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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

van Bebber, W. J.: Bemerkenswerte Stürme, 
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überschwemmt, so daß gestern abend die Wasserversorgung unterbrochen war. Die Schelde ist seit 
zwei Tagen aus ihren Ufern getreten, und eine ganze Anzahl Dörfer und an der Schelde gelegener 
Fabriken sind überschwemmt. Der Schaden wird auf viele Millionen geschätzt. 
Durch den Befehlshaber der Aufklärungsschiffe zu Kiel gingen der 
Deutschen Seewarte folgende meteorologische Beobachtungsjournale über .die 
Witterung vom 11. bis zum 14, März vor der Elbmündung zu: von S, M.S. »Berlin«, 
S. M. S. »Frauenlob«, S. M.S. »Arcona«, S, M.S, »Ariadne«, S.M.S, »Friedrich Carl«, 
S. M. S. »Prinz Heinrich«, S. M. S. »Hamburg« und 8. M. S. »Medusa«, Diese ge- 
währen ein treffliches Bild. über Wind und Wetter im südöstlichen Nordseegebiet 
und sind bei den obigen Darstellungen zum Teil benutzt. 
Gnomonisches Absetzen des Poldreiecks. 
Von 6. Pellehn, Kartograph im Reichs-Marine-Amt., 
Das gnomonische Netz gilt fast allgemein als kartographisch ohne Bedeutung. 
Bei der jetzt beliebten Gruppierung der Netzentwürfe in winkeltreue, flächen- 
treue. usw. läßt es sich nicht unterbringen. Bei den bekannten amerikanischen 
Großkreissegelkarten!) wird vornehmlich die interessante von Gustav Herrle 
gegebene Lösung der Kurswinkel- und Entfernungsmessung bewundert; im übrigen 
sieht man auch in diesen Karten meist nur das windschiefe Netz mit den ab- 
schreckenden Verzerrungen und begnügt sich mit der Kenntnis, daß jede gerade 
Linie darin einen Großkreis darstellt. ; . 
Das bedeutendste Kartenwerk ist zur Zeit wohl das im Laufe eines Jahr- 
hunderts entstandene englische Seekartenwerk, das hinsichtlich der Festlands- 
ränder, Inseln, Meere, Tiefen die Grundlage aller Atlaswerke der Jetztzeit bildet. 
Die Grundlagen dieses Werkes wiederum, die Vermessungen der englischen Marine, 
sind sämtlich gnomonisch. entworfen. Kartographische Bedeutung darf man daher 
diesem Entwurf schon nicht gänzlich absprechen, 
Winkelzerrungen sind innerhalb des Gebiets, das bei einer Vermessung in 
einem Blatt aufgenommen wird, wohl bei kaum einer der vielen verschiedenen 
Entwurfsarten meßbar. Im Berührungspunkt der gnomonischen Entwurfsebene 
wird aber auch theoretisch jede Zerrung ausgeschaltet. Visierlinien nach ent- 
fernten Punkten, namentlich binnenlands gelegenen Bergen, die meist durch Vor- 
wärtsschnitte allein festgelegt werden, sind notwendigerweise als gerade Linien 
abzusetzen, so daß aus diesem Grunde die Karte von selbst schon gnomonisch 
wird. In der Regel wird überdem auch das Netz erst nachträglich hineingelegt. ®) 
Während die Vermessung nun die Winkel zur Dreiecksberechnung zum 
mindesten an zwei Dreieckspunkten — d. h. also an verschiedenen Orten — mißt, 
ist die Nautik zur. Messung ihrer Dreieckswinkel auf einen Punkt — den Schiffsort — 
allein angewiesen, Und wohin das Schiff sich auch bewegt, stets bleibt es in der Mitte 
einer von der kreisrunden Kimm begrenzten Fläche mit denselben von der Mitte 
ausstrahlenden Richtungen der Windrose, Nie erleiden die Horizontalwinkel eine 
Zerrung. Die Strahlen lassen sich in gerader Richtung um die Erde herum als 
auch ins Weltall hinaus verlängert denken; stets bleiben sie Schnitte größter, 
im Schiffsort sich ‚kreuzender Kreise bzw. deren gnomonische Projektion auf die 
Ebene des scheinbaren Horizonts und als solche stets auch Tangenten für den- 
') InG. W. Littlehales, Development of Great Circle Sailing, Washington 1899, wo diese Karten 
näher beschrieben sind, fehlt leider eine Erwähnung der von Kapt. W. C. Bergen, Blyth 1857, ge- 
schaffenen gnomonischen Karten, die denselben Leitgedanken zeigen: besondere Karten für jedes Meer, 
mit Küstenlinien, Untiefen usw. nebst einem . besonderen Great Circle Course Protractor. Vgl. W. CO. 
Bergen, Navigation & Nautical Astronomy, London 1872, worin B. auch zeigt, wie auf dem Ȇber- 
segler« eines Meeres ein kleinerer gnomonischer Entwurf sich als Nebenkarte einschachteln läßt, Der 
kürzeste Weg‘ kann dann auf demselben Blatt als gerade Linie ohne Umstände ausgezogen und als 
Loxodrome in. die Hauptkarte übertragen werden, . 
2) S. u. a. K. Laughton, Nautical Surveying, London 1872, und W. J. L. Whartaon 
Bvdroeraphiecal Surveringe. London.
	        
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