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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

61° 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1906, 
4. Biologie und Bakteriologie. 
Am 4,, 8. und 10. II. wurden je drei Stufenfänge zur Bestimmung der 
Planktonmenge gemacht. Das gesammelte Material konserviert. Am 8. II. außer- 
dem von 25 1 Oberflächenwasser durch gehärtete Schläuche, Schüllsche Filter, 
Plankton gewonnen und aufbewahrt zur Kontrolle des Filtrationsverlustes des 
Apsteinschen Netzes. 
Am 6. und 10. II. das Meerwasser auf Bakterien untersucht durch Aussaat 
auf erstarrende Nährböden und Züchtung in Nährbouillonlösungen, 
Stickstoffanalysen von Oberflächenwasser wurden am 6. und 7. II. ausgeführt. 
IX. Aus dem Bericht des Kommandos S. M. S. »Planet« vom 24, Februar 1906 
über die Fahrt von St. Vincent nach Freetown. 
1. Allgemeines, 
Nach einem Tagesaufenthalt bei den südlichen Cap Verdischen Inseln (Fogo- 
Gruppe), der einige interessante zoologische und biologische Ergebnisse zeitigte, 
wurde etwa parallel der Festlandsküste nach Süden gesteuert, einmal, um das 
Vorhandensein einer nur auf einer einzigen Lotung beruhenden in den Tiefen- 
karten eingezeichneten Verflachung festzustellen, sodann, um für die bei dem zu 
erwartenden günstigen Wetter beabsichtigten Ballonaufstiege genügende Landferne 
zu haben. 
Die Serienmessungen am 23., an einer Stelle, an der bereits eine Reihe 
anderer Expeditionen gearbeitet hat, versprach Aufschlüsse über etwaige jahres- 
zeitliche Wasserveränderungen. 
Ein Heranloten aus der Tiefsee bis an die Festlandsküste zur Gewinnung 
von Grundproben, um dem seitens des Instituts für Meereskunde geäußerten 
Wunsch zu entsprechen, ist begonnen und wird beim Verlassen des Hafens zu 
Ende geführt werden. 
2. Ozeanographie. 
Fortsetzung der regelmäßigen Oberflächenbeobachtungen. 
Am 18. Februar Erprobung der verschiedenen Lotröhren und Zangen für 
kleinere Tiefen mit losem Material; die Lote förderten zahlreiche koralline 
Kalkalgen und Globigerinensand aus der Tiefe von 20 bis 200 m heraus. 
Am 19. Februar Lotung mit Serienbestimmungen auf 9°45’N-Br., 23° 30’W-Leg., 
Tiefe 4460 m. Bei Einholen des Drahtes riß im letzten Moment der Vorläufer 
mit den Instrumenten ab, Draht ging nicht verloren, 
Am 20. Februar wurden zwei Lotungen ausgeführt, da die auf den Tiefen- 
karten angegebene Tiefe von 2120 m (1160 Faden) auf etwa 11° 9’N-Br., 22° 2'W-Lg. 
anfechtbar erschien. Beide Lotungen auf 11° 9’ N-Br., 22° 8’W-Lg, und 11° 8’N-Br., 
22° 4’ W-Lg. ergaben Tiefen von 5124 m und 5129 m; da die Lotungen sich fast 
mit der auf den Tiefenkarten verzeichneten Lotung von 2120 m decken, so er- 
scheint es im höchsten Grade wahrscheinlich, daß diese Lotung auf einem Irrtum 
beruht und fehlerhaft ist, 
Am 23. Februar wurde auf 6° 57.0’ N-Br., 15° 14.8’ W-Lg. gelotet und Serien- 
bestimmungen gemacht; Tiefe 4743 m. Bei einer zweiten Lotung an demselben Tage 
auf 7° 18’ N-Br., 14° 43.4’ W-Lg., Tiefe 4226 m, kamen die Lotinstrumente intakt 
herauf, jedoch war die Schlammröhre aus dem Metall der Lotröhre ausgebrochen, 
ohne daß der Lotdraht gerissen war. 
3. Drachen- und Ballonaufstiege, 
Freitag, 16. Februar. Versuche von Land (Saö Vicente) aus mit Pilotballons. 
Zum Verfolgen wurde der große Kieker an Bord zu einer Art Theodolit umgebaut. 
Trotzdem wurde bei dem starken Passatwind die Gegenströmung nicht erreicht, 
die Ballons waren nur bis 2000 m Höhe zu verfolgen. 
Dienstag, 20. Februar; 11° N-Br. und 22° W-Lg. Ballon-sonde- Aufstieg, 
Erreichte Höhe etwa 6000 m. Das Instrument wurde auf dem berechneten Kurs 
aufgefunden und geborgen. Danach kleiner Drachenaufstieg, um die Temperaturen
	        
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