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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1906. 
der Monaco-Karte abweicht, teilen. Im ganzen bleibt eine nicht hoch genug 
anzuerkennende Arbeitsleistung und das Gefühl der Genugtuung bestehen, daß 
die Meereskunde endlich einmal eine Spezialkarte des gesamten Meeresreliefs 
in Metermaß erhalten hat. Leider veraltet solche Karte schnell mit der fort- 
schreitenden Ablotung der Ozeane, die ja ihrerseits mit Freude zu begrüßen 
ist. Eine zweite und auch später noch zu wiederholende Auflage wird notwendig 
werden; es sei deshalb gestattet, eine kleine Reihe von Einzelheiten in den 
nachstehenden Zeilen anzuführen, um, soweit möglich, noch einen Beitrag zu 
ihrer Vervollkommnung zu liefern. 
Im Nordatlantischen Ozean fehlt auf 19° 23’ N-Br. 20° 33’ W-Lg. die 
von Kapt. Pätzelt gemeldete Untiefe mit 65 Faden, desgleichen in der Nähe 
davon die Doric-Bank!), beides Erscheinungen, die offenbar den bekannten, 
zwischen Azoren, Canaren und Festland gelegenen Bänken analog sind, Im 
»Bassin des Caraibes« südlich von St. Thomas mit Tiefer bis zu 4718 m ist 
der Flächenton weggeblieben. Sodann ist im Südatlantischen Ozean aus der 
Supanschen Tiefenkarte ein ganz offenbarer Stichfehler (wo B == Becken statt 
R = Rücken steht) übernommen und daher »Bassin du Rio Grande« gesetzt, 
während es natürlich um den Rio-Grande-Rücken sich handelt. Überhaupt 
sind nicht wenige Stichfehler in der Karte stehen geblieben; manche Fehler 
sind auch durch das offenbar mangelhafte Verständnis der deutschen, von 
Supan stammenden Ausdrücke bei der Übertragung in das Französische ent- 
standen. Eine sorgfältige Revision in dieser Hinsicht dürfte vorteilhaft sein.) 
Unter dem atlantischen Äquator ist die vom »Gauß« stammende Lotung 7230 m 
eingetragen; grade das Ergebnis dieser Nachprüfung der alten »Romanche«- 
Lotung hätte, abgesehen von technischen Erwägungen °) dazu führen sollen, 
auch das Ergebnis der alten Lotung des französischen Schiffes in 0° 11’ S-Br. 
und 18° 15’ W-Lg. mit 7370 m einzutragen, denn es ist zweifellos korrekt. Im 
hohen Süden des Atlantischen Ozeans sind die Messungen der schottischen 
Südpolar-Expedition bereits verwertet, manche Messungen der schwedischen 
Südpolar-Expedition aber noch nicht, obschon sie etwas früher als die der 
schottischen bekannt geworden sind, so fehlen z. B. die interessanten Lotungen 
im Bransfield-Sund. Die Bouvet-Gegend ist nicht richtig dargestellt, Man 
kann gern zugeben, daß es der »Valdivia«-Expedition nicht geglückt ist, 
einwandfrei nachzuweisen, daß Thompson Insel nicht existiert; daß aber 
Liverpool IL, Lindsay I. und Bouvet I, identisch sein müssen, hat die »Valdivia« 
dadurch bewiesen, daß sie über die vermeintlichen Positionen der zwei erst- 
genannten Inseln hinweggedampft ist.*‘) Zwei west-östlich voneinander ge- 
legene Inseln zwischen 54° 20’ und 54° 30’ S-Br. sollten daher nicht ein- 
gezeichnet sein, nachdem der ziemlich ausführliche Vorbericht Sachses 
hierüber seit 1899 vorliegt‘); neuerdings hat derselbe Autor in dem wissen- 
schaftlichen Werk der deutschen Tiefsee-Expedition (Band X) die Frage 
nochmals eingehend klargelegt. Abgesehen von dieser topographischen 
Einzelheit, fehlen auch in der ganzen weiteren Umgebung der Bouvet-Insel 
die 6 Lotungen, die die »Valdivia« daselbst ausgeführt hat. Schon aus dieser 
Tatsache gewinnt der Berichterstatter den Eindruck, daß von Herrn Sauerwein 
die Originallisten der Lotungen der »Valdivia« nicht benutzt worden sind. 
Hierin bestärkt die weitere Beobachtung, daß viele Lotzahlen der »Valdivia- 
zyrade im südlichen Eismeer auf der Monaco-Karte nicht in ihrer genauen 
Größe, sondern mit Abweichungen von mehreren Metern (bis zu 9 m in 
Einzelfällen) gegeben sind; höchstwahrscheinlich sind die Abweichungen durch 
die Benutzung englischer Angaben bei dem wiederholten Umrechnen von 
Meter in Faden und umgekehrt entstanden. Eine Revision dieses Materiales 
nach dem deutschen Originalwerk, das in Monaco vorhanden ist, wäre 
wünschenswert. 
;) Vgl. »Annalen der Hydrographie usw.«, 1900, &. 316. 
2) Vgl. zu diesem Punkte die ausführliche Besprechung der Karte durch de Margeric in 
‚Annales de Geographie... 1905, 8. 385f. 
V-, hierzu Schott im »Valdivia«-Werk, Bd. I, 8. 105. 
Vgl. »Ann. d, Hydr, usw.«, 1899, S, 276 u. Tafel 9, 
Vgl. »Zeitschrift der Ges. für Erdkunde zu Berlin«, Bd. XXXIV, Heft 2. 
ix
	        
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