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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

20 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1906. 
6 Monate mit den meisten Werten, Mai bis Oktober, dann November bis April, 
so erhalten wir 53:28 oder 2:1; unter B, nur die großen Sprünge, ent- 
sprechend 14:4 oder 31!/„:1. Will man diese Zusammenfassung als zu will- 
kürlich nicht gelten lassen, weil der November keine Beobachtung liefert, so 
kann man als Ausgleich für den fehlenden November auch den Mai fallen 
Jassen und hat dann für je 5 Monate, Juni bis Oktober, Dezember bis April, 
die Zahlen 42:28 oder 3:2 unter A, und unter B 12:4 oder 3:1. 
Über die jährliche Periode der Sprünge in Nord- und Südbreite kann 
also kein Zweifel bestehen und ebensowenig über den Gegensatz der Jahres- 
zeiten in den entgegengesetzten Breiten, Dies Ergebnis ist offenbar unab- 
hängig von der Verteilung der Reisen und Schiffswege. 
So unsicher wegen der geringen Zahl der Beobachtungen die Verhältnis- 
zahlen auch noch sein mögen, so sicher scheint doch ferner schon daraus 
hervorzugehen, daß der jahreszeitliche Gegensatz in Nordbreite stärker aus- 
geprägt ist als in Südbreite. In Nordbreite haben wir für die großen Sprünge, 
B, 1:9, in Südbreite 3'/, :1 oder 3:1. Daß dies in erster Linie für den 
Atlantischen Ozean gilt mit °/, aller Beobachtungen, wurde schon bemerkt, 
Für viele andere meteorologische Verhältnisse und den Atlantischen Ozean 
steht der Satz: »stärkere Gegensätze in entgegengesetzten Jahreszeiten im 
Norden«, schon längst fest; diese Temperatursprünge liefern eine neue 
Bestätigung dafür. 
Allgemeine geographische Verteilung. Tafel2, Fig. 1. Die größte Gruppe der 
beobachteten Sprünge liegt östlich von Nordamerika und reicht bis 40° W-Lg. 
in der Breite von St. Johns auf Neufundland. Mitten zwischen den Bermudas 
und den Azoren liegt eine vereinzelte Beobachtung, ebenso eine 10” nördlich 
von den Azoren. Vereinzelte Sprünge finden sich weiter im Englischen Kanal 
und im Biskaischen Busen, an der Küste der Pyrenäen-Halbinsel, dann noch 
eine vereinzelte Beobachtung bei den Kanarischen Inseln und eine vor Bathurst, 
südlich von Kap Verde. 
Im Mittelmeer kommen ebenfalls vereinzelt Sprünge vor, um sich im 
Roten Meer bis über Kap Ras-Hafun hinaus fortzusetzen. Auf dem weiteren 
Wege nach Osten kommt noch eine einzelne Beobachtung bei den Lakkediven 
vor; dann hören sie auf bis zum Eingang der Straße von Formosa, Von 
hier an treten sie wieder etwas häufiger auf bis zu den Japanischen Gewässern, 
Der letzte Sprung findet sich in 154° O-Lg. in der Breite von Yezo, 
In Südbreite und im Atlantischen Ozean begegnen wir den ersten 
Sprüngen an der Ostküste Südamerikas bei Kap Frio. Sie bleiben aber hier 
vereinzelt, bis südlich vom Kap Santa Maria vor der La Plata-Mündung eine 
sehr dichte Gruppe auftritt, mit einzelnen Sprüngen bis zu 50° $S-Br. bei den 
Falklands-Inseln. Mitten im Südatlantischen Ozean begegnen wir einer 
einzelnen Beobachtung bei Tristan da Cunha, dann folgt wieder sprungfreies 
Wasser bis zum Meridian der Kapstadt. Von hier aus zieht sich eine lockere 
Gruppe von Sprüngen bis zur Mitte zwischen den Kerguelen und Neu- 
Amsterdam hin. 
Im südlichen Stillen Ozean endlich finden wir nur zwei Sprünge, einen 
bei der Bass-Straße, einen anderen an der Westküste Südamerikas in 7° S$S-Br. 
Die meisten Sprünge finden sich demnach in den außertropischen west- 
lichen Teilen der großen Weltmeere. Sprünge von 11° C. und darüber kommen 
nur in den zwei großen Gruppen der Westhälfte des Atlantischen Ozeans vor. 
Solche mittlerer Größe, 8° bis 10° C,, kommen außer in diesen beiden Gruppen 
nur einmal bei Tristan da Cunha, zweimal im östlichen Mittelmeer und einmal 
im ostchinesischen Meere vor. Im Indischen Ozean kommen nur Sprünge von 
5° bis 7°C. vor. 
Bei vereinzelten landnahen Sprüngen hat man es wohl vielfach nur mit 
Auftriebwasser zu tun, d.h. mit Wasser aus tieferen, kälteren Schichten, das 
als. Ersatz für das an der Oberfläche vom Winde seewärts bewegte Wasser 
von unten aufsteigt. Bei den größeren Gruppen und ozeanischen Sprüngemn 
denkt man zunächst an warme und kalte Strömungen, die nebeneinander her- 
gehen, sich aber auch verdrängen und gegenseitig durchdringen können, Wo
	        
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