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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

IX. Aus dem Bericht des Kommandos S.M. S. »Planet« über die Fahrt von St. Vincent nach Freetown. 313 
des Ballonaufstieges mit 5.3 m p. Sek. Aufstiegsgeschwindigkeit zu kontrollieren. 
Erreichte Höhe etwa 1000 m. Unten 5 bis 6 m p. Sek. Wind. 
Mittwoch, 21. Februar; 9° 9’ N-Br., 19° 9 W-Lg. Drachenaufstieg. Es gelang 
bei dem schwachen Winde -— etwa 4 m p. Sek. — nicht, über 1000 m hochzukommen. 
Donnerstag, 22. Februar; 8° N-Br. und 17.5° W-Lg.‘ Ballon-sonde-Aufstieg 
bei fast völliger Windstille, Erreichte Höhe etwa 13500 m. Instrument nach 
zwei Stunden wieder geborgen. Geringste Temperatur etwa — 68°. ; 
Freitag, 23. Februar; 7.3°N-Br. und 14.8°W-Lg. Drachenaufstieg, Erreichte 
Höhe etwa 2500 m. Unten fast Windstille, Drachen wurden durch 9 Sm Fahrt 
des Schiffes und Benutzung der Einholgeschwindigkeit des Motors in ‚obere 
Windschicht gebracht. 
Auswertungen waren aus Mangel an Zeit noch nicht zu machen. 
4. Biologie und Bakteriologie. 
Planktonstufenfänge wurden am 19., 20. und 23. Februar, an letzterem Tage 
nachmittags nochmals der Oberflächenstufenfang (5 bis 0 m), gemacht. Außerdem 
von 65 bis 35 m Tiefe am 23. Februar Plankton gefangen. Es wurden 12 Farben- 
skizzen nach dem Leben angefertigt, die betreffenden Präparate konserviert, 
Am 16. und 18. Februar wurde zoologisches Material zu späteren Unter- 
suchungen konserviert, welches im Hafen von St. Vincent durch Dredgen, in der 
Nähe der südlichen Cap Verdischen Inseln mit der Monako-Grundzange und in 
den Riffen der Inseln gewonnen wurde, 
Stickstoffuntersuchungen wurden am 19. und 20. Februar gemacht. 
Mikroskopische Präparate wurden von Grundproben angefertigt, wo solche 
mittels Schlammrohre gefördert wurden. 
Am 19. Februar wurden Bakterien in Nährlösungen zum Nachweis 
denitrizierender Arten gezüchtet. Das Plattenverfahren kam in Anwendung am 
14. Februar in St. Vincent und am 21. Februar. 
Oberflächenströmungen im Kattegat, Sund und in der westlichen Ostsee. 
Bearbeitet durch die Deutsche Seewarte nach Beobachtungen von dänischen und deutschen Feuerschiffen. 
(Hierzu Tafeln 22, 23, 24.) 
[Fortsetzung] 
IV. Die Strömungen bei den dänischen Feuerschiffen und die allgemeine 
Wetterlage. 
(Hierzu die synoptischen Stromkarten 1 bis 8, Taf. 22.) 
Die allgemeine Wetterlage ist für den Seemann auf See zwar nicht so 
leicht zu erkennen, wie für den, der die täglichen synoptischen Wetterkarten 
bald nach ihrer Fertigstellung vor sich hat, gleichwohl gelangt der Seemann, der 
die meteorlogischen Vorgänge unmittelbar und ununterbrochen selbst beobachtet 
und sie mit der Ortsveränderung seines Schiffes in richtige Beziehung zu setzen 
versteht, aber recht oft zu so klaren Bildern der allgemeinen Wetterlage, daß 
es wohl angezeigt erscheint, nicht nur, wie in I, II und III geschehen ist, die 
bei jedem Feuerschiffe gerade herrschenden Winde zu den Strömungen dort in 
Beziehung zu bringen, sondern auch durch .synoptische Darstellung einiger 
häufig wiederkehrender Wetterlagen zu zeigen, wie sich dabei die Strömungen 
verhalten, 
Es wurden dazu direkte Beobachtungen aus dem Jahre 1902. gewählt, 
weil von diesem Jahre nicht nur die Beobachtungen der 9 dänischen Feuerschiffe: 
Skagens Riff, Läsö Trindel, Läsö Rinne, Kobber Grund, Anholts Knob, Schultz’s 
Grund, Lappe Grund, Drogden und Gjedser ‚Riff vorliegen, sondern auch Beob- 
achtungen dänischer Zollfahrzeuge aus dem nördlichen Teile des Kleinen Belts 
(55° 27’ N-Br. und 9° 43’ O-Lg), von einem Punkte an der Südküste von Fünen 
(55° 3’ N-Br. und 10° 5’ O-Lg.), von der Westseite des Großen Belts (55° 18’ N-Br.
	        
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