen. Der Aufstieg ergab ein geringes Wachsen der Windstärke 
nach oben, Der daraufhin am 3, April unternommene Aufstieg mußte wegen zu 
schwachen Windes abgebrochen werden. 
In windstillen Gegenden und in Gegenden mit windstillen oder wind- 
schwachen Öberschichten reicht selbst die Maximalgeschwindigkeit des »Planet«
	        
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