Mars, S.: Über die Anwendung der Flindersstangen bei der Kompensation der Kompasse. 333
Deutschen Seewarte »Der Kompaß an Bord« verweisen. Es ist vielleicht besser,
hier nochmals eine kurze Erklärung dieser Koeffizienten zu geben, da unser
Gegenstand dann für den Leser leichter zu verfolgen ist, wobei die unten
mit *. bezeichneten Absätze dem Handbuch »Der Kompaß an Bord«, herausg,
von der Deutschen Seewarte 1889, entnommen sind, Die Gesamtdeviation 6
eines Kompasses an Bord eines eisernen Schiffes läßt sich durch folgende.
Gleichung darstellen:
sind = eos 6 + Bsinf + C cos F + Dsin(2 +0) + Ecos(2X Ad). . . . A)
worin die Größe von ö hauptsächlich abhängig ist vom Kompaßkurse X” und
die Koeffizienten X, 3, EC, D, € die Verhältniszahlen der störenden, magnetischen
Kräfte des Schiffes zu der an Bord an dem betreffenden Kompaßorte vor-
handenen magnetischen Richtkraft der Erde nach den beiden Richtungen
vorn und steuerbord (positiv) bezeichnen. .
Geht das Maximum der Deviation nicht über 20°, so kann man mit
einer für die Praxis ausreichenden Genauigkeit in der obigen Formel sin ö = 6,
cos d= 1 und sin (2. + 0) = sin 2, cos (25 + 0) = cos 2 f’ setzen und erhält
$= A+Bsinf’ + Ccos+Dsin2+Ecos2 ... +. + @)
worin die Koeffizienten A, B, C, D, E, um 6 direkt in Graden zu bekommen,
auch in Gradmaß ausgedrückt werden müssen.’
Für einen in der Mittelschiffslinie aufgestellten Kompaß werden A und E
gleich 0 oder nahezu = 0, so daß diese Koeffizienten alsdann ebenfalls ver-
nachlässigt werden können und man die einfache Gleichung erhält
$— Bein” +CcosF+Dsin2 05-44 6)
welche in allen Fällen der praktischen Navigation genügen wird,
*% Die Koeffizienten B und C, des beim Bau aufgenommenen Magnetismus,
bestehen aus 23 Teilen,
B — © tangJ + LA
7 ET ZH
f Q1
C= = tang J + =
ınd
* Der erste Teil dieser Koeffizienten wird durch momentane Induktion
von Magnetismus im weichen Eisen des Schiffes durch die vertikale Komponente Z
der erdmagnetischen Kraft, der zweite Teil durch den permanenten Schiffs-
magnetismus und der dritte Teil durch den remanenten (zurückgebliebenen)
Schiffsmagnetismus hervorgerufen, Da sowohl die magnetische Inklination (J),
als auch die Horizontalintensität (H) in den verschiedenen Gegenden der Erde
sehr verschiedene Werte haben, so leuchtet sofort ein, daß die Koeffizienten
B und C und somit die Deviation eines Kompasses mit der Ortsveränderung des
Schiffes fortwährenden Änderungen unterworfen sind. Durch Berechnung der
Beobachtungen, die an ein und demselben Orte angestellt sind, erhält man
immer nur die Summe der beiden Teile, aus welchen, abgesehen vom remanenten
Magnetismus, die Koeffizienten B und C bestehen, kann also daraus keine
Schlußfolgerung weder über die Größe der Anderung selbst, noch über deren
Verlauf ziehen. Wären aber die Koeffizienten c, f, P, Q als konstant anzu-
sehen, so würde es möglich sein, durch Beobachtung von B und C auf zwei
möglichst verschiedenen magnetischen Breiten, beispielsweise Nordsee und Kap
der guten Hoffnung oder Australien, diese, Konstanten zu bestimmen. Man
würde damit vollen Aufschluß über alle Änderungen in der Deviation er-
halten und sich dieselbe für jeden gewünschten Ort im voraus berechnen
können, falls direkte Beobachtungen der Deviation nicht zu erhalten sind,
Nun sind allerdings c und f als Induktionskoeffizienten für jeden bestimmten
Kompaßort unter denselben Einschränkungen als konstant anzusehen; Dasselbe
trifft aber keineswegs zu bei den Koeffizienten P und Q. Diese Koeffizienten
bezeichnen die Wirkung der horizontalen Komponenten derjenigen magnetischen
Kraft des Schiffes, die unabhängig ist von der momentanen Induktion des
Erdmagnetismus, deren Lage im Schiffe also während eines gewissen Zeit-