298 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1906.
Tafeln für Subtraktionslogarithmen berühren: es sollte, um bei unserem Beispiele
zu bleiben, zu einem Eingange links log? = 0.0012 rechts log — 1) gegeben
sein. Eine solche Tafel könnte man in folgender Weise berechnen: Man sucht
zu log a =— 0.0012 den Numerus * = 1.002767, schlägt log ee 1) = log 0.002767
auf und findet so den zu 0.0012 gehörenden Wert 7.442—10. Dieser Wert ist
dann zu dem kleineren Logarithmus, in unserem Falle zu log a, zu addieren,
um log (b—a) zu erhalten. Man sieht sofort ein, daß bei einer solchen An-
ordnung der Tafel ähnliche Zweifel wie oben gar nicht aufkommen können.
Die Zech’schen Tafeln sind etwas anders, aber ebenso bequem eingerichtet:
hier subtrahiert man ebenfalls den kleineren Logarithmus von dem größeren,
muß dann aber den der Tafel entnommenen Wert von dem größeren Logarithmus
subtrahieren. Aber wie immer auch derartige Tafeln eingerichtet sein mögen:
für unsere Zwecke können nur sie allein in Frage kommen; dann aber gewähr-
leisten sie auch die größte Kürze und Schärfe der Rechnung und den Fortfall
jeder Interpolation, Aber schließlich könnte sich Herr Wedemeyer in diesem
Falle auch auf seinen ausdrücklich ausgesprochenen Vorbehalt berufen, daß nur
vorhandene Tafelwerke benutzt werden sollen, denn die Zech’schen Tafeln sind
nicht vier-, sondern siebenstellig ; doch scheint mir damit gegen die von mir
behauptete Möglichkeit, mit vierstelligen Tafeln auszukommen, nichts gesagt zu
sein, Ich muß daher bei meiner früheren Behauptung bleiben, daß Formel IIT
zu den besten existierenden gehört, die selbst bei vierstelliger Rechnung erlaubt,
den Gesamtfehler aus logarithmischer Rechnung, aus Abrundung von g, d und
t und Entnahme aus den Tafeln unter 2’ zu halten. Sie kann meines Erachtens
daher hei vielen astronomischen Rechnungen mit Vorteil Anwendung finden;
jedenfalls ist es ein großer Vorzug, daß bei ihr nicht wie bei anderen Formeln
der Maximalfehler der logarithmischen Rechnung mit dem Maximalfehler der Ab-
rundung zusammenfallen kann.!) So bleibt denn der Gesamtfehler bei gleichen h
und d im ganzen Gebiete der @ und t auf einer gleichmäßig mittleren®Höhe,
Wie ich aber im übrigen zu der Verwendung der Formel III in der
Praxis stehe, das ist zur Genüge aus meinen früheren Veröffentlichungen
ersichtlich, Ich habe dann einen anderen Vorschlag gemacht, der zwar eine
außerordentlich kurze Rechnung gestattet, aber in anderer Hinsicht wieder
etwas künstlich ist. Überhaupt will mich bedünken, daß die sogenannte Höhen-
methode durch ihre große Eleganz allzusehr besticht: an Einfachheit und Kürze
der Rechnung ist ihr entschieden die Längenmethode überlegen, bei der man
ganz sicher mit vierstelligen Logarithmen auskommt. Aus diesem Umstande
erklären sich ja gerade die zahlreichen Untersuchungen über die Genauigkeit
der zur Höhenberechnung aufgestellten Formeln, wie sie z. B. Herr Wedemeyer
in seltener Vollständigkeit angestellt hat. Dr. H. Teege.
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Reichs-Marine-Amt. Beiheft zum Segelhandbuch für das Mittelmeer,
III. Teil: Die Nordküste von Afrika. 8°. 20 Tafeln mit 152 Küstenansichten,
Berlin 1906. In Vertrieb bei E. $S. Mittler & Sohn. Preis geb. 3.00 Mk,
Das Beiheft enthält 152 Küst:nansichten für die Nordküste von Afrika vom Kap Spartel bis
Al Ein großer Teil der Ansichten ist nach Aufnahmen deutscher Kapitäne anzeigt
!') Bei dieser Gelegenheit möge bemerkt werden, daß der Schlußsatz in »Ann, d, Hydr. usw.«,
1906, ©, 129, Absatz 1, der sich auf diesen Umstand bezieht, leicht falsch verstanden werden könnte.
Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen, müßte er präziser Jauten: Hiernach sind frühere
Ausführungen des Herrn Kohlschütter über Berechnung des Gesamtfehlers bei Anwendung auf
meine Methode etwas zu modifizieren, Auf die von ihm untersuchten Fälle soll sich die Bemerkung
wicht beziehen!