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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

VII. Aus dem Bericht des Kommandos 8. M. S. »Planet« über die Fahrt von Kiel nach Lissabon. 309 
probung an Bord mitgegeben worden, wie zwei Maximum-Anemometer von 
Steffens, ein Winkelmesser von Rotch, zwei Haarhygrometer von Steffens u. a. 
Eine Luftpumpe zur Prüfung der Drachen-Barographen und die erforderlichen 
Materialien zur Gewinnung und Sicherung der Aufzeichnungen vervollständigen 
die Ausstattung. ) "Dr. Köppen. 
VII. Aus dem Bericht des Kommandos S. M. S. »Planet« vom 29. Januar 1906 
über die Fahrt von Kiel nach Lissabon. 
‘1. Allgemeines. 
Es wurden zwei Stationen gemacht, die erste in der Biscaya-See, die zweite 
westlich von der spanischen Küste, Auf beiden Stationen wurde ozeanographisch 
und biologisch gearbeitet. Auf der ersten wurde außerdem ein Drachenaufstieg 
ausgeführt, auf der zweiten wurden Pilotballons fliegen gelassen. 
2, Ozeanographie. - 
Systematische Durchprobung der Instrumente und Arbeitsmethoden sowie 
Oberflächen- und Tiefseebestimmungen. Die Oberflächenbestimmungen erstrecken 
sich auf Bestimmungen der Temperatur und des Salzgehaltes des Meerwassers 
um 83V und 4bN täglich; vergleichende Bestimmungen der Dichte des Meer- 
wassers mittels Aräometer und Chlortitrierung haben stattgefunden. Außerdem 
wurde täglich versucht, die Farbe des Meerwassers mit Hilfe der Forellschen 
Farbenskala zu bestimmen. Am 26, Januar wurde auf 46° 52’ N-Br., 7° 45’ W-Lg. 
4610 m und am 28, Januar auf 41° 19.3’ N-Br., 11° 31.1 W-Lg. 3690 m Tiefe gelotet. 
Außerdem wurden an beiden Stationen Bestimmungen der Temperatur, der Dichte 
und des Gasgehalts des Meerwassers in verschiedenen Tiefenschichten ausgeführt. 
Bei der zweiten Station am 28. Januar kam das Ende des Lotdrahts ohne die 
beigegebenen Instrumente herauf; da kein Verkinken des Drahtes stattgefunden 
hat, so ist anzunehmen, daß das Ende des Drahtes durch Rotation der Instrumente 
abgedreht ist; in Zukunft soll ein Wirbel dieses verhindern. 
3. Drachen- und Ballonaufstiege. 
Am Freitag den 26. Januar wurde in etwa 46° 50’ N-Br. und 7° W-Lg. 
mittags 1 Uhr ein Drachenaufstieg ausgeführt. Wenn auch der Hauptzweck dieses 
Aufstieges weitere Schulung des Personals und Bereicherung der Erfahrungen 
war, so.konnte doch in einer Entfernung von mehr als 100 Sm vom Festlande 
erwartet werden, in der Luft die gleichen Zustände anzutreffen wie auf dem 
offenen Ozean, Erreichte Maximalhöhe 3547,7 m, dort herrschende Temperatur 
+1.6°C. Feuchtigkeit nicht registriert, Windgeschwindigkeit etwa 14 m p. Sek. 
Windrichtung war nicht zu konstatieren, da die Drachen durch Wolken verdeckt 
waren. Verhältnisse unten: Barometer 772.0 mm, Temperatur + 12.2°C., Wind 
NNW 5, Bewölkung: cu, ni, später gleichförmige ni.-Decke in etwa 400m Höhe, 
Am 29. Januar wurden zur Schulung des Personals während der Tieflotungen 
zwei Pilotballons fliegen gelassen. Das Verfolgen gelang zunächst nur bis etwa 
2000 m Höhe. Das Sichten der Ballons wurde wesentlich erleichtert dadurch, 
daß Metallpapier angehängt worden war. 
4. Biologie und Bakteriologie. 
Auf der Fahrt durch den Kanal wurden mehrere Male je 1001 Oberflächen- 
wasser durch Taffet filtriert. Das abgesetzte Plankton lebend untersucht. Auf 
Station 1 am 26, I. 1906 in der  Biscaya-See mit dem mittleren Planktonnetz 
— nach Apstein — Stufenfänge 100 — 5m und 5m — Oberfläche gemacht. 
Die Fänge in Alkohol konserviert. Zum Nachweis von Bakterien im Meerwasser 
wurden 0.05 ccm, 0.25 und 0.5 ccm einmal in eine Nitritbouillon (modifizierte 
Gransche Lösung) und zweitens auf Fischbouillon-Gelatineplatten 5%, geimpft. 
Zugleich wurde das Meerwasser der Oberfläche untersucht auf die in demselben 
gelösten Stickstoffverbindungen. 
; Auf Station 2 westlich von Kap Finisterre. würden dieselben Untersuchungen 
vorgenommen.
	        
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