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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

VII. Aus dem Bericht des Kommandos S.M.‚S. »Planet« über die Fahrt von Lissabon nach St. Vincent, 311 
borgen. Die Kurve war von Bewohnern von Falster durch Blankputzen der 
Trommel vernichtet worden, 
2, 11.11. 1906. In 22° N-Br. und 23° W-Lg. Es gelang bei dem starken 
Wind — 13 m p. Sek. — nicht, das Gespann unbeschädigt vom Schiff hochzu- 
bringen. Ein Ballon riß sich los, wurde als Pilotballon . verfolgt, Ergebnisse 
der Messungen: 
bis 3000 m östl. Wind etwa 17 m p. Sek. . 
« 3000 bis 4000 m SW « 4m « « 
. 4000 « 6500m W « 13m « « 
Weiter konnte der Ballon nicht verfolgt werden. 
3. 12.11. 1906. In 19° N-Br. und 22° W-Lg. Das Gespann kommt gut 
hoch, obwohl unten Wind in gleicher Stärke wie am 11. herrscht. Die Ballons 
verschwinden zeitweise hinter Wolken, werden jedoch 45 Minuten lang verfolgt, 
bis sie dann hinter ci-Wolken aus Sicht kommen. 
Es wurde dann etwa 6 Stunden lang mit A, K, auf den berechneten Punkt 
des Niederkommens zu gefahren, dann das Suchen als erfolglos aufgegeben, 
Windrichtung und Geschwindigkeit waren an diesem Tage, wie folgt: 
Bis 2000 m östl. Wind 12 bis 13 m p. Sek. “ 
Bis 5400 m keine Beobachtungen, da die Ballons durch Wolken verdeckt 
waren, doch müssen in einem Teil dieser Zone Winde mit südlicher Komponente 
geherrscht haben, da nach dem Insichtkommen bei 5400 m die Ballons weit 
nördlich versetzt waren (Azimutänderung um 50° nach rechts). 
Von 5400 bis 8400 m westliche Winde von 20 bis 25 m p. Sek. Darüber 
hinaus keine zuverlässigen Angaben, wenngleich die Ballons bis etwa 11000 m 
in Sicht waren. Wahrscheinlich waren in dieser Höhe die ci-Wolken erreicht. 
Die angegebenen Höhen und Windgeschwindigkeiten können auf Genauigkeit 
keinen Anspruch machen, da bei dem unten herrschenden Winde der Auftrieb 
der Ballons nicht mit Sicherheit zu machen war. Für die Berechnung sind 5 m 
p. Sek, Auftriebsgeschwindigkeit angenommen worden, und dabei eher zu hoch 
als zu niedrig geschätzt worden. Dagegen sind die beobachteten Richtungen 
einwandfrei, somit ist an den beiden Orten der Antipassat mit südlicher 
Komponente nachgewiesen. ) 
e. Pilotballons. 
. Es hat sich bei einer Reihe von Versuchen gezeigt, daß die Pilotballons 
in dieser Größe zur Verwendung auf schlingerndem Schiff ungeeignet sind. Es 
gelang bei dem stark arbeitenden Schiff nicht, die Ballons auf mehr als 6 km 
Entfernung zu verfolgen. Diese Entfernung entsprach bei den bisher angetroffenen 
starken Winden einer Höhe von etwa 2000 m. In keinem Falle ist Wind aus 
anderer als östlicher Richtung erreicht worden. 
Um diese wichtigen und wenig zeitraubenden Versuche fortsetzen zu 
können, wird vorgeschlagen, Ballons von mittlerer Größe — etwa 1m Durch- 
messer — zu beschaffen. Es erscheint sehr zweckmäßig, jedesmal wenn größere 
Windgeschwindigkeiten in den höheren Schichten zu erwarten sind, vor dem 
Ballon-sonde-Aufstieg einen Pilotballon fliegen zu lassen und nach den gefundenen 
Resultaten zu entscheiden, ob mit Wahrscheinlichkeit darauf gerechnet werden 
kann, das Balloninstrument zu bergen. Es wird dadurch Verlusten von Instrumenten 
zum Teil vorgebeugt werden. — Auch wird damit zugleich ein sehr wertvoller 
Anhalt über die voraussichtliche Dauer des Versuches sowie darüber gewonnen, 
wie Kurs und Fahrt am besten zur Wiedererlangung des Instruments an- 
zusetzen sind. 
Die Auftriebsgeschwindigkeit dieses Ballons würde für eine bestimmte 
Füllung mit hinreichender Genauigkeit durch Versuche von Bord aus festgestellt 
werden können, dadurch, daß man in abgemessener Entfernung unter dem Ballon 
ein Stück Metallpapier anbringt, aus dem Winkel zwischen diesem Papier und 
dem Ballon die Entfernung des Ballons und dann mit dem Höhenwinkel die vom 
Ballon erreichte Höhe ausrechnet. Versuche hinsichtlich der Genauigkeit der so 
errechneten Vertikalgeschwindigkeit werden hier in Saö Vicente an Land an- 
gestellt werden.
	        
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