Die Witterung an der deutschen Küste im April 1906,
3083
Niederschlag, mm
Zahl der Tage
Windgeschwindigkeit
Stat.
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Daten der Tage
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Wilh. 1 21— 12 44) 18.
Keit. 14 34+ 2/ 11.6 27.|
Ham, 18! 40— 2 114 27.
Kiel | 12| 19| 31/— 9 7,9 27.1
Wus. | 5] 10} 15—13| 7.0 27.
Swin. | 11 9 10—23 3.322.
Rüg. 16 4 20— 9 9.0 25.}
Neuf. | 13| 26 39-4 515.0 30.
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Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)
Mittl. Wind-
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Die charakteristischen Merkmale der Witterung im Monat April bestanden
in einer lang anhaltenden, ungewöhnlichen Dürre, hohen Tagestemperaturen und
sehr viel Sonnenschein. Die Ursache hierfür war das Vorherrschen einer Wetter-
lage, welche man nach van Bebber‘) als Typus II oder Strahlungstypus be-
zeichnet. Dreimal zog ein hohes barometrisches Maximum,. von den britischen
Inseln kommend, langsam ostwärts durch das europäische Festland hindurch. Erst
gegen Ende des Monats blieb Deutschland im Bereiche verschiedener Barometer-
depressionen, welche teils von England und Frankreich nach Osten und Süd-
osten, teils vom Adriatischen Meere nach Norden und Nordosten vorrückten und
der Witterung überall einen sehr unbeständigen Charakter gaben, Aber die
Luftbewegung, welche fast den ganzen Monat hindurch außerordentlich schwach
war, wurde auch im Rückengebiet hierdurch nur in geringem Maße verstärkt,
Was die Wetterlage des April im einzelnen betrifft, so lag am ersten Tage
des Monats ein ausgedehntes intensives Hochdruckgebiet mit seinem Kern über
den britischen Inseln; es bewegte sich. langsam ostwärts und drängte die im
Nordosten Europas gelegene Depression, welche ihren Einfluß im östlichen
Deutschland noch geltend machte, allmählich nordwärts, Bei vorwiegend nord-
westlichen Winden hatte das Binnenland noch regnerisches, meist trübes und
ziemlich kühles Wetter. Dieses Bild mußte sich aber bei dem weiteren Vor-
äringen des Hochdruckgebietes nach dem Kontinent an den folgenden Tagen
bald ändern. Die Niederschläge hörten fast gänzlich auf, und andauernder
Sonnenschein herrschte über dem gesamten zentralen Europa. Allerdings ver-
mochte die Temperatur bei den kalten nördlichen Winden trotz der starken
Sonnenstrahlung bis zu dem 5. Tage des Monats die Normale noch nicht zu er-
\ Erklärung der Trpen in »Ann. d. Hrdr. usw.« 1906, S. 141 u. £.