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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

XI. Ozeanographische Arbeiten S. M. S. »Planet« im Nordatlantischen Ozean. 357 
das Internationale Meereslaboratorium in Christiania zur. Verfügung gestellt. Zur 
Bestimmung des Gasgehalts wurden einerseits Wasserproben in evakuierten Röhren 
eingeschmolzen, andrerseits der Sauerstoffgehalt des Meereswassers nach dem 
titrimetrischen Verfahren von Winkler bestimmt. Auch wurden einige volu- 
metrische Bestimmungen des im Meereswasser enthaltenen Sauerstoffs und Stick- 
stoffs mit einem nach Knudsens Prinzip konstruierten Apparat erhalten, 
Von den Resultaten seien die Ergebnisse der beiden ersten Stationen 
(Biscaya-See und West von Finisterre) wiedergegeben. 
Station I. 46° 52’ N-Br., 7° 4.5 W-Lg. Station II. 41° 19.3’ N-Br, 11° 31,1’ W-Lg. 
26. I. 1906. 28. I. 1906. 
Temperatur. 
11.6° €. 
In 40 
NO 
AO 
6.45C 
Tiefe. 
Om 
500 « 
800 « 
LOOO0 « 
L500 « 
1610 
Salzgehalt, 
35.49 % 0 
35,52 « 
35.70 « 
35.66 « 
35.35 € 
08 
Tiefe, 
m 
00 € 
290 « 
400 
600 € 
R00 
Temperatur. 
13.4° €. 
13.0° « 
11,8° « 
11.0° K 
10.6° « 
106° - 
Salzgehalt. 
35,840 
35.70 /w 
35.61 € 
35.52 « 
35.57 « 
335.79 € 
Waren die Temperaturverhältnisse hier zum Teil auch bekannt, so bieten 
die Beobachtungen doch eine willkommene Kontrolle bzw. Ergänzung der 
Temperaturkarten des »Valdivia«-Werkes, da in diesen Gebieten nur wenige 
Messungen vorliegen und hier der Temperaturüberschuß über die westlicher 
gelegenen Gebiete ein recht beträchtlicher ist. Der Hauptwert unserer Reihen 
dürfte in den Bestimmungen des Salzgehalts liegen; beide” Reihen — und ebenfalls 
zwei südlicher gelegene Stationen — führen eine deutliche Zunahme des Salz- 
gehalts in 600 bis 800m Tiefe vor Augen, in welcher wir den Einfluß der aus 
dem romanischen Mittelmeer austretenden Tiefenströmung zu erblicken haben.') 
Da diese Strömung wärmer ist wie die im gleichen Niveau befindliche Schicht 
des Atlantischen Ozeans, so dürfte diese Tiefenströmung auch — wenigstens zu 
einem Teil — bedingend sein für den Temperaturüberschuß dieser Schichten 
gegenüber westlicher gelegenen Meeresteilen. 
Von den übrigen Serienbestimmungen sei unsere Station im Gebiet des 
Guineastromes angeführt, welche möglichst zentral zu den hier gelegenen Stationen 
der »Buccaneer«, »Challenger «, »Gazelle«, »National«, »Waterwitch« und » Valdivia« 
yewählt wurde. 
Station XI. 6° 57 N-Br., 15° 14,8 W-Lg. 23. 1I. 1906. 
Tiefe, Temperatur. 
500 m 6.3° €. 
800 « 5.20 « 
1000 « 4.79 « 
4743 « 950 « 
Tiefe, 
0m 
50 « 
100 « 
200 « 
100 = 
Temperatur. Salzgehalt. 
27,8° €. 34.65 % 0 
15,9° «© 35.48 « 
14,3° & 35.41 « 
12,8° « 35.23 « 
QAO 3487 
Ein Vergleich mit den Temperaturserien der oben erwähnten Expeditionen 
ergibt für die Stufen.100 m bis Boden gute Übereinstimmung. Nur die Stufe 
von 50m zeigt eine um etwa 5° niedrigere Temperatur an wie die 50 Meterstufe 
der anderen Expeditionen. Die Beobachtung beruht auf Messung mittels zweier 
Kipp-Thermometer von Richter, so daß die Genauigkeit verbürgt ist und ergibt 
auf 50 m Tiefenunterschied 11.9° Temperaturunterschied; dies ist eine der größten 
Differenzen, welche je beobachtet wurden. Eine kleine Serie, welche denselben 
Tag nachmittags gemessen wurde, gab ein detaillierteres Bild mit einer ähnlichen 
Anordnung der Temperaturen, nur ist der Unterschied etwas geringer: Ober- 
fläche 27,8°, 25 m 24.5°, 40m 21.65°, 50 m 18.0°. Differenz 0 bis 50m 9.8°C. 
Die vertikale Verteilung des Salzgehaltes zeigt ein Minimum in 800 m Tiefe 
— es ist dies dieselbe Erscheinung, welche der »Gauß« zuerst im Südatlantischen 
Ozean festgestellt hat —; auch an anderen Stationen im Nordatlantischen Ozean 
ist dies Minimum von uns konstatiert worden, jedoch meist nicht so ausgeprägt 
1) Dieses Maximum des Salzgehaltes in 800 m Tiefe auf Stat. I und IT ist um so auffälliger, 
als sonst, wenigstens weiter im Süden und im Südatlantischen Ozean, in dieser Tiefe ein Minimum des 
Salzgehaltes vorhanden zu sein scheint (man vergl. gleich die zunächst angeführte Station XD. G. Sch.
	        
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