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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Die Witterung an der deutschen Küste im April 1906, 
3083 
Niederschlag, mm 
Zahl der Tage 
Windgeschwindigkeit 
Stat. 
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N.211.015.0110.0H 
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Meter pro Sek. | 
Mittel] Abw. | SEETm- 
Daten der Tage 
mit Sturm 
Bork. ir} 24|-— 10; 13.8) 18. 
Wilh. 1 21— 12 44) 18. 
Keit. 14 34+ 2/ 11.6 27.| 
Ham, 18! 40— 2 114 27. 
Kiel | 12| 19| 31/— 9 7,9 27.1 
Wus. | 5] 10} 15—13| 7.0 27. 
Swin. | 11 9 10—23 3.322. 
Rüg. 16 4 20— 9 9.0 25.} 
Neuf. | 13| 26 39-4 515.0 30. 
Mem. | 7! 6! 13/— 15! 4,5) 20. 
61 
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3.4 —1.5 12 
2.6 —23 12 
3.2 —1.4' 101% 
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Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) 
Mittl. Wind- 
stärke (Beaufort) 
Stat. 
ale [2 181e 81. JEl= JE]. ZlE]E 
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1.9 
19 
38 2275 238 
95 | 3.1 | 1.7 
23 | 281921 
2 
4 
4 
Y) 
2 
1 
21 
Die charakteristischen Merkmale der Witterung im Monat April bestanden 
in einer lang anhaltenden, ungewöhnlichen Dürre, hohen Tagestemperaturen und 
sehr viel Sonnenschein. Die Ursache hierfür war das Vorherrschen einer Wetter- 
lage, welche man nach van Bebber‘) als Typus II oder Strahlungstypus be- 
zeichnet. Dreimal zog ein hohes barometrisches Maximum,. von den britischen 
Inseln kommend, langsam ostwärts durch das europäische Festland hindurch. Erst 
gegen Ende des Monats blieb Deutschland im Bereiche verschiedener Barometer- 
depressionen, welche teils von England und Frankreich nach Osten und Süd- 
osten, teils vom Adriatischen Meere nach Norden und Nordosten vorrückten und 
der Witterung überall einen sehr unbeständigen Charakter gaben, Aber die 
Luftbewegung, welche fast den ganzen Monat hindurch außerordentlich schwach 
war, wurde auch im Rückengebiet hierdurch nur in geringem Maße verstärkt, 
Was die Wetterlage des April im einzelnen betrifft, so lag am ersten Tage 
des Monats ein ausgedehntes intensives Hochdruckgebiet mit seinem Kern über 
den britischen Inseln; es bewegte sich. langsam ostwärts und drängte die im 
Nordosten Europas gelegene Depression, welche ihren Einfluß im östlichen 
Deutschland noch geltend machte, allmählich nordwärts, Bei vorwiegend nord- 
westlichen Winden hatte das Binnenland noch regnerisches, meist trübes und 
ziemlich kühles Wetter. Dieses Bild mußte sich aber bei dem weiteren Vor- 
äringen des Hochdruckgebietes nach dem Kontinent an den folgenden Tagen 
bald ändern. Die Niederschläge hörten fast gänzlich auf, und andauernder 
Sonnenschein herrschte über dem gesamten zentralen Europa. Allerdings ver- 
mochte die Temperatur bei den kalten nördlichen Winden trotz der starken 
Sonnenstrahlung bis zu dem 5. Tage des Monats die Normale noch nicht zu er- 
\ Erklärung der Trpen in »Ann. d. Hrdr. usw.« 1906, S. 141 u. £.
	        
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