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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1906. 
raums, beispielsweise während einer Rundschwaiung, sich nicht wesentlich 
ändert. © 
* Nach dem Stapellaufe ist das Schiff noch fortdauernd der Einwirkung 
des Erdmagnetismus und ebensowohl während der Fertigstellung, als auch 
später im Betriebe, sei es im Hafen oder auf See, fortwährenden Erschütterungen 
ausgesetzt, es kommt also zu dem beim Bau aufgenommenen Magnetismus 
noch ein Teil hinzu, welcher, obgleich in seiner Richtung im allgemeinen ver- 
schieden von dem ersten Teile, doch in seiner Lage im Schiffe für eine 
gewisse Zeitdauer ungeändert bleibt, also eine halbkreisartige Deviation hervor- 
rufen und mit in den Koeffizienten P und Q enthalten sein muß. 
* Bezeichnen wir daher jetzt lediglich und allein die horizontalen Kom- 
ponenten des ursprünglich vorhanden gewesemen und des beim Bau auf- 
genommenen Magnetismus mit P und Q und die horizontalen Komponenten 
des letzteren später hinzugekommenen Teiles des Magnetismus mit pp und q, 
so können wir die Formeln für B und C auch schreiben: 
B = Stang 3 EM %- C = Stang 3 + A r- 
# P und Q sind ihrer Größe und ihrem Verhältnis nach für irgend einen 
Kompaßort außer durch die Aufnahmefähigkeit des Eisens oder Stahles für 
Magnetismus, lediglich bedingt durch die Intensität des Erdmagnetismus am 
Bauorte des Schiffes und den Baukurs. Die Lage der durch diese Kom- 
ponenten gegebenen magnetischen Kraft im Schiffe bleibt. also ungeändert. 
p und qg dagegen sind bedingt durch die Totalintensität des Erdmagnetismus 
am jeweiligen Schiffsorte und den jeweiligen Kurs, den das Schiff in der 
letzten Zeit angelegen hat. Die Lage der durch sie dargestellten magnetischen 
Kraft im Schiffe ist also veränderlich, Dieser Umstand bietet nun die Mög- 
lichkeit, den letzteren Teil von dem ersteren zu trennen und unter anderer 
Form darzustellen, und damit die Möglichkeit, beide Teile aus den angestellten 
Beobachtungen über die Gesamtdeviation eines Kompasses gesondert ableiten 
zu können. 
* Es müssen nämlich p und g als durch Induktion der erdmagnetischen 
Kraft entstandene Kraftkomponenten proportional der induzierenden Erdkraft 
sein, also wenn die magnetische Totalintensität mit T, der vorher angelegene 
magnetische Kurs des Schiffes mit %, bezeichnet wird, für die Längsschiffs- 
komponente » proportional der Kraft 7'cos &,, für die Querschiffskomponente qg 
proportional der Kraft Tsin 5, , und wir haben demnach p = — v T cos &,') und 
q=VY'T sin Öp, wo v und ı/ Konstanten sind, deren Größe von der Molekular- 
beschaffenheit der den Kompaß umgebenden Eisenmassen, der Stärke der 
Erschütterungen und dem Aufstellungsorte des Kompasses abhängt. 
* Setzt man diese Werte für p und g in die Formeln für B und C ein, 
so ergibt sich unter Berücksichtigung, daß E — sec J ist: 
B = 7 tang J + SH — 7 s00J cos . 
= 7 tangJ + RL -4 X s00J sin Be 
* In diesen Formeln sind die drei Arten des Magnetismus vollständig 
getrennt und erhalten die Koeffizienten c, P, v, f, Q, v' das Maß für die Größe 
der Wirkung dieser magnetischen Kräfte auf den Kompaß. Es sind: 
e, f die Koeffizienten des flüchtigen Magnetismus. 
P, Q die Koeffizienten des mehr dauernden (permanenten) Magnetismus 
{Baumagnetismus). 
die Koeffizienten des zurückgebliebenen (remanenten) Magne- 
tismus. 
ıj Das Minuszeichen muß hier gesetzt werden, da £p von Norden an zählt und bei nörd- 
lichem Kurse durch die erdmagnetische Kraft Nordpolarität vorn im Schiffe induziert wird, die 
Richtung der Längsschiffskomponente also negativ zu nehmen ist. 
Diese Formel für den remanenten Magnetismus wurde zuerst vom Kapt. Koldewey gefunden.
	        
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