Kleinere Mitteilungen,
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Kraftmaschinen häufiger!) als heute,?) wo man durch die gemachten Erfahrungen
vorsichtiger geworden ist und die zu treffenden Vorsichtsmaßregeln in ent-
sprechenden Forderungen der Bauvorschriften der Klassifikationsinstitute ihren
Ausdruck gefunden haben.‘°)
Der von Herrn Berndt angeführte Bescheid der Deutschen Seewarte:
»daß dort Kompaßstörungen durch elektrische Anlagen weder bekannt geworden
sind, noch für möglich gehalten werden, nachdem die Kompaßaufstellung geprüft
ist«, dürfte mindestens in der Form einseitig wiedergegeben sein und in dieser
Form die Gefahr in sich schließen, von dem der Kompaßfrage fernstehenden
Elektrotechniker falsch aufgefaßt zu werden, wie Herr Berndt selbst beweist,
der aus ihm folgert, »daß die einpolige Verlegung sich noch niemals schädlich
gezeigt hats.
Wie Herr Berndt die mit der Verwendung von Gleichstrom für den
Kompaß verbundene Gefahr unterschätzt, so neigt Herr Arldt zu einer Über-
schätzung dieser Gefahr hin. Ich habe schon in meiner Besprechung der ersten
Arldtschen Arbeit darauf hingewiesen, daß man mit Gleichstrom, selbst bei ein-
poliger Verlegung, gute Erfahrungen gemacht habe, wenn die Anlage sachgemäß
mit steter Rücksichtnahme auf die magnetischen Verhältnisse des Kompaßortes
ausgeführt ist und insbesondere in einem Umkreise von 10m um den
Kompaß eine sorgfältige zweipolige Verlegung stattgefunden hat,*)
Zum Schluß möchte ich nochmals darauf hinweisen,*°) daß eine magnetische
Schirmwirkung eiserner Decks, gegen die’ um ein Kabel herumlaufenden Kraft-
linien, von der Herr Berndt wie Herr Arldt einen günstigen Einfluß erhoffen,
der unglücklichste Faktor sein dürfte, mit dem man bei einer Einwirkung
elektrischer Leitungen auf den Kompaß zu rechnen hat.
Bremen, Juni 1906. Dr. H. Meldau.,
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Mecking, Dr. Ludwig: Die Eistrift aus dem Bereich der Baffin-Bai, be-
herrscht von Strom und Wetter. . Veröffentlichungen des »Instituts für
Meereskunde usw.« an der Universität Berlin. Heft 7, Januar 1906. 8°,
135 Seiten, 2 Tafeln in Steindruck und 3 Abbildungen im Text, Berlin,
E. S. Mittler & Sohn.
Das umfangreiche Material über die Eisverhältnisse im arktischen Meere, das sich in den all-
jährlichen diesbezüglichen Publikationen des dänischen meteorologischen Instituts sowie in den Samm-
lungen von Schiffsberichten der Deutschen Seewarte und anderer hydrographischer Amter findet, hat
für die Baffin-Bai und die benachbarten Gewässer in der obigen Abhandlung eine ausführliche Bearbeitung
:) Leider scheint von keiner Seite Zahlenmaterial über diese Frage gesammelt zu sein. Die
ersten Schnelldampfer für den Passagierverkehr nach New York hatten durchweg mit Kompaßstörungen
durch ihre elektrischen Anlagen zu kämpfen. Noch auf dem »H. H. Meier« des Norddeutschen Lloyd
(1892) wurden nach einer gütigen Mitteilung von Prof, C, Schilling zunächst Ablenkungen durch
elektrische Einwirkungen von mehr als einem Strich beobachtet, erst nach einer durchgreifenden
Änderung der Anlage stellten sich erträgliche Verhältnisse ein. Auf »Prinzregent Luitpold« erzeugte
die Leitung nach einer vornstehenden Kühlmaschine, solange sie einpolig verlegt war, ein 4C = — 7°.
Ein mir vorliegender Bericht vom »Salier« (1894) zeigt deutlich die völlige Unberechenbarkeit der frag-
lichen Störungen. Auf einer Reise nach Australien hatte man bis Suez ein 4C = —2,5°, dann auf
der ganzen Reise keine erkennbare Einwirkung, bis auf der Rückreise, ausgehend von Port Said, ein
AC = +20 einsetzte! Für Mitteilung weiteren Materials würden mich die in der Praxis
stehenden Herren zu Danke verpflichten. ;
2) Auch heute noch kommen gelegentlich ungünstige Verhältnisse vor, so — nach gütiger
Mitteilung von Herrn Nav.-Insp. Meißel — auf der »Erlangen«, wo Einwirkungen bis zu 0° vor-
handen sind, so daß jetzt eine Änderung der Anlage angeordnet ist. Gleiches gilt für mehrere
Hamburger Dampfer, wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe, und wie es durch den gerade von
Herrn Berndt mitgeteilten Bescheid des Vereins Deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere voll be-
stätigt wird.
3) Der Germanische Lloyd fordert das Zweileitersystem in einem Umkreise von 10 m um
den Kompaß, der Englische Lloyd in einem solchen von 15 Fuß unter Hinzufügung der Worte
»cables conveying heavy currents should be fixed at still greater distance«.
4) Auch in der Kaiserlichen Marine, vgl. »Marine-Rundschau« 1899, S. 155.
5) Siehe »Ann, d. Hydr. usw.« 1906, S. 248.