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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

294 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1906, 
selben Radius. Dieselben Eigenschaften wie die jenes ausgezeichneten Punktes 
im gnomonischen Entwurf. Schiffsort und Berührungspunkt bleiben somit un- 
zertrennbare Begriffe. . 
Für die nautische Astronomie schrumpft ferner die Erdkugel auf einen 
Punkt zusammen. Der Augpunkt des gnomonischen Entwurfs — d. i. die Erd- 
mitte — und der Schiffsort vereinigen 
sich ebenfalls. 
Wenendlich bei der astronomischen 
Ortsbestimmung durch Messung oder Be- 
rechnung von Winkeln Strahlen geworfen 
werden nach dem Gestirn, dem Zenit, 
dem Pol vom Schiffsort aus — ist es etwas 
anderes als gnomonische Projizierung 
des Poldreiecks auf eine Ebene, die die 
Himmelskugel im Zenit berührt und bei 
der Vereinigung von Erdmitte und Schiffs- 
ort mit dem scheinbaren Horizont zu- 
sammenfällt ? 
In Fig. 1 sei, dem nachfolgenden 
Beispiel entsprechend, P der Pol, Z der 
Schiffsort bzw. dessen Zenit, S die 
Sonne. M und K seien die Fußpunkte 
der durch Z und S gehenden Meridiane 
bzw. Stundenkreise im Aquator. C sel 
der Erdmittelpunkt und EE die Ent- 
wurfsebene (welche die Kugel in Z be- 
rührt) mit dem angedeuteten gnomoni- 
schen Entwurf des Poldreiecks. 
Gegeben sei 
p= 18517N 
= +59 29 
* — 4h 2.\min 2$sek (östl. v. Meridian). 
Gesucht werden für die Höhen- 
methode: Höhe, Azimut und Standlinie. 
Als Entwurfsebene diene die gerade im Gebrauch befindliche Merkator- 
karte, als Hilfsmittel: ein Kompaßdreieckspaar.!) ein Zirkel und ein harter, 
scharf gespitzter Bleistift. 
‘) 8, »Ann., d. Hydr. usw.« 19053, , 280, VI. 
Die aus dem Mathematikunterricht bekannte Anweisung, mittels Zirkel und Lineal einen gegebenen 
Winkel an einer gegebenen Linie abzusetzen, ein Lot zu errichten, eine Linie parallel zu einer anderen 
lurch einen bestimmten Punkt zu legen, findet in der Praxis bekanntlich nur selten oder par keine 
Verwendung. Der Nichttechniker lernt aber kaum eine andere kennen, während jeder Techniker 
‚wiederum seine eigene Methode hat. Um gleichmäßig verstanden zu werden. mag daher kurz gezeigt 
werden, welche einfachen Handgriffe hier gedacht sinıd. 
un Zu 2 und 3. 
i. Winkel « bei C an einer (ieraden abzusetzen: Setze die schlanke Spitze des Bleistifts auf C. 
Lege das Dreieck aus durchsichtigem Zellhorn mit der eingekerbten Mitte dagegen ıumd drehe es um 
liese Achse, bis der betr. Teilstrich auf der Geraden Hegt. In der Zichkante (Hypotenuse) liegt dı.nn 
der gesuchte 2, Schenkel. 
2, Ein Lot in C errichten: Lege ein Dreieck mit dem markierten 90?-Radius auf die 
vegebene Gerade, das andere Nreieck gegen eine der beiden Katheten als Führung und verschiebe die 
Ziehkante parallel bis €. Farteetzmme der Fußnote auf S 295)
	        
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