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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Oberflächenströmungen im Kattegat, Sund und in, der westlichen Ostsee. 275 
Skagens Riff Windstärke 7 oder mehr verzeichnet worden ist. Auch hier gilt, 
was von den Feuerschiffen im Kattegat bereits gesagt worden ist, daß die hier 
behandelten Feuerschiffe weniger stürmische Winde verzeichnet haben, teils ihrer 
geschützten Lage wegen, teils weil bei ihnen stürmische Winde zu anderen Zeiten 
aufgetreten sind als bei Skagen. Letzteres gilt insbesondere vom Feuerschiffe 
Gjedser Riff, bei dem sich sogar einmal, während es gleichzeitig bei Skagen 
stürmisch war, Windstille fand. Auch in der Verteilung der Windrichtungen 
tritt das, was sich schon bei den Feuerschiffen im südlichen Kattegat zeigte, 
noch mehr hervor, nämlich daß von Nord nach Süd gerechnet. eine Abnahme 
der nördlichen Winde zugunsten der‘ südlichen stattfindet; und fand sich im 
II. Teil dieser Arbeit, daß mehr Winde in den Belt hineinwehen als heraus, so 
wird hier ersichtlich, daß auch in den Sund mehr Wind hineinweht als heraus, 
Das entspricht auch der Erfahrung, wonach es leichter ist, in den Sund einzu- 
segeln als wieder heraus, und erklärt die häufige Ansammluhg großer Segler- 
flotten im Sunde, Noch auffallender ist das starke Anwachsen der Häufigkeit 
südlicher Winde bei Gjedser-Riff, wo örtliche Ursachen und weitere Entfernung 
von der Zugstraße der Minima, deren Vorüberziehen bei Skagen von stürmischen 
Winden begleitet ist, in erhöhtem Maße zusammenwirken. Faßt man nämlich 
alle Winde zusammen, in deren Richtung Nord, und alle, in deren Richtung Süd 
vorkommt, so erhält man: 
Skag. 
Riff 
Läs. | Läs. 
Trind. Rinne 
Kobb. 
Grd. 
Anh. ‚Schultz’s 
Kn. ‘Gr. 
Tappe |Drog 4} Giedser 
340% | 22% | 16% 
i 60% | 50% | 49% | 66% | 70% | 76% | 66% | 78% | 84% 
G. Lappe-Grund. 
Die Strömungen bei Lappe-Grund verteilen sich, wie nach der Lage des 
Feuerschiffes nicht anders zu erwarten ist, eigentlich nur auf zwei Richtungen, 
auf NNW — oder in den Sund einlaufende und auf SSO — oder aus dem Sunde 
herauslaufende Strömungen. 
Von den 200 Beobachtungen entfallen 10 oder 5 %, auf nordöstliche, 
63 oder 31 °%, auf südöstliche, 69 oder 35 %%, auf südwestliche und 58 oder 29 %, 
auf nordwestliche Winde, . 
1. Die 10 Beobachtungen mit nordöstlichen Winden bei Lappe- 
Grund ergaben auch 10 oder 100 °, nordnordwestliche Strömungen, Sie hatten 
1.8 bis 2,8 Kn. Geschwindigkeit. 
2. Die 63 Beobachtungen mit südöstlichen Winden bei Laäppe-Grund 
ergaben auch 63 oder 100 °%/, nordnordwestliche Strömungen, Sie hatten 1.8 bis 
83.7 Kn. Geschwindigkeit. Zusammengefaßt war also bei allen Beobachtungen 
mit Winden, in deren Richtung Ost ist, nordnordwestlicher Strom. 
Weniger einfach war der Strom bei Winden, in deren Richtung West ist. 
_ 3. Es waren nämlich unter den 69 Beobachtungen mit südwestlichen 
Winden bei Lappe-Grund 42 oder 61 %, mit südsüdöstlichen, 23 oder 383 %, 
mit nordnordwestlichen Strömungen und 4 Beobachtungen oder 6 °%, mit gar 
keinem Strom. 
4. Unter den 58 Beobachtungen mit nordwestlichen Winden bei 
Lappe-Grund waren 56 oder 96 °%, mit südsüdöstlichem Strom und je 1 Beob- 
achtung oder je 2 %, mit nordnordwestlichem Strom und Stromstille. Die süd- 
südöstlichen Strömungen erreichten 2.7 Kn., die nordnordwestlichen 2.4 Kn. Ge- 
schwindigkeit. Bemerkenswert ist aber, daß unter den 23 Strombeobachtungen 
mit nordnordwestlichem Strom bei südwestlichen Winden bei keiner weniger als 
2.2 Kn. Geschwindigkeit verzeichnet worden ist. Also auch bei nordwestlichen 
Winden sind die Verhältnisse ziemlich einfach, insofern als man fast ausschließlich 
auf südsüdöstlichen Strom rechnen kann, und es sind nur die südwestlichen Winde, 
bei denen der Strom einigermaßen unsicher ist. Immerhin läuft der Strom bei 
Nördl. Winde. . ... “4. 
Südl. Winde . 2.0.2... 
409% ı 50% ı 519%
	        
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