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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Knipping, E.:- Sprünge in der Temperatur des Meerwasser. 
achtungen auf Nordbreite im Nordatlantischen, die größten auf Südbreite im 
Südatlantischen Ozean vor, und zwar außerhalb der heißen Zone an der West- 
seite, Nach der Dichte der Isothermen an der Oberfläche und in 400 m Tiefe 
zu schließen, kommen ebenso hohe Sprünge in keinem anderen Ozean vor, 
weder im Indischen, noch im Stillen Ozean. '— Die Sprünge zeigen eine 
deutliche jährliche Periode mit den höchsten Werten in der kalten Jahreszeit, 
Sie ist stärker im Nordatlantischen als im Südatlantischen Ozean ausgeprägt. 
Die vereinzelten landnahen Sprünge, wohl häufig durch Auftrieb allein 
verursacht, treten. weit zurück gegenüber den ozeanischen und den in großen 
Gruppen auftretenden Sprüngen, bei denen der Auftrieb aber ebenfalls eine 
Rolle zu spielen scheint. — Der Hauptunterschied zwischen den beiden großen 
Atlantischen Gruppen besteht darin, daß die Übergänge von »Kalt« zu »Warm« 
im Süden alle nach einer Richtung zeigen, im Norden dagegen häufig wechseln 
und entgegengesetzt verlaufen. Gemeinsam ist beiden die Abhängigkeit von 
den Windverhältnissen. — Die Sprünge geben schon bei einer mäßigen Anzahl 
die Möglichkeit, genäherte Isothermen zu zeichnen, wenn auch die Gegensätze 
dadurch wohl etwas zu scharf zum Ausdruck gebracht werden. — Die Grenzen 
der großen Gebiete mit Sprüngen verlagern sich mit den Jahreszeiten und 
Winden sowohl in Nord- als auch in Südbreite. 
23 
Übersicht der Meerestiefen in einer Weltkarte. 
Die unter den Auspizien des Fürsten von Monaco im Frühjahr 1905 fertig 
gestellte Carte generale bathymetrique des oceans*?) bedeutet für die Topographie 
der Meeresräume ein Ereignis. Eine auch nur in annähernd ähnlich großem 
Maßstab entworfene, nach einheitlichen Normen ausgeführte geographische 
Karte der Meerestiefen war bisher noch nirgends und niemals gezeichnet und 
gedruckt, und es ist nur billig, in erster Linie anzuerkennen, daß dem Fürsten 
von Monaco das Verdienst gebührt, die der Ausführung entgegenstehenden 
materiellen Schwierigkeiten durch Übernahme der Kosten aus dem Wege 
geräumt zu haben. Der Plan zu der Karte war bekanntlich von Prof, Thoulet”) 
entworfen und durch den internationalen Geographenkongreß zu Berlin 
aufgenommen worden; die Leitung der wissenschaftlichen Arbeit wurde vom 
Fürsten von Monaco dem Marineoffizier Ch. Sauerwein übertragen, nachdem 
im April 1903 zu Wiesbaden eine Konferenz der vom Geographenkongreß ein- 
gesetzten internationalen Kommission getagt hatte. Der VIII. internationale 
Geographenkongreß zu Washington 1904 hat dann schließlich die fertige Karte 
entgegengenommen und damit die gestellte Aufgabe als erledigt erklärt. 
Schon in prinzipieller Hinsicht muß das vorliegende Kartenwerk mit 
Befriedigung, zumal auf dem europäischen Festlande, begrüßt werden; denn 
es ist nunmehr eine der wichtigsten Forderungen der großen Mehrzahl der 
Ozeanographen erfüllt, nämlich die Einführung einer einheitlichen Namen- 
gebung für die untermeerischen Bodenformen, wenigstens zunächst in 
dieser Karte. Daß dabei im besonderen die von unserem Landsmanne Prof, 
Supan im Jahre 1899 aufgestellten geographischen Benennungen auf der 
ganzen Linie Beifall gefunden haben und somit in der neuen großen Karte 
sich finden, dürfte diese Befriedigung noch vermehren... Wer sich der 
Diskussion, die seinerzeit auf dem Berliner Kongresse über die Nützlichkeit 
‘) Der vollständige Titel des Werkes lautet: Carte generale bathymetrique des oc6ans, 
dress6e par ordre de S. A. 8. le Prince de Monaco d’apres le m&moire de M. le professeur "Thoulet 
adopt6 par la Commission de nomenclature sub-ocEanique et par le Conpres international de 
g6ographie A Washington, sous la direction de M. Charles Sauerwein, enseigne de vaisseau, par 
M. Tollemer, avec la collaboration de M. M. Bataille, Bolze, Lebas, L6veque, Morelli, Normand, 
Echelle 1:10000 000. Monaco 1905, Preis 50 Fr., mit Flächenkolorit 100 Fr. * ‘ 
2) Vel, Bulletin du Mus6e oe6anoeraphique de Monaco. Nr. 21. 25. Dezenrber 1904.
	        
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